Orientierung

Mittwoch, 29. Februar 2012

Tarifrunde Metall – ein Ende der Bescheidenheit ist angesagt!

DIE LINKE an der Seite der IG Metall 

Foto: http://www.igmetall.de/int/img/
warnstreik_ost_stahl_junger_mann.jpg
Von der Bundesarbeitsgemeinschaft Betrieb & Gewerkschaft der Partei DIE LINKE übermittelte uns Ingo Kaiser die nachfolgende Erklärung des BundessprecherInnenrates vom 29.02.2012:


Die IG Metall hat nach Diskussionen in den Betrieben ihre Tarifforderung für den Metall-und Elektrobereich mit 3,6 Millionen Beschäftigten aufgestellt. Der Vorstand empfiehlt eine Forderung von bis zu 6,5% bei 12 Monaten Laufzeit für die Zeit ab 1.4.2012. Daneben will die IG Metall die unbefristete Übernahme von Auszubildenden nach der Ausbildung zur Regel machen. Weiter geht es um „faire Bedingungen in der Leiharbeit“. Die IG Metall will gegenüber den Arbeitgebern der Metall- und Elektroindustrie durchsetzen, dass Betriebsräte, also die Interessenvertreter der Beschäftigten in den Firmen, mehr Mitbestimmungsrechte erhalten. Sie sollen darüber mitreden, ob, wo, wie lange und in welchem Umfang Leihbeschäftigte
eingesetzt werden.

Die Forderung von 6,5 % wird auch mit dem Nachholbedarf aus dem Jahr 2011 begründet, einem Jahr mit hohen Gewinnen und geringen Entgelterhöhungen. Die Forderung ist völlig gerechtfertigt, es hätten ruhig auch volle 6,5 % und nicht nur „bis zu 6,5 %“ sein dürfen, besonders wenn man auf die Betriebe schaut, die üblicherweise in den Arbeitskampf geführt werden – insbesondere den Automobilbereich und dort die Hochpreis-Autohersteller. Beim Vergleich mit den Forderungen von ver.di fällt auf, dass ver.di eine Strukturforderung zugunsten der unteren Entgeltgruppen gestellt hat, nicht aber die IG Metall.

In fast allen Veröffentlichungen wird verschwiegen, dass das Thema an der Basis durchaus diskutiert, aber von der Führung abgelehnt wurde. Auf jeden Fall ist es dringend notwendig, dass die Kaufkraft in Deutschland wieder gestärkt und die Abhängigkeit von Exporten verringert wird!

Zu begrüßen ist die Forderung nach der unbefristeten Übernahme der Auszubildenden. Anders als früher hat die Befristung ihrer Übernahme in den letzten Jahren stark um sich gegriffen, obwohl immer wieder von den bevorstehenden demographischen Problemen gesprochen wurde. Das hat die Arbeitgeber nicht dazu bewogen, sich junge qualifizierte Beschäftigte zu sichern. Auch die Forderungen zur Leiharbeit sind voll zu unterstützen. Mit erfreulicher Klarheit stellt die IG Metall in ihrem Infoservice (www.igmetall.de/cps/rde/xchg/internet/style.xsl/7426.htm) fest: „Die IG Metall müsste nicht so hart mit
Leiharbeitnehmern für sie kämpfen, wenn die Politik nicht jahrzehntelang schlecht bezahlte Leiharbeit und Heuern und Feuern tatkräftig gefördert hätte. Seit es die Hartz-Gesetze gibt, bestehen für Arbeitgeber, die Leiharbeiter einsetzen wollen, kaum mehr Barrieren. (…). Ende 1980 gab es nur 33 000 Leihbeschäftigte. 30 Jahre später, Ende 2010, waren es schon fast eine Million. (…)Wenn die Politik lauter große Steinbrocken in den Weg rollt, kann auch die beste Tarifpolitik sie nicht alle wegräumen. Die Politik muss sie selber wieder entfernen. Die IG Metall fordert Gesetze, die festlegen, dass Leiharbeitnehmer vom ersten Tag an die gleiche Bezahlung wie die Stammbeschäftigten erhalten. Außerdem soll die Einsatzzeit der Leihbeschäftigten in einem Betrieb wieder auf drei Monate beschränkt werden. Und drittens soll das Parlament wieder ein
„Synchronisationsverbot“ beschließen.“ Damals haben für die Hartz-Gesetze auch eine Reihe hauptamtlicher Gewerkschafter mit SPD-Bundestagsmandat gestimmt, gegen die Beschlüsse ihrer Gewerkschaften.

Freilich fragen sich viele GewerkschafterInnen, warum DGB, IGM und ver.di erst vor zwei Jahren die Tarifverträge mit den Leiharbeitgebern verlängert haben. Nur diese Tarifverträge stehen heute nach dem Arbeitnehmerüberlassungsgesetz einer Gleichbezahlung von Leiharbeitnehmern im Weg, nachdem die „Christlichen“ Gewerkschaften nicht mehr als Gewerkschaften anerkannt sind. Berücksichtigt werden muss auch die Lage der Beschäftigten mit Werkverträgen. Auf Werkverträge als Ersatz für Leiharbeit wird zunehmend ausgewichen. Den Beschäftigten bringt das wenig.

Nun laufen im März Verhandlungen und im April Aktionen an. Viele jüngere MetallerInnen haben noch nie einen richtigen Tarifkampf erlebt. Die Belegschaften haben oft einen tiefen Strukturwandel durchgemacht: immer mehr ArbeitnehmerInnen gehören zum Angestellten-, immer weniger zum Arbeiterbereich. Es kann spannend werden. Einen Klotz am Bein bildet, wie schon im Jahr 1984, der frühere § 116 (heute 146) im SGBIII, der Beschäftigte, die von Fernwirkungen eines Arbeitskampfs betroffen werden, ohne Schutz durch Kurzarbeitergeld dastehen lässt. Die Schröder-Regierung wollte dieses Kohl-Gesetz eigentlich korrigieren, hat es aber „vergessen“.

