Orientierung

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Donnerstag, 6. November 2025

Leseempfehlung: Richard David Precht - SPIEGEL Bestseller-Autor

Angststillstand. Warum die Meinungsfreiheit schwindet. Ein Essay,


Erst im vergangenen Monatr ist dieses kleine, aber feine Büchlich beim Goldmann-Verlag erschienen.Nicht selten hört man in Gesprächen oder aus Gefragungen heraus die Meinung, man können sich in Deutschland nicht mehr frei äußern. Da ich beruflich (Dr. rer. pol, Lehrbeauftragter an zwei Hochschulen) an öffentlichen Informationen und Diskussion sehr interessiert bin, treffe auch ich immer wieder auf solche Vorbehalte.U.a. durch meine ehrenamtliche Tätigkeit im Leserbeirat der Sächsischen Zeitung kann ich das allerdings gar nicht ausreichend bestätigen. Jedes Wochenende erscheint dort eine ganze Seite mit interessanten und kritischen Leserbriefen. Aber es muss ja trotzdem etwas dran sein, wenn deutlich mehr Leute sich als unzufrieden erklären, als sich in solchen oder ähnlichen Gremien offen zu äußern.

Precht, der bekannte Honorarpressor für Philosophie und Ästhetik sowie Fernsehmoderator, nennt es Angststillstand, dass die meisten Menschen sich offenbar nicht mehr zur öffentlichen Polemik (für mich ein positiver Ausdruck) trauen, tatsachenfundiert und realistisch begründet. Die Kehrseite davon scheint zu sein, dass die Wenigerwerdenden aber immer Recht haben wollen, die 83 Millionen Fußballtrainer quasi. Preecht kann uns keine perfekt gültige Antwort geben, aber er will zum Nachdenken anregen. Ich lese für Gewöhnlich langsam. Aber dieses Mal bin ich am 3. Tag schon fast durch in diesem Buch. Und mein erstes Fazit ist, dass wir uns auch in der Linken wieder darauf besinnen müssen, intensiv, ehrlich und voranbringend die unterschiedlichen Meinungen in unseren Reihen auszutauschen und  öffentlich darzustellen. Vor Jahren hieß es schon, dass wir eine pluralistische, kapitalismuskritische Partei zu sein müssen. Aber ich bin mir gar nicht sicher, ob wir uns als Linke so einfach in den allgemeinen Volkssport Meckern einordnen können, ohne bedeutungslos zu werden.

Precht liest sich wie immer nicht unproblematisch, er schreibt mitunter ziemlich akademisch und stellt provokante Behauptungen auf. Das mögen vielleicht nicht alle. Oder sie führen es nicht ausreichend mit der Suche nach Differenzen und Konsens. Manch guter Freund sagt mir "Precht - den kannste alleine lesen.". Das ist aber genau so, wie wenn einer sagt, die Sächsische Zeitung wäre langweilig, und jedoch schon vor Jahren sein Abonnement abgemeldet hat.

Sein Symbol des Axolotls ist vielleicht nicht sofort und so leicht zu verstehen. Diese Art von Schwanzlurch hat sich der Umwelt dergestalt angepasst, dass er entwicklungsgeschichtlich im Larvenlevel verharrt. "Er weigert sich, so könnte man sagen, erwachsen zu werden." (S. 60  f.) Das kann man auch Neotenie nennen oder mit "in seiner Jugend stecken zu bleiben" übersetzen.

Hat jemand Lust zu einer gemeinsamen und kritischen Buchlesung bzw. -diskussion? Bitte die Kommentarfunktion nutzen für eine eventuelle Terminvereinbarung.

G. Dietmar Rode, Blogger

Montag, 25. August 2025

Wilhelm Rettler: Einsicht(en) -

Eine Sammlung zur konstruktiven Polemik

In der antiken Rhetorik Athens und Roms war dieser Ausdruck Polemik deutlich anders belegt. Urspünglich galt sie als intellektuelle Herausforderung einer öffentlichen Streitkunst. Sicherlich wurde sie auch mit streitlustiger Schärfe durch Ironie, Übertreibung oder Sarkasmus geführt. Polemos kommt ja von Streit. Aber letztlich diente sie den Sophisten doch der Verständigung trotz unterschiedlicher Argumente.

Heute hat Polemik oft einen negativen Beigeschmack und meint dann oft, dass Agieren mit unsachlichen  Agriffen, persönlichen Diffamierungen und begrifflichen Unklarheiten.

