Orientierung

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Donnerstag, 8. November 2018

Montag, 26. Februar 2018

Alles nicht so schlimm...

Literaturempfehlungen für Professor Biedenkopf

Professor Biedenkopf und seine Frau kehren nach Dresden zurück. Immerhin besitzen sie eines der teuersten Apartments in Sachsen. Aber das sei ihnen gegönnt. Sie müssen nicht unbedingt in WBS 70 wohnen. Interessanter ist für mich seine aktuelle politische Meinung. Frage in einem SZ-Interview: Regt Sie der AfD-Erfolg auf? Antwort: "Nein. warum? Ich finde das interessant. Es belebt den politischen Diskurs... Eine Pegidaveranstaltung schadet oder gefährdet niemanden. Wenn die Leute sich für eine Stunde auf einem dafür reservierten Platz populistische Reden anhören, um danach in die Kneipe zu gehen, gefährden sie kaum unsere Demokratie." (Sächsische Zeitung, 26. Februar 20018, S. 2)
Foto: Wikipedia

Sollte sich der Altministerpräsident einmal langweilen, empfehle ich ihm u.a. folgende Lektüre:

- Patzeld, W. J.; Klose, J.: PEGIDA. Warnsignale aus Dresden. Thelem Verlag Dresden, 2016
- Klemperer, V.: LTI - Notizbuch eines Philologen. Reclam Verlag Stuttgart, 2015

Nachtrag: Vermutlich ist Kurt Biedenkopf nicht unabsichtlich gerade ans beschauliche Elbufer von Dresden gezogen. Er hat immer noch das Gefühl, dass es das Tal der Ahnungslosen sein könnte.

Sonntag, 14. Januar 2018

Gregor Gysi wird 70 (16. Januar 2018)

Gregor Gysi in Riesa im August 2014/ Foto: Rode
Alles Gute für Dein 7. Leben!

Im Epilog seiner Autobiografie, die ich mit großem Interesse verschlungen  habe, schrieb er: "Ich bin wild entschlossen, das Alter zu genießen." Aber dafür wird er sich wohl noch ein wenig Zeit lassen, wie wir ihn kennen. 

Vorgestern im Riverboot (MDR) punktete er wieder für Sympathie mit geistvoller Schlagfertigkeit. Nicht zuletzt aus seinem neuesten Buch wissen wir, dass ihm das nicht immer nur leicht fiel. Immer wieder Diffamierungen, Rotze und Flegeleien im Parlament steckt keiner so ohne weiteres weg. Und dazu die Quengeleien in der eigenen Fraktion. Um so mehr bewundere ich seine Aufrichtigkeit, seine Standhaftigkeit und seinen Intellekt, denn gerade damit hat er seinen politischen Gegnern immer wieder Paroli geboten. 

"Meine politische Arbeit habe ich stets auch als Übersetzungstätigkeit begriffen - und das nicht nur nach außen." (S. 485) Das, und eine unablässige, selbstbewusste Aktivität, sind auch wichtige Maßstäbe für mich als Linken, selbst (oder gerade dann) wenn ich manchmal zweifeln mag. 

"In meinem Alter ändert man sich nicht mehr viel, man bleibt eher, wie man ist. In meinem Falle heißt das aber auch: Ich bleibe politisch wahrnehmbar. Ältere Menschen warne ich gern davor, sich nur noch über Krankheiten zu unterhalten. Denn die Folge dessen besteht - weiß Gott - nicht darin, dass man gesünder wird." (S. 573)

Heuteabend bringt das MDR-Fernsehen eine Dokumentation zu seinem 70. Geburtstag. Da ringe ich mit mir als traditioneller Tatort-Zuschauer...
20:15 - 21:45: Gysi Porträt. Zwei Filmemacher porträtieren das Leben und Wirken des Politikers Gregor Gysi und seiner Familie.

Mittwoch, 6. Dezember 2017

Literaturempfehlung

Für die politische Bildung und die demokratische Praxis


Erstauflage 1998, aber immer noch hochaktuell (7. Auflage 2012). Mit intelligenter Polemik und beispielhafter Logik bietet uns der österreichische Philosoph Hubert Schleicher (geb. 1935) seine Methodik an, um demagogische Politiker und fundamentalistische Ideologen zu entlarven, und sich in überzeugender Weise mit ihrem Gedankengut (?) auseinanderzusetzen.

Im Vorwort heißt es:

"Dieses Buch ist keine Anleitung zur oder Durchführung von Religionskritik. Die Religion dient unseren Überlegungen nur als Beispiel. Dass keine Ideologie, Religion oder Institution ein Monopol auf Unmenschlichkeit und Fanatismus hat, versteht sich übrigens leider von selbst. Diese Pest befällt Gottlose wie Fromme."

Allerdings merkt er auch an: "Wer sich eine Sammlung von Rezepten für ein garantiert wirkungsvolles Argumentieren erwartet, wird enttäuscht."