Es ist zu erwarten, dass die Arbeitgeber versuchen, mit einem relativ hohen Angebot einer Einmalzahlung ohne Dauerwirkung, der IG Metall den Wind aus den Segeln zu nehmen. Aber die MetallerInnen werden sich durch so eine Taktik nicht hinters Licht führen lassen.

Dienstag, 28. Februar 2012

So sehe ich Joachim Gauck

Ein Leserbrief 
von Prof. Dr. Peter Stosiek aus Görlitz,

den uns Dr. Helga Gundlach aus Radebeul schickte, weil er von der Sächsischen Zeitung noch nicht abgedruckt wurde.
Prof. Dr. Peter Stosiek
/Foto:www.tdh-online.de
"Zugegeben, er sieht gut aus mit seinem kantigen Gesucht und dem vollen, grauen Haar. Er würde in Hollywood einen Platz bekommen. Jetzt bekommt er einen in Bellevue. Und man fragt sich, ob das wohl gut sein wird für unser „un-einig Vaterland“.
Sehr zeitig hat der junge Gauck seine Prägungen bekommen hin zum Feindbild DDR und zum Vorbild Kirche. Die DDR ist vom Anfang seiner Erfahrung an ein ein Unrechtsstaat, die sozialistische Vision abwegig bis verbrecherisch, die Kirche Heimstatt und Lebensraum. Folgerichtig geht er nach der erfolgreichen Liquidierung dieses Systems in die Chefetage der professionellen Aufarbeitung von dessen Sündenregister. Jahrzehnte arbeitet er dort als Stasi-Jäger, wird zum Advocatus diaboli, dem der den Auftrag hat, das Böse in der Vergangenheit zu finden. Stasi, Stasi,Stasi. Es wäre schon fast übermenschlich anzunehmen, dass Gauck im Stande wäre irgend etwas Positives oder gar Bedenkenswertes in der „sozialistischen Vergangenheit“ bis hin zur Occupy-Bewegung der Gegenwart zu finden oder gar ein Haar in der verherrlichten demokratischen Suppe. Wer annimmt, dass mit ihm der unverstandene und missverstandene Osten ein neues Gesicht, einen Anwalt im bundesdeutschen Politik-Alltag bekommt, hat sich getäuscht.

Und noch etwas muss ich Herrn Gauck ankreiden. Nicht dem Politiker, sondern dem evangelischen Theologen. Der Christ kann eigentlich die Freiheit nicht so hoch hängen wie er. Die persönliche Freiheit, die Selbstbestimmung als Verfügungsgewalt über Zeit, Wohnsitz, Geld, ist biblisch kein hoher Wert. Im mönchischen Bereich ist es sogar ein biblisch begründetes Verdienst, auf diese Freiheit zu verzichten. Eine Gesellschaft, die mitmenschliche Liebe fördert, muss für den Christenmenschen vor der Realisierung von Freiheitswerten rangieren.
Und ein Zweites. Jeder normale evangelische Pfarrer in unserem Land, der einfach seine Frau und seine Kinder verlässt, wird „gefeuert“, mindestens muss er seine Gemeinde verlassen. Er kann auch nicht promiskuitiv mit einer anderen Frau leben, ohne zur Verantwortung gezogen zu werden. Wer als Diener der Kirche die klaren moralischen Linien dieser Kirche dauerhaft verletzt, wird der seiner sittlichen Vorbild-Funktion im Staat gerecht werden können?
Ich hätte da meine Zweifel."
P.Stosiek, 2012
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Es ist aber nicht so, dass die SZ den Abdruck  Prof. Stosieks Texten generell verweigern würde. Seine kritischen Gedanken zu der beliebten Formel vom "Unrechtsstaat DDR" wurden 2009 durchaus veröffentlicht. (anklicken!) Nur beim Thema Joachim Gauck folgt die SZ anscheinend tendenziös dem MDR.

Montag, 27. Februar 2012

Männer dürfen auch kommen

Einladung des Ortsvorstandes DIE LINKE.Meißen und des "Haus für Viele(s) e.V. zur Frauentagsfeier am Sonntag, dem 4. März 2012

http://www.piesacker.de/portraets.html
Genießt in unserem Vereinshaus in der Dresdner Straße 13 fröhliche Stunden bei Kaffee, Kuchen und mit einem Training der viel zu selten benutzten Lachmuskeln. Denn wir haben zu Eurer/Ihrer Unterhaltung die Kabarettisten "Die PIESAcker" eingeladen, und da bleibt kein Auge trocken. Auch die Männer sollten sich diesen Nachmittag nicht entgehen lassen.

Das Programm "Verfahren und Versteuert" wird speziell auf das Thema Frauentag zugeschnitten und nimmt natürlich die aktuelle Politik wieder köstlich auf die Schippe.

Einlass: 14.00 Uhr
Eröffnung und Kaffeetrinken: 14.30 Uhr
Programmstart: 15.00 Uhr

Noch mehr Rettungsringe aus Blei

Michael Schlecht, MdB – Chefvolkswirt der Fraktion und Gewerkschaftspolitischer Sprecher im Parteivorstand DIE LINKE – 27. Februar 2012