Rettler bringt den bei vielen verloren gegangen Mut auf, vor allem durch Klärung von Begriffen und Gegenüberstellung von Argumenten, die Polemik wieder dahin zu holen, wo sie hingehört: in eine Kultur des Streits. Er beabsichtigt damit, die abgeflachte äußere Diskussion über soziale und politische Probleme wieder in Gang zu bringen, unterschiedliche Auffassungen zu vergleichen und gemeinsame Nenner zu finden. Ein paar thematische Beispiele:

- Begriffsvertauschung und Meinungsmanipulation,

- über Ausbeutung,

- Konsequenzen aus der Mehrwerttheorie,

- über Ideologie,

- Kapitalismus oder Menschlichkeit...

Wer polemisch argumentiert, kann natürlich argumentativ überziehen. Aber selbst dann, wenn er/sie das nicht tut, werden Polemiker häufig als "Meckerer" und "unbequeme Störenfriede" abgetan.

In Rettlers Büchlein "Einsicht(en) ist das nicht der Fall, auch wenn ich hin und wieder anderer Auffassung bin. Es ist vielmehr wie ein helfender Zeigestock an der Anzeigetafel unserer widerspruchvollen Zeit.


Danke, Wilhelm

Sonntag, 14. Mai 2023

Literatur über die Linke und DIE LINKE

Lasst uns doch lieber diskutieren, anstatt zu intrigieren

Mein Vater war Bibliothekar. Von ihm weiß ich, dass neben dem Lesen von Büchern die Buchbesprechung eine ganz wichtige Kommunikationsform ist. Als er in den 60er Jahren während des Studiums ein Praktikum in Radebeul absolvierte und dabei eine Diskussionsveranstaltung über Karl May durchführen wollte, hatte man ihn zum Tempel hinaus gejagt. Verständlich.  Als ich kürzlich mal wieder ein Buch vom Großmeister des Kolportageromans las (Trapper Geierschnabel) wurde mir wieder klar, was er da wohl für ein Publikum vor sich gehabt haben muss. Na gut - aber anderes Thema.

Hin und wieder gibt es interessante Bücher über DIE LINKE, die sich in einem kontinuierlichen Abstieg zu befinden scheint. Aber gerade kritische Bücher sollten sich doch dafür eignen, daraus zu lernen und Schlussfolgerungen abzuleiten. Also greife ich mal in meinen Bücherschrank:

Besier, Gerhard: Fünf Jahre unter Linken. Über einen Selbstversuch. Verlag am Park. Berlin, 2014  

Der promovierte Theologe und Historiker, geboren 1947 in Wiesbaden, war von 2099 bis 2014 wissenschaftspolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE im sächsischen Landtag. Das klang von Anfang an sehr widersprüchlich. Um so interessanter ist jedoch sein Rückblick auf die demokratischen Verhältnisse in Sachsen und die Zustände in der LINKEN, der noch immer up to date ist..

 


Lieberam, Ekkehard: Am Krankenbett der Linkspartei: Mehr Marx als Murx.
pad-Verlag, Bergkamen 2019
Der Professor für Staats- und Verfassungsrecht, geboren 1937 in Braunschweig, war zunächst in der SPD, übersiedelte aber 1957 in die DDR. 1964 Mitglied der SED, 1989 PDS. 2015 Mitbegründer und Nestor des Liebknecht-Kreises innerhalb der LINKEN. 8 Jahre Mitarbeiter in der Bundestagsfraktion. Wissenschaftler, Herausgeber, Autor, Kommentator


Gregor Gysi: Was Politiker nicht sagen... weil es um Mehrheiten und nicht um Wahrheiten geht. Econ Verlag, Berlin 2022

Der Anwalt, charismatische Mitbegründer und langjährige Politiker der LINKEN wurde 1948 in Berlin geboren. Er ist einer der beliebtesten und respektierten Redner im Bundestag. Um so interessanter ist sein Buch über politische Rhetorik in unseren Tagen. Am 01. Juni 2023 wird er sein Buch im Kulturbahnhof in Radebeul vorstellen und ich freue mich schon sehr darauf, es mir von ihm abzeichnen zu lassen.


Sven Brajer: Die (Selbst)Zerstörung der deutschen Linken. Von der Kapitalismuskritik zum woken Establishment.
ProMedia Verlag, Wien 2023

Historiker, Soziologe und Politikwissenschaftler. Geboren 1984 in Löbau. Freier Autor, Podcaster, Museumsgestalter und Blogger (www.imosten.org). Ich bin ihm im April auf der Buchmesse in Leipzig begegnet und kann mir eine Zusammenarbeit gut vorstellen, obwohl er 2022 aus der LINKEN ausgetreten ist. Seine Darstellung der Partei ist aktueller denn je.