Mit viel Interesse habe ich in seiner nicht einmal zweihundert Seiten umfassenden "Anleitung zum subversiven Denken" geschmökert. Und dabei habe ich nicht zuletzt auch an die Dresdner Pegida-Tiraden und die aggressiven Töne aus den Reihen der AFD gedacht.

In der LINKEN wird zwar immer wieder mal gefordert, dass eine Auseinandersetzung mit demokratiefeindlichen Auffassungen viel energischer und konsequenter erfolgen muss. Gute Beispiele dafür gibt es leider noch immer viel zu wenige. Auch im Kreisverband Meißen werden heiße Eisen der Argumentation nur selten angefasst. Das mag vielleicht auch daran liegen, dass in den eigenen Reihen noch deutliche Mängel in der Diskussions- und Kritikkultur zu überwinden sind. Ich habe mich immer wieder mal dazu geäußert, dass ein linkes Debattierforum, vielleicht sogar im Kreisverband Meißen, ein guter Schritt wäre. Leider stehe ich als Rufe da vor einem Wald, aus dem kaum etwas herausschallt. Man sieht es nicht zuletzt an einem solchen Blog wie diesem, dessen Posts kaum kommentiert werden. Von der Webseite des Kreisvorstandes ganz zu schweigen.

G. Dietmar Rode, Blogger

Montag, 27. November 2017

Literaturempfehlung

Für die aktuell-politische Bildung und die demokratische Praxis

Demokratietheorien. Von der Antike bis zur Gegenwart. Texte und Interpretationshilfen. Hrsg. von Peter Massing u.a., Wochenschauverlag. Schwalbach//Ts, 9. Auflage 2017


Samstag, 27. Mai 2017

Meißen in den Schlagzeilen

Sächsische Zeitung berichtet über ideologische Angriffe von rechts

Es geht immer noch darum, ob zum Buch "Unter Sachsen" beim Literaturfest eine Lesung im Meißner Rathaus stattfinden soll oder nicht sein darf. Da scheint es nicht wenige Leute bei CDU und AfD zu geben, die eine öffentliche Auseinandersetzung dazu scheuen wie der Teufel das Weihwasser. Andreas Graff und Ullrich Baudis (DIE LINKE.Meißen) wissen, um was es geht. Und der Aufschrei von CDU-Stadtrat Schlechte zeigt die wunde Stelle auf: "Dieses elende Belehren von euch Linken...". Sicher, es ist eine Lehre aus der Vergangenheit für die Linken. Man darf die anderen Meinungen nicht diktatorisch verbieten, man kann sie allerdings diskutieren und kritisieren. Und wenn er schlechterdings fragt, ob sie denn die letzten Wahlen nicht verfolgt hätten, da ginge es hin, fühlt man sich an uralte SED-Dogmen erinnert.

Sächsische Zeitung, Ausgabe Dresdner und Meißner Land, S. 21

Samstag, 25. März 2017

Linke Literatur ist in

Eindrücke und Fotos von der Leipziger Buchmesse


Fotos: G. Dietmar Rode

Die Prophezeiung, Bücher aus bedrucktem Papier würden aussterben, scheint keinesfalls zu stimmen, zumindest jetzt noch nicht. Ich hatte meine Studenten der Medieninformatik zum Besuch der Leipziger Buchmesse angestiftet, um das mit ihnen zu erleben. Und ich bin gespannt, wie sie am Montag darüber diskutieren werden. Hatte Riepl Recht, das einmal in Gebrauch geratene und bewährte Medien nie ganz aussterben werden?

Ich war selbst noch nie auf dieser Buchmesse, obwohl ich in einem Bibliothekarshaushalt groß geworden bin und mich immer noch stundenlang in Buchläden aufhalten kann. Tolle Stimmung. Leser, Schreiber und Verleger zusammen in einem riesigen Bücherberg. Viele interessierte und interessante Leute. Jostein Gaarder war da, der uns Sophies Welt geschaffen hat. Goethes Faust scheint sich eben immer noch besser in meiner vergilbten Insel-Verlag-Ausgabe von 1967 lesen zu lassen, als auf dem Kindl-Tablet. Reclam-Büchlein gibt es immer noch, die man in die Jackentasche stecken kann. Ich habe ein Buch über den Mesias Jesus geschenkt bekommen und eine Broschüre zur Frage, ob der Islam eine Bedrohung oder eine Quelle für den Frieden ist.

Am pompösen Messestand des Compact-Verlages (Ehrlicher Journalismus in Zeiten der Lüge?) habe ich mich nur kurz aufgehalten, weil ich mit AfD und Pegida nichts am Hut habe. Aber in den Ständen der linken Verlage habe ich anregende Gesprächspartner gefunden. Man müsste mal wieder Marx lesen, um ihn nach den Jahrzehnten des auch im Osten realexistierenden Kapitalismus vielleicht noch besser zu verstehen, oder Lenins "Der Imperalismus als höchstes Stadium des Kapitalismus" (vgl. die kritische Neuausgabe von Wladislaw Hedeler und Volker Külow, 2016). Linke Literatur geht gut, besser als anfangs gedacht, sagte mir ein junger Verleger aus Berlin.