 http://de.wikipedia.org/wiki/Michael_Schlecht 
Am Montag, dem 27. Februar 2012 entscheidet der Bundestag über das zweite „Rettungspaket“ für Griechenland. Ich stimme gemeinsam mit der ganzen Fraktion DIE LINKE mit Nein!
Die vermeintliche Hilfe ist mit den schärfsten Lohn-, Renten- und Sozialkürzungen verbunden. Diese sind nicht nur unsozial, sondern Griechenland wird noch weiter in die Krise gestürzt. Die „Hilfe“ ist wie ein weiterer Rettungsring aus Blei!
Merkel erzwang im Mai 2010 mit dem ersten „Rettungspaket“ Kürzungsauflagen in Höhe von 35 Milliarden Euro. Dies waren 15 Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung. Daraufhin sackte die Wirtschaft des Landes ab; in den letzten beiden Jahren um rund zehn Prozent. Dass Griechenland so nicht auf die Beine kommt, ist offensichtlich. Die Schulden steigen statt zu sinken und die Risiken für die Steuerzahler wachsen.
Für Merkel und ihre Regierung sind diese katastrophalen Folgen jedoch kein Grund zum Umdenken. Sie ist vernagelt mit ihrer Logik „der schwäbischen Hausfrau“. Wenn ein bisschen Arsen nicht hilft, dann muss die Dosis eben verdoppelt werden. So treibt sie Griechenland und Europa immer tiefer ins Chaos.
Die griechischen Kolleginnen und Kollegen, die heute auf den Mindestlohn von 4,38 Euro angewiesen sind, müssen in Zukunft mit einem Euro weniger auskommen. Arbeitslosen, die ohnehin nur längstens ein Jahr Arbeitslosengeld beziehen, wird dies um 30 Prozent auf 322 Euro herunter gekürzt. 150.000 Beschäftige im öffentlichen Dienst sollen entlassen werden. Alles weil Merkel es so will! Und viele weitere soziale Grausamkeiten.
DIE LINKE will einen sofortigen Stopp der Lohn-, Renten- und Sozialkürzungen sowie der Massenentlassungen. Griechenland braucht vielmehr Aufbauhilfen, so wie Deutschland nach dem zweiten Weltkrieg Hilfen durch den Marshallplan erhielt.
Der sogenannte freiwillige Schuldenschnitt von 53,5 Prozent ist zu gering. In vergleichbaren Fällen lag dieser höher, bei 70 bis 80 Prozent. Mit der „Freiwilligkeit“ und der Zurückhaltung bei der Umschuldung will man den offiziellen Zahlungsausfall verhindern, der bei den Finanzzockern zu Panik und schweren Folgen in anderen krisenhaften Staaten führen würde. Diese Rücksichtnahme wäre überflüssig wenn man die Staatsfinanzierung vom Diktat der Finanzmärkte befreit. Deshalb will DIE LINKE, dass die Finanzierung der Staaten direkt durch die EZB mit ihren günstigen Zinssätzen erfolgt, vermittelt über eine öffentliche Bank.
Eine grundlegende Lösung der Eurokrise, damit auch der Lage in Griechenland wird nur möglich, wenn das deutsche Lohndumping beendet wird. Es hat Exporte befördert und Importe nach Deutschland ausgebremst. So kam es seit 2000 zu einem Exportüberschuss von 1,4 Billionen Euro. Die Kehrseite davon ist die Verschuldung der anderen Länder, vor allem in der Euro-Zone. DIE LINKE will die Binnenwirtschaft stärken und so einen ausgeglichenen Außenhandel erreichen.
Die Menschen in Griechenland, aber auch in Portugal, Spanien und Italien wehren sich gegen die ihnen aufgezwungene, unsoziale Politik. Ihnen gehört unsere Solidarität. In Deutschland ist der Widerstand gegen die Merkelsche Politik gering. Umso bedeutsamer ist ein möglichst erfolgreicher Ausgang der Tarifrunden in diesem Frühjahr. Hohe Lohnabschlüsse sind nicht nur für die Menschen hierzulande wichtig, sie sind auch ein Beitrag zur Bekämpfung der Krise in Europa!

Man kann Michael Schlecht nur Danke sagen für diese Argumentation.

Sonntag, 26. Februar 2012

"Prager Frühling" für Beate Klarsfeld


beate klarsfeld muss präsidentin werden

Unterstützt Beate Klarsfeld mit eurer Unterschrift

Von Redaktion prager frühling
Beate Klarsfeld
Mit Joachim Gauck haben Union, SPD, Grüne und FDP einen nationalliberalen Kandidaten für das Präsidentenamt nominiert. Seine zweifelhaften Äußerungen zur Integrationspolitik, zur Bewegung gegen die Finanzkrise oder etwa zur Singularität des Holocaust sind bekannt und im Internet hinlänglich dokumentiert. Die Zustimmung von CDU und FDP für Gauck ist inhaltlich
verständlich. Dagegen können SPD und Grüne nicht überzeugend erklären, weshalb sie einen Kandidaten mittragen, von dem bisher noch keine Worte für eine ökologische und soziale Reformperspektive vernommen werden konnten oder der innenpolitisch durch liberale Positionen zur Einwanderungs- oder Rechtspolitik aufgefallen wäre. Im Gegenteil. Die Anti-AKW-Bewegung stellt er auf eine Stufe mit Fremdenfeindlichkeit. Beide, so Gauck, seien “angstgesteuert”.

Es ist deshalb wichtig, eine Gegenkandidatin zu vorzuschlagen, die statt für einen unsozialen Nationalliberalismus entschieden für die soziale Demokratie und für einen überzeugenden und konsequenten Antifaschismus steht.

Freitag, 24. Februar 2012

Grundrechenarten - nach Ries oder Hartz?

Zum 10.Jahrestag von Hartz IV

Auf eine mehr als arithmetische Erinnerung des Bremer Instituts für Arbeitsmarktforschung
und Jugendberufshilfe (BIAJ) macht Kreisrat Heinz Hoffmann aufmerksam.