Montag, 1. Mai 2023

Besuch der Leipziger Buchmesse

Bücher - Medien der Debatte
Kurzer Bericht vom
gestrigen Messebesuch
durch G. Dietmar Rode

Nach 3 jähriger Pause konnte ich endlich wieder Gast dieses großartigen Medienevents sein. 274.000 Gäste kamen, um die Präsentationen von 2.082 Ausstellern aus 40 Ländern zu  erleben. Ich wollte nicht zuletzt mit Dr. Sven Brajer zusammen treffen, dessen Buch  "Die (Selbst)Zerstörung der deutschen Linken" erst im März auf den Markt gekommen ist (Promedia Verlag Wien: www.mediashop.at/www.verlag-promedia.de) und das ich mit großem Interesse gelesen habe. Mehr als 120 Besucher folgten der Präsentation des Historikers, der 1982 in Löbau geboren wurde und als freier Autor und Journalist tätig ist. Er trat 2019 aus der Partei DIE LINKE aus. Sein Blog: www.imosten.org.



Dr. Sven Brajer

Leider war die geplante Zeit viel zu kurz, um sich ausführlich an Ort und Stelle mit dem Autor auszutauschen. Das Interesse an ihm und seinem Thema war offenkundig. Natürlich konnte auch er die Frage nicht beantworten, wie es denn mit der krisengeschwächten LINKEN weiter gehen könnte. Stellt sie sich noch der Systemfrage? Warum sind ihr mittlerweile so viele Mitglieder und Wähler verloren gegangen? Finden die Fragenden im linken Spektrum in dieser widersprüchlichen Zeit Antworten in und durch die Partei? Welche Rolle könnte Sahra Wagenknecht fürderhin spielen?

Meine Frage "Kannst Du der LINKEN noch Hoffnung machen?" blieb natürlich offen...

mit seinem Verlagsleiter Dr. Hannes Hofbauer



Bestellung, auch als E-Book, möglich: https://mediashop.at/buecher/die-selbstzerstoerung-der-deutschen-linken/

Fotos: Rode

Anmerkung: Für Diskussionen zum Thema in den Ortsorganisationen stehe ich gern zur Verfügung.

G. Dietmar Rode, Blogger


Nachtrag am 02. Mai 2023: Leipziger Buchmesse 2023: Statt Dialog verbaler Feldzug gegen Russland https://www.nachdenkseiten.de/?p=97099

Sonntag, 26. März 2023

Zur Diskussion

Die (Selbst)Zerstörung der deutschen Linken.
Von der Kapitalismuskritik zum woken Establishment



 https://youtu.be/4FGpmtRvD3E


Sven Brajer arbeitet als Autor, publiziert über Sozial-, Kultur- und Wirtschaftsgeschichte, insbesondere in Hinblick auf Parteien und Bewegungen  und betreibt u.a. den Blog www.imosten.org.




Weitere frühere Beispiele für die kritische Begleitung der Partei DIE LINKE:

- Auf zu neuen Ufer. Gründungsdokumente des Liebknecht-Kreises Sachsen. März 2015
- Der Zukunft zugewandt. Beiträge zur Strategiedebatte. Liebknecht-Kreis Sachsen. Mai 2015
- Den Aufbruch ermöglichen. Neue Beiträge zur Strategiedebatte. Liebknecht-Kreis Sachsen. September 2015
- Beiträge zur Strategiekonferenz am 5. Dezember 2015 in Leipzig. Liebknecht-Kreis Sachsen. Dezember 2015
- Besier, Gerhard: Fünf Jahre unter Linken. Über einen Selbstversuch. Verlag am Park, Berlin 2014
- Google Blog des Liebknecht-Kreises (2015 - 2020): Wurde anonym und kommentarlos" abgeschossen"
- Newsletters des Liebknecht-Kreises Sachsen per Mailing während der Zeit von Corona-Einschränkungen zur Vorbereitung von online-Konferenzen (2020 - 2022)
- Veröffentlichungen des Liebknecht-Kreises Sachsen in der Webseite des Landesvorstandes DIE LINKE. Sachsen: https://www.dielinke-sachsen.de/partei/parteistruktur/weitere-strukturen/lks/#dokumente

Sonntag, 20. März 2022

Schwarten und schmunzeln

Gestern erst gekauft und heute schon fast durchgelesen: Rhetorik zwischen Lachen und Weinen

Einige Kapitel:

1. Wahrheit - ein Gegensatz zur Mehrheit?
2. Die einen sind Sender, anderen nur Empfänger?
... 
19. Soziale Fragen sind Weltfragen
20. Demokratie und Radikalität

Gysi: "Bevor Politiker Fragen beantworten, quatschen sie erst mal lange, damit sie nicht so viele Fragen beantworten müssen." (S. 7)

Meine Frage: Warum scheinen Fragen nach meinen Erfahrungen gerade in der linken Parteiarbeit so unbeliebt zu sein."

Gysi: "Ich bin Zentrist. Das bedeutet, mit allen Ärger zu haben." (S. 21)

Meine Frage: Warum ist Ärger in der Linken nur derartig unbeliebt? Kaum jemand will sich noch offen streiten und die Kommentarfunktion in der Webseite bleibt abgeschaltet.