Also, liebe Leute, lest mal wieder oder weiter oder noch weiter. Mir taten nach 4 Stunden vom Plempern (leipziger Sächsisch für Dahinschlendern) zwischen den Ausgabestellen menschlicher Weisheit (vielleicht nicht immer?) anschließend die Beine so weh. Ich froh war, mein Auto auf dem riesigen Parkplatz wieder gefunden zu haben. Dort habe ich ein Hörbuch eingelegt. Es war übrigens "Er ist wieder da" von Timur Vermes.

G. Dietmar Rode, Blogger und Bücherwurm

Sonntag, 12. März 2017

Nach Goldschätzen graben


Regenwürmer finden


Literaturempfehlung


Zur gestrigen Jahresberatung des Liebknecht-Kreises Sachsen in Leipzig war Thies Gleiss, einer der Autoren dieses ungewöhnlich titulierten Buches anwesend: 
"Sollen sozialistische Parteien Koalitionen mit Sozialdemokraten und Grünen eingehen? Und wenn ja, unter welchen Bedingungen? Oder sollen Regierungsämter nur übernommen werden, wenn sie zum Sturz des kapitalistischen Systems eingesetzt werden können? Oder auch gar nicht? Deutsche und internationale Autorinnen und Autoren beleuchten das Thema von historischer und aktueller Seite." (Bitte hier anklicken.) 
Für die Problematik, ob und wie DIE LINKE zum Regieren stehen sollte, warf Gleiss zunächst zwei Fragen auf:
1. Ist die Situation überhaupt reif für eine Regierungsübernahme? - bei aller Fragwürdigkeit der erforderlichen Wahlergebnisse natürlich.
Und 2. Wäre Martin Schulz, mit dem wir aktuell einen regelrechten Medien-Hype erleben, denn dazu der richtige Mann?
Zu 1. gingen die Meinungen im Kreise der Anwesenden gar nicht so weit auseinander. Sicherlich nein. Thüringen und Berlin liefern dazu noch lange nicht die erforderlichen Beispiele. 
Und zu 2. war Thies Gleiss´ Auffassung ein konsequentes Nein (Bitte auch hier anklicken.)

Thies Geiss/Foto: Rode
Die schöne Metapher des Titels könnte auf Goethe zurückgehen, der im Faust (Kapitel 4) den Philosophen sagen lässt: "Wie nur dem Kopf nicht alle Hoffnung schwindet, der immerfort an schalem Zeuge klebt, mit gier'ger Hand nach Schätzen gräbt, und froh ist, wenn er Regenwürmer findet!" Allerdings muss sich der Dichterfürst in seiner Zeit noch nicht so bewusst gewesen sein, dass die Würmer für die Fruchtbarkeit des Bodens viel wichtiger sind als große Goldschätze, meinte Gleiss.

G. Dietmar Rode
Mitglied im SprecherInnen-Rat
des LKS

Dienstag, 27. September 2016

Interessant

Reichtum ohne Gier
Bitte hier anklicken.
Literaturempfehlung

Das neue Buch von Sahra Wagenknecht

»Es ist Zeit, sich vom Kapitalismus abzuwenden«, sagt Sahra Wagenknecht. Denn der Kapitalismus ist längst nicht mehr so innovativ, wie er sich gibt. Bei der Lösung der großen Zukunftsfragen - von einer klimaverträglichen Energiewende bis zu nachhaltiger Kreislaufproduktion - kommen wir seit Jahrzehnten kaum voran. Für die Mehrheit wird das Leben nicht besser, sondern härter.

Es ist Zeit für eine kreative, innovative Wirtschaft mit kleinteiligen Strukturen, mehr Wettbewerb und funktionierenden Märkten, statt eines Wirtschaftsfeudalismus, in dem Leistung immer weniger zählt, Herkunft und Erbe dagegen immer wichtiger werden.

Sahra Wagenknecht fordert
- eine andere Verfassung des Wirtschaftseigentums,
- die Demokratisierung des Zugangs zu Kapital und
- die Entflechtung riesiger Konzerne, deren Macht fairen Wettbewerb und Demokratie zerstört.
- Talent und echte Leistung zu belohnen und Gründer mit guten Ideen ungeachtet ihrer Herkunft zu fördern.

Mit ihrem Buch eröffnet Wagenknecht eine politische Diskussion über neue Eigentumsformen und die vergessenen Ideale der Aufklärung. Sie legt eine scharfsinnige Analyse der bestehenden Wirtschaftsordnung vor und zeigt Schritte in ein demokratisch gestaltetes Gemeinwesen, das niemandem mehr erlaubt, sich zulasten anderer zu bereichern.
Portrait
Sahra Wagenknecht ist promovierte Volkswirtin, Publizistin und Politikerin, seit Oktober 2015 Vorsitzende der Linksfraktion im Deutschen Bundestag. Von 2010 bis 2014 war sie Stellvertretende Parteivorsitzende, von 2004 bis 2009 Abgeordnete im Europäischen Parlament.

Text: www.Thalia.de
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