"In seiner Ausgabe vom 24. Juni 2002 präsentierte „Der Spiegel“ (26/2002) eine Modell­rechnung der heute vor genau 10 Jahren (22. Februar 2002) eingesetzten Hartz-Kommission. „Der Spiegel“ schrieb dazu: „ Hartz ist nicht zimperlich in seinen Vorhersagen. In drei Jahren könnte die Arbeitslosigkeit insgesamt halbiert werden, rechnet er. Für die Regierung wären die Folgen drama­tisch: Die Ausgaben der Nürnberger Bundesanstalt für Arbeitslosengeld und -hilfe könnten von heute rund 40 Milliarden Euro auf gut 13 Milliarden Euro sinken. Die Aussichten sind verlockend, nicht zuletzt für Politiker.“ (Paul M. Schröder, BIAJ)
Am 22. Februar 2002 wurde die sogenannte Hartz-Kommission mit der Erarbeitung der "Modernen Dienstleistungen am Arbeitsmarkt" beauftragt. "Nach 10 Jahren lässt sich feststellen: Das war ein schwarzer Tag für Deutschland", so Werner Schulten, im Parteivorstand der LINKEN zuständig für Sozialpolitik:
"Unter dem Deckmantel von "fordern und fördern" begannen mit der Einsetzung der Kommission unter Leitung des inzwischen rechtskräftig wegen Untreue verurteilten Peter Hartz ein in unserer Republik beispielloser  Abbau sozialer Rechte  und eine rigide Deregulierung des Arbeitsmarktes."
Eine Nachkalkulation könnte auch für andere Grundrechenaufgaben auf den unteren Ebenen, z.B. in unserem Landkreis, interessant sein. Das schließt u.a. das "Paket für Bildung und Teilhabe" sowie der "Kosten für Unterbringung" ein.
Und hier ist eine BIAJ-Kurzmitteilung zum Thema.
In der Klausurberatung unserer Kreistagsfraktion DIE LINKE am 04. Februar berichteten  uns der Landrat Arndt Steinbach, die Kämmerin Janet Putz und der Leiter des Jobcenters Meißen Hans-Richardt Würkner über den aktuellen Stand und  über die organisatorischen Abläufe. Stimmen die Zahlen? Können wir zufrieden sein? Das Protokoll mit der Wertung des Fraktionsvorstandes steht nach 3 Wochen noch aus. Bei allen Details zu den bisherigen Bemühungen, den Empfängern sozialer Leistungen ihre schwierige Situation so erträglich wie nur möglich zu gestalten, darf jedoch nicht vergessen werden, dass DIE LINKE eine generelle Position zu Hartz bezogen hat. Für sie ist Hartz IV Armut per Gesetz.:
"Das vorgebliche Ziel von Hartz IV, die Langzeiterwerbslosigkeit einzudämmen, wurde jedoch klar verfehlt. Deutschland hat, nach einem Sonderbericht der Bundesagentur für Arbeit, den höchsten Anteil an Langzeiterwerbslosen in ganz Europa.
Die Schere zwischen arm und reich klafft durch die Agenda 2010 immer weiter auseinander. Millionen Menschen sind durch Hartz IV dauerhaft aus unserer Gesellschaft ausgegrenzt, ältere Erwerbslose werden mit Kürzungen zwangsverrentet und die Kinderarmut in Deutschland sucht in Europa ihresgleichen. Nach einer Bestandsaufnahme ... im Auftrag der Europäischen Kommission lebt die Hälfte aller Obdachlosen Europas in Deutschland. 500.000 Obdachlose, eine Million von den Tafeln ernährte Menschen und laut DIW ist jedes fünfte Kind arm - aber Deutschland ist Exportweltmeister.
Die Hartz-Gesetze haben durch ihre Wirkung auf die Lohnentwicklung in Deutschland Auswirkungen auf ganz Europa..." (Schulten, a.a.O.)
 In der Präampel unseres Erfurter Parteiprogrammes heißt es deshalb nicht umsonst, dass die LINKE eintritt "...für ein Leben in sozialer Sicherheit, für eine sanktionsfreie Mindestsicherung, die Armut tatsächlich verhindert ... Hartz IV muss weg.

Heinz Hoffmann
G. Dietmar Rode

Montag, 20. Februar 2012

MDR führt Befragung durch

Ist Joachim Gauck der Richtige für das Amt des Bundespräsidenten?

Hier kann man sich beteiligen.

Aber nein! Man konnte... Gerade habe ich noch, nach Ankündigung in den Nachrichten des MDR-Fernsehens, die Ergebnisse sehen können (19:35 Uhr). Und jetzt wurde die Seite offenbar geschlossen!
Warum denn das?

Ein anderer Blogger hat Zwischenergebnisse hier festgehalten.

Zitat Frank Kopperschläger (Grafiker/Berlin) auf  facebook:
"Laut MDR wurde die Umfrage angeblich "manipuliert" - in welcher Form, dazu schweigt der MDR.Für manche ist es ja bereits Manipulation, wenn das Ergebnis nicht den Erwartungen entspricht :-D"
Mit dem MDR darüber diskutieren könnte man zum Beispiel auf MDR1 - Radio Sachsen in der Sendung "Dienstags direkt" - wie Flurfunk Dresden heute berichtet.

[Flurfunk-Zitat:] ...  heute (21.02.2012, 20 bis 23 Uhr) ein spannendes Thema und spannende Gäste. Über die Frage: “Wie viel Meinungsfreiheit verträgt die Demokratie?” streiten Frank Richter, Direktor der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung und Moderator der AG 13. Februar*, der Vizepräsidenten des Deutschen Bundestages Wolfgang Thierse und der Dresdner FDP-Vorsitzende Johannes Lohmeyer.


Die von Ihnen angeforderte Seite ist nicht verfügbar. Das kann seine Ursache unter anderem darin haben, dass die meisten Inhalte bei MDR.DE nur noch für einen bestimmten Zeitraum abrufbar sind.

Gauck aus Macht-Kalkül vorgeschlagen – wegen seiner Positionen zu Krieg, Atom und Banken für uns kaum wählbar

Foto: Rode

André Hahn zur Nominierung von Joachim Gauck als Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten 

"Der Personalvorschlag entspringt dem verzweifelten Überlebenskampf der FDP, die beim letzten Mal fast geschlossen nicht für Gauck votierte und ihn nun unbedingt haben wollte, und dem Koalitions-Kalkül der Bundeskanzlerin, die wegen der Präsidenten-Frage keine Neuwahlen riskieren mochte. Somit wurde der zuvor ausgerufene Grundsatz, parteiübergreifend in Ruhe nach einem unabhängigen Kandidaten zu suchen, gleich wieder Machtpolitik geopfert.