Gysi: "Öffentliche politische Sprache hat zu übersetzen. das bedeutet nicht, Menschen zu unterfordern." (S. 103)

 Meine Frage: Warum aber wird so vieles verschwiegen, was die Menschen herausfordern müsste?

Gysi: "Ich komme zum Schluss und stelle fest: Ohne die Linke herrschte im Bundestag gähnende Langeweile." (S. 111)

Meine Fragen: Nur im Bundestag? Und an wem liegt es, wenn an der linken Basis sogar entsetzliche Lähmung herrscht?

Gysi: "Leute, die herausragen, haben meistens etwas Besonderes. Und das Besondere ist meistens nicht sehr bequem." (S. 181)

Meine Frage: Und wie verhält es sich mit den Leuten (auch in der Linken), die es sich nur bequem machen wollen?

Gysi: "Viele Linke sind felsenfest davon überzeugt, die einzige Wahrheit zu kennen." (S. 209)

Meine Frage ... bleibt mir hier erst einmal im Halse stecken.

Danke, Gegor, für die vielen initiierten Fragen

G. Dietmar Rode, Blogger und Dozent für Rhetorik

Freitag, 14. Mai 2021

Keine leichte Kost

Betrachtungen zu einem noch längst nicht zu Ende gelesenem Buch: Sahra Wagenknecht - "Die Selbstgerechten"

Es ist keine seichte Feierabend-Lektüre. Ich habe mich mittlerweile erst durch 5 Kapitel gelesen. Nun ist es nicht nur meinem Prinzip geschuldet, dass ich ein Buch unbedingt zu Ende lesen will, das ich begonnen habe. Ich bin auch gespannt darauf, wie sie mit den "Selbstgerechten" letztlich umgehen will. Mein zweites Lese-Prinzip lautet nämlich, dass ich ein Buch prinzipiell von vorn nach hinten lese, das heißt, dass ich mich begreifend bis zum Schluss voran arbeite und nicht umgekehrt erst einmal den Schluss lese.

Ihre gesellschaftshistorischen und aktuellen politischen Erkenntnisse sind mir bisher noch zu wenig als "Gegenprogramm" plausibel geworden, da ich erst bei 140 von 345 Seite angekommen bin. In bisherigen Rezensionen wird behauptet, dass sie mit ihrer Partei DIE LINKE hart ins Zeug geht. Doch bisher bezieht sie sich eher auf die gesellschaftliche Linke insgesamt, und nicht nur auf ein Stück daraus. 

Aber die Spannung steigt, denn sie kündigt ihr "Gegenprogramm" immerhin im Untertitel mit "Gemeinsinn und Zusammenhalt" an. Und da sehe ich gegenwärtig eine Reihe von Löchern und Fadenscheinigkeiten in der Praxis unserer Partei, nicht zuletzt an ihrer Basis. Wenn wir in vergangenen Jahren oft davon sprachen, dass der Mitgliederbestand zu alt, zu altlastig und zu nostalgisch wäre, scheint es jetzt eher zuzutreffen, dass wir uns zu wenig wenden an
- die jungen Linken (die für die Zukunft Lernenden),
- die durchschnittlich verdienenden Lohnempfänger (Steuerzahler mit Kindern) und
- die sozial Benachteiligten (und gerade in der Corona-Krise).

Als Rentner (mit Hobby-Job) fühle ich mich eigentlich ganz gut. Aber als Linker komme ich mir zunehmend wie Robinson Crusoe vor, der übers Meer schaut, weil es doch hinter dem Horizont weiter gehen muss. Ein traditioneller Linker bin ich wohl nicht mehr: sozial abgesichert, als "Oberlehrer" zu gebildet, heimatverbunden und autark. Ein Linksliberaler (nach Sahra, S. 99) will ich nicht sein. Aber ein liberaler Linker...? Mal sehen, wohin mich ihr Buch noch führt. 

Und: Diskutiert doch bitte mit, liebe Blog-Leser! Das täte uns gut!

G. Dietmar Rode
Blogger


vgl. auch Post vom 14.04.2021

Dienstag, 11. Juni 2019

Literaturfest in Meißen

Vorlesen ist gemeinsames Denken - und das tut heutzutage Not

Zu Pfingsten fand wieder das traditionelle Literaturfest in Meißen statt. Prominente lesen aus populären Büchern. Das finde ich sehr gut. Als Dozent für Rhetorik sage ich das mal so: Beeindruckendes Vorlesen gehört zu den kleinen, aber beachtlichen Künsten - und das kann nicht jeder. 

Besonders erfreulich ist für mich deshalb, dass auch wieder Vertreter der LINKEN mitwirkten: Franz Sodann, Mitglied des Sächsischen Landtages und Schauspieler, und Tilo Hellmann, Ortsvorsitzender der LINKEN in Meißen. Sie lasen aus dem Erinnerungsbuch von Regine Hildebrandt. Und Andreas Graff hat sie dabei fotodokumentiert. Danke dafür.

Wenn ich im Vorfeld nach einem Wunsch für dieses Literaturfest gefragt worden wäre, hätte ich "Ein Leben ist zu wenig" von Gregor Gysi genannt. Damit war er erst kürzlich im Zentralgasthof in Weinböhla und hatte großen Publikumszuspruch. Allerdings ging das irgendwie an der LINKEN im Landkreis vorbei. 

Aber möglicherweise war es als eine Art der Solidarität gemeint, wenn sich Vertreter der LINKEN einer viel zu früh verstorbenen (2001) Prominenten der sterbenskranken SPD zuwenden. Und vielleicht hilft es auch irgendwie. 

Und da kommt mir eine Idee. Es wäre doch auch für die LINKE.Meißen ganz gut, sich ab und zu gegenseitig vor zu lesen. Es muss ja nicht immer Marx sein, dessen 200. Geburtstag wir in diesem Jahr feierten. Ich denke da z.B. an "Fünf Jahre unter Linken. Über einen Selbstversuch" (2014) von Gerhard Besier, wohl wissen, dass nicht alle Mitglieder unserer Partei dieses immer noch aktuelle Buch kennen wollen.

Freitag, 22. März 2019

Buchmesse von links

Empfehlungen für analog und digital Lesende

http://www.dielinke-leipzig.de/


Das so genannte Rieplsche Gesetz der Medien besagt, dass kein gesellschaftlich etabliertes Instrument des Informations- und Gedankenaustauschs von anderen Instrumenten, die im Laufe der Zeit hinzutreten, vollkommen ersetzt oder verdrängt wird. Das Buch als klassisches Printmedium beweist das auch im Computer- und Internetzeitalter. War das Buch im 14. Jahrhundert noch ein mühselig hergestelltes Medium für die Privilegierten der Kirche (z.B. Bibel) und der Wissenschaften, entstand mit Johann Gutenbergs Erfindung der beweglichen Buchdrucklettern ein massenwirksames Mittel. Ein Beispiel dafür ist die Verknüpfung von Luther´s Bibelübersetzungen mit der Möglichkeit von Tausender-Auflagen, was nicht zuletzt eine Basis für die Entwicklung der modernen deutschen Hochsprache war, ganz abgesehen von den vielen politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Entwicklungen, die dadurch begünstigt wurden.

Am vergangenen Donnerstag war ich mit meinen Studenten der Medieninformatik im Rahmen meines Marketing Seminars zur Buchmesse. Die vorangehende Frage "Was haben wir als Medieninformatiker (Programmierer, Web-Gestalter) mit der Buchmesse zu tun?" löste sich mit der Vielfalt der Print- und Digitalangebote schnell auf.

Dass Buch lebt weiter, auch wenn es mit dem Auftreten der Digitalen Revolution immer wieder tot gesagt wurde. Es ist vielfältiger geworden in den Inhalten und schöner in den gestalterischen Erscheinungen. Es ist ein Volksmedium, das sich die meisten Menschen leisten können. Es ist variabler geworden, nicht zuletzt in Verbindung mit den elektronischen Technologien. Es ist Bestandteil der Kultur auch unseres Volkes, auch wenn es durch die brutalen Reglementierungen und Manipulierungen schamloser Diktatoren und Ideologen immer wieder verboten oder missbraucht wurden. Es hat geistige Reichtümer konservierbar gemacht von Goethe´s "Faust" bis Marx`"Kapital". Und trotz aller PCs, Tablets oder Smartphone ist es immer noch eine Lust, ein Buch aus Papier zu lesen.

G. Dietmar Rode
Sohn einer Bibliothekarsfamilie

Freitag, 2. November 2018

Tumbe Renitenz oder 4. Reich?

Literaturempfehlung

"In Deutschland werden mehr als 15.000 Menschen zu den sogenannten Reichsbürgern gerechnet. Für sie ist die Bundesrepublik kein souveränes Staatsgebilde, sondern bestehen die Deutschen Reiche aus der Zeit vor 1945 fort." 

Andreas Speit, Journalist: 
„Reichsbürger“, das sind drollige Online-Spinner, die sich gegenseitig Pässe ausstellen, lautet eine gängige Einschätzung. Doch wer so denkt, verharmlost damit ein Milieu, das sich nach außen abschottet und nach innen radikalisiert.
Dieses Buch kann kostenlos bestellt werden bei der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung: https://shop.slpb.de/

Sonntag, 5. August 2018

Leseempfehlung


Ilona Jerger: Und Marx stand still in Darwins Garten

In ihren letzten Lebensjahren lebten zwei Genien in London unweit voneinander: der Naturwissenschaftler Charles Darwin und der Sozialwissenschaftler Karl Marx. Der eine sammelt unentwegt Fakten über das Tier- und Pflanzenreich. Der andere schreibt am zweiten Band seines Lebenswerkes zur Kritik des Kapitalismus. Der eine stellte mit seinen Erkenntnis den Theismus in Frage. Der andere war sicher, dass die Menschen sich selbst befreien können aus ihrer selbstgemachten Verfremdung. Beide wussten, trotz aller Zweifel und Differenzen, dass sie mit ihren Erkenntnissen die Welt maßgeblich verändert haben.