Ich persönlich kann mir nicht vorstellen, Herrn Gauck zu wählen: Er steht für das Ja zum Afghanistan-Krieg, für das Nein zum Atomausstieg (für ihn „Gefühlsduselei“) und für die Verspottung der legitimen Kritik am Gebaren der großen Banken und Ratingagenturen, so bezeichnete Gauck die Occupy-Bewegung als „albern“. Es bleibt das Geheimnis von SPD und GRÜNEN, wie sie mit einem Vertreter solcher Positionen das ramponierte Ansehen des Amtes des Bundespräsidenten wieder herstellen wollen. Offenbar steht auch bei ihnen die Taktik im Vordergrund: Hauptsache, der „eigene“ Kandidat“ gewinnt, egal ob er nun eigentlich rechtsliberal denkt und redet.

Die Fraktion DIE LINKE wird sich auf ihrer nächsten Fraktionssitzung im Zusammenhang mit der Nominierung der Kandidatinnen und Kandidaten für die Bundesversammlung mit dem Abstimmungsverhalten bei der Wahl des Bundespräsidenten befassen. Klar ist jedenfalls aus LINKER Sicht: Der nächste Bundespräsident muss zu Antworten auf das größte gesellschaftliche Problem, die wachsende soziale Schieflage, einen Beitrag leisten. Von Herrn Gauck war dazu bislang nichts zu hören."

Sonntag, 19. Februar 2012

Hellau!!!

Fasching macht Spaß

Das ist doch zünftig für die 5. Jahreszeit. Die Bundeskanzlerin macht bei den Vorgesprächen zur Präsidentenwahl erst einmal alles richtig, denn sie will einen parteiübergreifend akzeptablen Kandidaten aufstellen, um damit demokratische Qualität zu zeigen:

1. Sie grenzt sicherheitshalber DIE LINKE aus.
2. Schwarz und Gelb streiten sich, um die Kontinuität innerhalb ihrer Koalition aufzuzeigen.
3. Die zum Konsens bereiten Grünen und SPD bekommen gleich erst einmal die Watsche, dass der Herr Gauck nicht zur Debatte steht. Dann aber darf er doch! Ober er´s auch will?

Wenn das nicht demokratisch ist, dann "Hellau"!

P.S.: Im MDR-Fernsehen wurde heute (vor 20:00 Uhr) über eine Befragung berichtet: "Halten Sie das Amt des Bundespräsidenten für erforderlich?" Die Antwort von 93% lautete: "Nein".

MDR-Umfrage, 19.02.20112, 22:45 Uhr:
Würden Sie Joachim Gauck zum Bundespräsidenten wählen?
Ja: 51%

23:00 Uhr
Inzwischen hat sich Joachim Gauck positiv zu seiner Kandidatur geäußert. Da kann man ihm nur alle Daumen drücken, dass vielleicht doch wieder alles ins ruhige Fahrwasser kommt.

In der Sächsische Zeitung heißt es:
"Schwarz-gelbe Misstöne nach Gauck-Krimi. Die FDP sieht sich als Sieger gegen die Union bei der Durchsetzung von Joachim Gauck als Kandidat für das Bundespräsidentenamt. Die Union verspricht nicht nachzutreten - aber intern rumort es heftig."

Samstag, 18. Februar 2012

Tausende gegen "Sächsische Verhältnisse"

Für einen antifaschistischen Konsens


http://jens-thoericht.de/

Rico Gebhardt und  Jens Thöricht zur heutigen Demonstration

Am 18. Februar 2012 beteiligten sich mehr als 8.000 Menschen an der von „Dresden-nazifrei“ organisierten antifaschistischen Großdemonstration. „Unter dem Motto „Gegen Nazis – für einen antifaschistischen Konsens!“ haben viele engagierte Menschen deutlich gemacht, dass die Aussage von Sachsens Innenminister Markus Ulbig „nicht Antifaschismus sei die richtige Antwort, sondern Demokratie.“ nicht hingenommen wird. Ich bedanke mich, dass so viele Menschen intelligenter als der Innenminister sind und den Absichten der Nazis eine rote Karte zeigen.“, so das Mitglied des Vorstandes der LINKEN. Sachsen Jens Thöricht.

Der Landesvorsitzende Rico Gebhardt weiter: 

"Der heutige Tag und auch der 13. Februar haben deutlich gemacht, dass Transparenz und guter Wille seitens der Behörden viel sinnvoller sind, als im Geheimen zu agieren und Proteste unmöglich zu machen. Vielleicht konnte somit in diesem Jahr ein deutliches Zeichen gesetzt werden, nicht nur aufgrund der Anzahl vieler tausender ProtestlerInnen, wie in den nächsten Jahren agiert werden kann. Wir danken allen, die gemeinsam auf die Straße gegangen sind. Nun hoffen wir, dass die Staatsanwaltschaft zur Vernunft kommt und die unsäglichen Repressionsmaßnahmen einstellt. "

Freitag, 17. Februar 2012

Demokratie oder Postdemokratie?

Was ist denn das eigentlich?
fragt G. Dietmar Rode







Foto: www.n24.de
Christian Wulff tritt als Bundespräsident zurück. Er selbst ist natürlich nicht schuld - das sind nur die Umstände. Bundeskanzlerin Angela Merkel zollt ihm Respekt und bedauert seinen Rücktritt, nicht aber sein krasses Versagen. Und sie kündigt breiten demokratischen Konsens zur Nachfolgeregelung an. Aber DIE LINKE lädt sie von Anfang an aus. Ist das ehrenwerte Demokratie? Apropos: Gregor Gysi äußerte sich heute ausdrücklich dazu, dass ein Parteiengezänk jetzt völlig unangebracht wäre. Die anderen Parteien werden es ihm nicht glauben, weil sie selbst noch nie so gehandelt haben.

Im Newsletter der Kommission Politische Bildung (DIE LINKE) heißt es heute:
"Am heutigen Tag dürften in den Redaktionsräumen von BILD die Korken geknallt haben. Schließlich gelang es dem Leitmedium erstmals einen Bundespräsidenten „abzuschießen“. Nicht, dass der Bundespräsident a.D. Christian Wulff mit seiner Nähe zur Wirtschafts- und Gesellschaftseliten Mitleid verdienen würde. Vielmehr verweist die Causa Wulff möglicherweise auf Colin Crouchs Theorie von der Deformation der Demokratie zur Postdemokratie. Denn obgleich nach wie vor demokratische Institutionen und Rahmenbedingungen vorhanden sind, bestimmen professionelle PR-Experten die öffentlichen Debatten und setzen die entscheidenden Impulse. Der demokratische Charakter einer Gesellschaft bleibt also formal erhalten, jedoch findet die Meinungsbildung in der Postdemokratie von oben nach unten statt.
In Griechenland können die Menschen bald wählen gehen. Die großen griechischen Parteien haben aber bereits jetzt schon den Geldgebern zugesichert, dass sie ihre radikale Kürzungspolitik unabhängig von der zukünftigen Regierungskonstellation beibehalten werden. Die Einsicht in die Notwendigkeit (der globalen Märkte) kennzeichnet die Postdemokratie, nicht mehr die Willensbildung durch gesellschaftliche Mehrheiten.
Derweil kriminalisiert die Staatsanwaltschaft Dresden – auf Antrag der NPD - weiter Funktionär/innen der Partei DIE LINKE. Jüngst wurde u.a. der Bundesgeschäftsführerin Caren Lay die parlamentarische Immunität entzogen, so dass ihr Engagement gegen einen früheren Neonazi-Aufmarsch in Dresden strafrechtlich verfolgt werden kann. Das ist ein Skandal!"


Text: newsletter 19 - 17.02.2012

Auch am 18. Februar sollten Demokraten aktiv sein

http://www.sz-online.de/
nachrichten/dokumente/
grafiken/18februar.asp



















Wie sieht das die Linksjugend?




Landkreis Meißen steht an 22. Stelle von 402 in der Arbeitslosenstatistik

Kreuzworträtsel für Hobby-Soziologen in Kreistagen 


Kreisrat Heinz Hoffmann macht auf Veröffentlichungen aus dem Bremer Institut für Arbeitsmarktforschung und Jugendberufshilfe (BIAJ) aufmerksam

Aktuelle und aufschlussreiche BIAJ-Materialien zum Status "arbeitslos" der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten in den 16 Ländern und 402 Kreisen (insgesamt, Männer, Frauen, 15 bis unter 25 und 55 bis unter 65 Jahre) liegen vor:
http://biaj.de/archiv-materialien/37-texte/218-alg2-hartz-arbeitslos-nicht-arbeitslos-kreise-092011.html

Deutlich weniger als die Hälfte der Männer und Frauen im Alter von 15 bis unter 65 Jahren, die auf Arbeitslosengeld II angewiesen sind (erwerbsfähige Leistungsberechtigte; umgangssprachlich vielfach als "Langzeitarbeitslose" bezeichnet), ist arbeitslos im Sinne der amtlichen Statistik. Ein noch deutlich geringerer Anteil gilt im Sinne der amtlichen Statistik als "langzeitarbeitslos".

Die Kreisvergleiche (insgesamt; Männer; Frauen; 15 bis unter 25 Jahre; 55 bis unter 65 Jahre) zeigen unter anderem, dass der Gestaltungsspielraum bei der „Produktion von Daten zur Arbeitslosigkeit“ (im Rechtskreis SGB II) auf Kreisebene nahezu „grenzenlos“ zu sein scheint.

Quelle: www.biaj.de

Donnerstag, 16. Februar 2012

Meissen - Marke des Streits und der Uneinigkeit?

Ingo Kaiser,
Mitglied des Kreisvorstandes DIE LINKE
Foto: Rode
OB sollte seine Zurückhaltung aufgeben

Leserbrief von Ingo Kaiser

Sächsische Zeitung, 16. Februar 2012

Ingo Kaiser aus Niederlommatzsch nimmt Stellung zu Berichten zum Streit um den Namen Meißen (u.a. SZ Meißen vom 4. Februar):

"Seit geraumer Zeit beobachte ich die Vorgänge um die Porzellan-Manufaktur Meissen. Es ist mir unverständlich, wie ein Unternehmen sich den Stadtnamen „Meißen“ oder auch „Meissen“ als Markennamen schützen lassen kann. War das schon Verzweiflung wegen schlechter Absatzzahlen?

Ich bin im Ruhrgebiet in der Nähe der Bier- und Stahlstadt Dortmund aufgewachsen. Dort gab es zahlreiche Brauereien, die den Namen „Dortmund“ in ihrem Biermarkennamen hatten. Wie zum Beispiel Dortmunder Actien Brauerei (DAB), Dortmunder Union Brauerei (DUB), Dortmunder Thier Brauerei, Dortmunder Stifts Brauerei und Dortmunder Hansa Brauerei.

Es könnten sicher noch mehr Brauereien gewesen sein. Doch keine kam in der mehrhundertjährigen Brautradition auf den Gedanken, sich den Namen Dortmund als Marke schützen zu lassen. Ausschließlich die Qualität war ausschlaggebend, welches Bier seine Kunden fand.

Schon bei der Porzellan-Zerstörungs-Aktion war Oberbürgermeister Raschke sehr zurückhaltend. Er sollte nun wirklich aktiv werden, um weiteren Schaden vom Meißner Unternehmen wegen der Namensgebung abzuwenden."