Ilona Jerger hat die tolle Idee aufgeschrieben, die beiden hätten sich durchaus auch direkt treffen können - zwei kranke und unverbesserliche Streitköpfe. Das liest sich sehr schön. Danke Ursel, dass Du mir dieses Buch für den Urlaub geliehen hast. Ich habe es durchgeschwartet.

G. Dietmar Rode
Blogger

Samstag, 31. März 2018

Lesetipp

Zu Ostern

Saisonale Festtage sind nicht nur dazu da, Lieder wie "Oh Tannenbaum" zu singen oder Gedichte wie "Vom Eise befreit sind Strom und Bäche" zu zitieren. Manche Leute gehen auch mal wieder in die Kirche oder in einen guten Esstempel. Nicht zuletzt treffen wir uns auch wieder einmal im Familien- oder Freundeskreis und machen uns kleine Geschenke.

Dieses Jahr bekam ich zu Ostern wieder ein Buch von meinem Sohn; mit dem Hinweis, dass er es anschließen auch gerne mal lesen würde: Manfred Lütz: Der Skandal der Skandale. Die geheime Geschichte des Christentums. Verlag Herder GmbH, Freiburg i.B. 2018. In eine evangelisch und atheistisch geprägte Familie passt das nach dem Luther-Jahr sicherlich ganz gut. Ab und zu sollte man mal checken, wo man so hingehört, und ob es noch passt. Lütz schreibt in der Einleitung: "Menschen ohne Geschichte sind schwer gestört, denn sie wissen nicht, wer sie sind." Diesen Eindruck habe ich bei vielen Abendlandrettern und sogar Christdemokraten allerdings schon lange. Mein Vater hatte mir weiland nicht gestattet, in die übliche Christenlehre zu gehen. Deshalb habe ich mich immer autodidaktisch an die Religion herangearbeitet wie es so kam: Immer mal wieder dilettantisches Bibelstudium, Pfaffenspiegel (Corvin),Der Name der Rose (Ego), Luthers Rhetorik des Herzens usw. Bei manchem Werk musste ich mich geschlagen geben: dem Buch Mormon, dem Koran... Kürzlich las ich mit großem Genuss von Hubert Schleichert "Wie man mit Fundamentalisten diskutiert, ohne den Verstand zu verlieren. Anleitung zu subversiven Denken." 

Und so schwarte ich mich auch Stück für Stück in dieses sehr gegenwartsbezogene Geschichtsbuch hinein:
"Von außen gesehen gibt es speziell für Christentum und Kirche aber doch ein anderes Problem: Fake News! Wer immer wieder verfolgt, welchen Unsinn in einem sechsmonatigen Bundestagswahlkampf die eine Partei über die andere erzählt, welche absichtlichen Verzerrungen der jeweils anderen Position sozusagen zur Grundausstattung eines anständigen Wahlkampfs gehören, der muss sich vor Augen halten, dass die Kirche mehr oder weniger zweitausend Jahre lang sozusagen im Wahlkampf steht." (S. 19)
Lütz schrieb: "Religion assoziiert man mit Gewalt, Intoleranz und Unvernunft." Päpstliche Machtkämpfe, Ketzerverfolgungen, militante Missionarisierungen und Kreuzzüge, Reformation und Gegenreformation und viele weitere Beispiele. Aber er bezog sich auch auf Gregor Gysi, der erklärte, "er sei Atheist, aber er habe Angst vor einer gottlosen Gesellschaft, weil die Solidarität abhanden kommen könne, Sozialismus sei schließlich nichts anderes, als säkularisiertes Christentum... Und wenn Atheismus bedeute, gegen die Kirche zu sein, dann sei er kein Atheist, dann sei er Heide, zu dem der Glaube noch nicht gekommen sei." (S. 12)

Mit dem staatlich verordneten Atheismus ist das ohnehin so eine Sache. "Die drei Diktatoren Josef Stalin, Adolf Hitler und Mao Tse-tung haben mir ihren atheistischen Ideologien zusammen etwa 165 Millionen Menschen ums Leben gebracht. Vor zweitausend Jahren wäre das die gesamte Menschheit gewesen. Dennoch, die Religionskepsis bleibt." (S. 21)

Ich bin noch ziemlich am Anfang des vielversprechenden Buches, liebe Leser. Aber vielleicht folgt mir jemand oder ist schon weiter als ich. Und so wäre ich dankbar für weitere Diskussionsbeiträge. In unseren Tagen gibt es so viel Bedarf dafür.

G. Dietmar Rode
Blogger


Apropos:


Kirchenglieder der Evangelischen und Katholischen Kirche in Sachsen jeweils am 31. Dezember
 

Kirche20162015200520001995
Evangelische
Kirchenglieder
757 338771 784912 7961 026 9751 168 392
Anteil an der Bevölkerung in %...18,921,423,225,6
Katholische
Kirchenglieder
152 368151 100155 568192 587189 449
Anteil an der Bevölkerung in %...3,73,64,44,1

(© Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen, Kamenz, September 2017 - Auszugsweise Vervielfältigung und Verbreitung mit Quellenangabe gestattet)

Montag, 25. Dezember 2017

1. Weihnachtsfeiertag

 Geschenke

An diesem Vormittag beschäftigen sich bestimmt viele mit ihren Geschenken, wenn sie nicht gerade am Braten der Gans/Ente teilnehmen dürfen. Warum? Egal. Ich habe mir die Autobiografie von Gregor Gysi vorgenommen und nebenbei läuft die Piano-CD von Benny Andersson (ABBA). Beides hat mir mein Sohn Daniel geschenkt. Von ihm habe ich schon oft so gute Sachen bekommen.


Im Prolog der Autobiografie steht ein wichtiger Gedanke: "Ich habe schon als Kind  gelernt, dass man Sätze nicht mit "ich" beginnen soll." So ist er, der Schelm Gysi. Und es ist schon komisch - früher hat man ihn in der LINKEN fast vergöttert, und jetzt sind ihm gegenüber viele  regelrecht abweisend geworden. Warum? Egal. Ich jedenfalls finde das ungerecht. 

Um so interessierter schmökere ich mich in das Buch hinein. In einem Fernsehinterview sagte Gysi kürzlich, er hätte bisher sechs Leben gehabt. Und das siebte? Und ich habe schon einmal vorgeblättert. Da steht im Epilog: "Ich bin wild entschlossen, das Alter zu geniesen." - das siebte Leben also.  Das finde ich sehr gut. Und dazu passt auch der Benny Andersson.

Empfehlung: https://www.facebook.com/gregor.gysi/

Samstag, 27. Mai 2017

Meißen in den Schlagzeilen

Sächsische Zeitung berichtet über ideologische Angriffe von rechts

Es geht immer noch darum, ob zum Buch "Unter Sachsen" beim Literaturfest eine Lesung im Meißner Rathaus stattfinden soll oder nicht sein darf. Da scheint es nicht wenige Leute bei CDU und AfD zu geben, die eine öffentliche Auseinandersetzung dazu scheuen wie der Teufel das Weihwasser. Andreas Graff und Ullrich Baudis (DIE LINKE.Meißen) wissen, um was es geht. Und der Aufschrei von CDU-Stadtrat Schlechte zeigt die wunde Stelle auf: "Dieses elende Belehren von euch Linken...". Sicher, es ist eine Lehre aus der Vergangenheit für die Linken. Man darf die anderen Meinungen nicht diktatorisch verbieten, man kann sie allerdings diskutieren und kritisieren. Und wenn er schlechterdings fragt, ob sie denn die letzten Wahlen nicht verfolgt hätten, da ginge es hin, fühlt man sich an uralte SED-Dogmen erinnert.

Sächsische Zeitung, Ausgabe Dresdner und Meißner Land, S. 21

Samstag, 11. Juni 2016

Rico Gebhardt zum Literaturfest in Meißen

Literatur kann weder Berge versetzen noch aktuelle Probleme lösen, aber Dialog anbieten - Herausfordern und Zeichen setzen, damit die Spirale der Enttäuschung, geschürten Ängsten, Wut und Gewalt nicht weiter wächst.

Punkt 12.00 wurde auf der Hauptbühne Markt das Literaturfest für diesen Tag mit Kirchengeläut eröffnet. Herr Michael Hametner vom MDR begrüßte Rico Gebhard unseren Landesvorsitzenden und Fraktionsvorsitzenden DIE LINKE im Sächsischen Landtag mit einem kurzen, den Lesern ansprechenden Dialog.