Mittwoch, 15. Februar 2012

Kritik am ACTA-Abkommen

http://www.campact.de/campact/home
CAMPACT appelliert - Protest wirkt 

Das zeigte sich erneut Ende letzter Woche. Als Reaktion auf die immer lauter werdende Kritik am ACTA-Abkommen setzte die Bundesregierung seine Ratifizierung vorerst aus. Dieser internationale Vertrag gegen Produktpiraterie ordnet Meinungsfreiheit und Datenschutz im Netz einseitig den Interessen von Konzernen unter. Doch noch ist die Auseinandersetzung nicht gewonnen!
Die Regierung hat sich bisher nicht endgültig festgelegt und wartet zunächst die Abstimmung über ACTA im EU-Parlament ab. Wenn ACTA dort durchfällt, ist der Vertrag praktisch tot. Damit es auch dazu kommt, ist es wichtig, dass der Protest weitergeht. Deswegen haben wir gemeinsam mit der "Digitalen Gesellschaft" einen Online-Appell an die EU-Abgeordneten gestartet, den wir öffentlichkeitswirksam übergeben werden.


Die Zeit drängt: Schon in zwei Wochen berät der federführende Ausschuss des EU-Parlaments über ACTA. Und damit auch darüber, ob Internet-Provider künftig ermutigt werden sollen, alle unsere Aktivitäten im Netz zu überwachen und unsere Daten direkt an Konzerne weiterzuleiten. Mit einem breit getragenen Appell wollen wir die deutschen EU-Parlamentarier/innen auffordern, ACTA abzulehnen - und für ein modernes Urheberrecht zu sorgen.

ACTA wurde unter weitgehendem Ausschluss von Öffentlichkeit und Zivilgesellschaft zwischen wenigen Staaten und der Lobby der Musik- und Filmindustrie ausgehandelt. Bis heute sind entscheidende Zusatzprotokolle nicht öffentlich zugänglich und lassen daher keine Bewertung der teilweise sehr schwammigen Formulierungen im Vertragstext zu. Wir sagen: Demokratie sieht anders aus!
Ein modernes Urheberrecht darf nicht einseitig den Interessen von Konzernen dienen. Es muss sich vielmehr den Realitäten des digitalen Zeitalters anpassen und zugleich einen fairen Ausgleich zwischen den Nutzer/innen und den Kulturschaffenden gewährleisten. Hierfür ist eine gesellschaftliche Verständigung über den Umgang mit geistigem Eigentum notwendig. Erst dann macht ein internationales Abkommen zur Sicherung von Urheberrechten Sinn.

Herzlichen Glückwunsch

Foto: Rode
Unser Fraktionsmitglied Volker Thomas hat heute seinen 57. Geburtstag.

Alles Gute, Volker, wünscht Dir
Dietmar, der Blogger.

Und die Blumen sind aus meinem Vorgarten in Radebeul.

Dienstag, 14. Februar 2012

Sie kamen nicht durch!

Am Sternplatz in Sichtkontakt mit dem braunen Mob
Prominenz aus dem Bundestag:
Claudia Roth
gut geschützt durch Polizei
aus mehreren Bundesländern
fotografierte G. Dietmar Rode




André Hahn und
Kreisrat Heinz Hoffmann
mit Unterstützung aus Brandenburg: Kerstin Kaiser
Spaß muss sein
Wasserwerfer - falsch ausgerichtet

Sprechchöre: Diese Stadt hat Nazis satt!














Initiatorin der Protestkundgebung
Iris Kloppich - DGB-Vorsitzende Sachsen
Zu den erfolgreichen Protesten am gestrigen 13. Februar in Dresden erklärt
der Vorsitzende der sächsischen LINKEN, Rico Gebhardt:

"Dresden wehrt sich erfolgreich gegen Neonazis, das ist ein großartiger Erfolg aller, die am 13. Februar ein deutliches Zeichen gegen Nationalsozialismus, Rassismus und Gewalt gesetzt haben.
Endlich ist es in der Stadt gelungen, dass friedliche Proteste in "Hör- und Sichtweite" der Neonazis erzwangen, dass der Aufmarsch der etwa 1600 Neonazis deutlich verkürzt wurde.

Ich danke der Polizei, die in diesem Jahr ruhig und besonnen den Protest ermöglichte.

Umso mehr bedauere ich die Tatsache, dass noch immer hunderte Verfahren aus den Jahren 2010 und 2011 anhängig sind, die das gleich zum Ziel hatten, was gestern gelang: Dresden diese Neonazis zu ersparen."

Sonntag, 12. Februar 2012

Ein paar Gedanken zum Internet-Schmarotzertum

Eine Betrachtung - so recht für den Sonntag
gelesen bei Antje Schrupp
...
Nein, was mich in Rage bringt ist, wenn dieses „Ich schreib nichts ins Internet“ im Duktus der Überheblichkeit daher kommt, so nach dem Motto: Ich schreibe nichts ins Internet und deshalb bin ich toller und cooler als diese ganzen Deppen, die sich da vor aller Öffentlichkeit entblößen. ...


Der ganze Artikel kann hier gelesen werden.

Freitag, 10. Februar 2012

Jetzt erst recht!

Kreisvorstand DIE LINKE protestiert gegen Entscheidung des Immunitätsausschusses im Sächsischen Landtag

Caren Lay
Michael Leutert
Es ist schon ein fatales Signal, wenige Tage vor dem 13. Februar die Immunität der beiden sächsischen Linkspolitiker Caren Lay und Michael Leutert aufzuheben und den Betroffenen nicht mal die Möglichkeit einer Stellungnahme einzuräumen. 


Im Fall von Caren Lay bewegt uns diese Tatsache als Kreisverband der LINKEN aber besonders. Sie hat ein Wahlkreisbüro in Meißen und war von 2004- 2006 verantwortliche Landtagsabgeordnete der LINKEN für den Altkreis Riesa – Großenhain und hat sich in dieser Zeit sehr engagiert für die sozialen Belange in der Region eingesetzt. Wir verurteilen aufs Schärfste den Beschluss und drücken unsere Enttäuschung aus, dass auch die SPD dies mitgetragen hat. 