Trotz anspruchsvoller Arbeit in seinen Funktionen liest Rico gern, um seinen Kinder für das Lesen zu begeistern und auch selbst Entspannung in schöner Literatur zu finden. Dabei greift er auch gern einmal zu einem Krimi, verrät er seinen Zuhörern. Ja, und weshalb möchte er nun aus dem Buch von Kressmann Taylor „Adressat unbekannt“ vorlesen? Dazu sagte er: Für das heutige aktuelle Geschehen sind die interessanten Betrachtungen von Menschen und den sich vollzogenen Lebenseinstellungen in den dreißiger Jahren in Deutschland mehr als ein Anstoß zum Nachdenken. Und in der Tat die in dem Buch beschriebenen Wandlungen-Anpassungen und auch Widerstände belegen die historische Verpflichtung, dass gerade wir in Deutschland uns für den Schutz und den weiteren Ausbau der Unteilbarkeit der Menschenwürde einsetzen. Eine sehr gut gelungene Lesung, die mit Applaus von den Meißnern und auch Touristen Achtung und Anerkennung fand.
Andreas Graff

Samstag, 23. April 2016

Von nebenan

Politfrühschoppen

Einladung von 
Marion Junge, MdL

Am Sonntag haben wir den Schriftsteller Alexander Cern zu Gast beim Politfrühschoppen in Kamenz. Er wird aus seinem Buch “ Ich heiße Europa“ lesen und anschließend Fragen zum Thema beantworten. Die Veranstaltung ist öffentlich und kostenfrei.

Weitere Infos unter http://politfruehschoppen.de

Auch hier anklicken.


Freitag, 8. April 2016

Opposition im Wandel

Festschrift: 25 Jahre Linksfraktion im Sächsischen Landtag

Mit einer Einführung von Andreas Graff und Beiträgen vieler prominenter Linker, auch aus unserem Kreisverband wie z.B. Brigitte Zschoche, Harald Kühne und Ralf Eißler.

Bitte hier anklicken.






Erinnerungen und Erkenntnisse. Dokumente und Fotos.
Hier ein Beispiel: Andreas Graff 1989


Mittwoch, 18. November 2015

Gregor´s neues Buch

Ausstieg links? Eine Bilanz

Erschienen am 05.10.2015

Gregor Gysi – wie kaum ein anderer Politiker prägte er die vergangenen 25 Jahre deutscher Einheit. Schnell avancierte er vom DDR-Anwalt zum Politprofi und Talkshow-Star. Gysi wurde zunächst bewundert und gehasst, verschaffte sich Schritt für Schritt beachtliche Anerkennung im Osten und genießt nun Respekt im gesamten Land. Mit seinen Reden fasziniert er bis heute selbst politische Gegner. Nach seinem Rücktritt aus der ersten Reihe der Politik legt er nun eine erste Bilanz vor. Er spricht mit Stephan Hebel über die Reize des Westens und die DDR-Nostalgie, Sozialismus und Marktwirtschaft, Erfolge und Niederlagen seiner Partei, die bewegendsten Begegnungen und den Preis, den die Politik dem Menschen Gregor Gysi abverlangte. Ein einzigartiges Dokument deutscher politischer Zeitgeschichte.

Text: Amazon

Samstag, 10. Oktober 2015

Warum nur hat der ehrenhafte „Elder Statesman“ das nicht abgelehnt?

Literaturempfehlung:
Bitte hieranklicken
Gebhardt zu Biedenkopf-Subvention

Einem Bericht des „Spiegel“ zufolge hat der Freistaat Sachsen Steuergeld im Umfang von mehr als 300.000 Euro in zwei der drei Bände von Kurt Biedenkopfs Tagebüchern investiert. Die Staatskanzlei hat dazu die CDU-nahe Konrad-Adenauer-Stiftung mit großzügigen Zuwendungen bedacht. Dazu erklärt der Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE, Rico Gebhardt:

"Erst am Donnerstag habe ich im Landtag davon gesprochen, dass die Schamlosigkeit der neuen Staatspartei Sachsen-CDU grenzenlos ist. Die klammheimliche Subventionierung der Biedenkopf-Tagebücher bestätigt mich in dieser Auffassung. Biedenkopf ist der Hauptkonstrukteur des Sachsen-Mythos, eines Grundpfeilers der CDU-Herrschaft. Dafür will man ihn offenbar entlohnen, auf Kosten der Allgemeinheit. Die von der Staatskanzlei vorgebrachte Rechtfertigung, man wolle „aus staatspolitischem Interesse“ eine „bedeutsame Quelle“ erschließen, legitimiert ein solches Vorgehen nicht. Es ist insbesondere erklärungsbedürftig, weshalb die Adenauer-Stiftung, immerhin die zweit-finanzstärkste unter den politischen Stiftungen, die notwendigen Mittel nicht selbst aufbringen wollte. Dieser Vorgang riecht nach parteipolitischer Korruption. Wir werden Aufklärung verlangen. So viel steht allerdings bereits fest: Die Tatsache, dass Biedenkopf diese Zweckentfremdung von Steuergeld nicht verschämt zurückgewiesen, sondern dankend mitgetragen hat, kratzt am Nimbus des ehrenhaften und kultivierten „Elder Statesman“."