Für uns Meißner LINKE ist die Immunitätsaufhebung erst recht ein Grund, am kommenden Montag in Dresden Gesicht zu zeigen und uns den Rechtsextremisten in den Weg zu stellen.

i.A. des Kreisvorstandes der LINKEN Meißen:
Kerstin Lauterbach, Vorsitzende
Andreas Graff, Stellvertreter
Harald Kühne, Kreisgeschäftsführer

Demokratie heißt hinsehen und Gesicht zeigen

Der 13. Februar sollte Anlass sein, uns auch an den lokalen Initiativen im Landkreis Meißen aktiv zu beteiligen

Riesaer Appell – Online Unterzeichnen


Links: Erstunterzeichner | Onlineunterstützer | Unterzeichnen | Diskussion | Hinweis

Unterstützen Sie den Riesaer Appell (im folgenden im Wortlaut) indem Sie ihn unten unterzeichnen und den Link http://lap-rg.de/riesaer-appell/ an Freunde und Bekannte e-mailen. Oder nutzen Sie einfach den Weiterempfehlen-Button


Den „Riesaer Appell – Demokratie heißt Hinsehen und Gesicht zeigen“ eine gemeinsame Initiative der Riesaer Träger der offenen Kinder- und Jugendarbeit (Sprungbrett e.V., Outlaw gGmbH, Kulturschleuder e.V. und Freizeitinsel Riesa e.V.) unterzeichneten mittlerweile 800 Personen. Neben Privatpersonen haben auch Vereine, Institutionen und Firmen den Initiatoren des „Riesaer Appells“ ihre Unterstützung zugesichert und die bestehende Unterzeichnerliste wächst seit der Erstunterzeichnung stetig.


Und hier ist die 
Vorinformation zum UnterstützerInnentreffen des Riesaer Appells am 21.04.2012 in Riesa

Donnerstag, 9. Februar 2012

Keinen Fußbreit den Nazis - Helft mit!

Die demokratische Öffentlichkeit Dresdens wird sich am 13. Februar mit Entschiedenheit dem geplanten Naziaufmarsch entgegenstellen. Auch die Dresdner LINKE ruft auf, die Aktionen zu unterstützen:

13 Uhr - Rundgang Täterspuren des Bündnisses Dresden Nazifrei
ab Comeniusplatz
ab 12 Uhr bis 22 Uhr - Schützenplatz Dresden - Demo des Bündnisses Dresden Nazifrei -
17 Uhr - Menschenkette der Stadt Dresden. Diese soll sich um 18 Uhr schließen.
Foto: Staatsschauspiel Dresden (facebook)
ab 17:30 Uhr gibt es an verschiedenen Stellen im Stadtzentrum Informationen, wie es weitergeht. Es wird eine Demonstration in Sicht- und Hörweite des Naziaufmarsches stattfinden. Der genaue Ort kan aber erst bekannt gegeben werden, wenn die Stadtverwaltung die Route der Nazis transparent macht.
Fragt an der Menschenkette oder an den Infopunkten der Parteien (voraussichtlich Theaterplatz, Margonhaus und Postplatz nach).
Informationen gibt es auch bei:
DIE LINKE. Dresden
Ulrich Reinsch
Tel.: 0351 8583801

Keinen Fußbreit den Nazis - helft mit!!

 

Besuch der Kreistagsfraktionen im Asylbewerberheim Radebeul

Am 8.2.2012 folgten Bärbel Heym, Uta Knebel und Günter Jordan der Einladung des Beigeordneten Herrn Ulrich Zimmermann. Er hatte im Namen des Landrates Arndt Steinbach Vertreter der Fraktionen des Kreistages Meißen zur Besichtigung des Asylbewerberheimes in Radebeul eingeladen. Diese Einladung erfolgte auf Anregung der Fraktionen, die infolge der öffentlichen Darstellungen in Funk, Fernsehen und Printmedien auf mögliche Missstände aufmerksam gemacht wurden.

Am Anfang der Beratung stand eine Besichtigung des Heimes. Die Teilnehmer konnten die Gemeinschaftsräume, wie Waschküche, Toiletten, Duschräume und Küchen in Augenschein nehmen. Der technische Zustand des Gebäudes kann als gut eingestuft werden. Die Ausstattung der Gemeinschaftsräume ist auf ein Minimum beschränkt und machte jedem Besucher deutlich, dass eine Leben in einem Asylbewerberheim nur von kurzer Dauer sein sollte. Dennoch müssen die Bewohner mitunter bis zu zehn Jahren auf einen endgültigen Bescheid im Asylverfahren warten. Dass es dann mitunter auch Bewohner gibt, die eine Abschiebung erfahren, und diese fast emotionslos entgegennehmen, ist sicher auch ihrer Resignation zuzuschreiben, die auch eine Ursache in der Umgebung haben kann.

Bei der Besichtigung und durch die Darstellung seitens Herrn Pohl und Herrn Zimmermann wurden die Engpässe in der Betreuung der Asylbewerber verdeutlicht. Der Freistaat hat seine Zuschüsse seit 2000 dem notwendigen Bedarf nicht angepasst. Das setzt natürlich durchaus vorhandenen Bemühungen Grenzen.
Dennoch wurde sichtbar, dass auch in unserer Region die ordnungspolitischen Aspekte mit den menschenrechtlichen Apekten bewusster zu verbinden sind. Deshalb gilt auch für uns, Potentiale für die Sozialarbeit mit Asylsuchenden zu erschließen.

Fragen der dezentralen Unterbringung, die derzeit im Gegensatz zu rechtlichen Forderungen steht, müssen hinterfragt werden und einer landesweiten, eventuell rechtlich zu korrigierender Lösung zugeführt werden.
Ziel der Arbeit muss sein für Familien, Ehepaare ohne Kinder, Einzelpersonen mit Kind, ältere und kranke Menschen eine menschenwürdigere Umgebung zu schaffen.

Menschenwürde ist für uns keine Frage des Aufenthaltsstatus. Unser Bekenntnis zur Menschenwürde gilt für alle!

Diese Positionen haben wir sehr deutlich gegenüber dem NPD-Kreisrat Schreiber artikuliert.

Montag, 6. Februar 2012

Ich glaube nur der Statistik... (Churchill)

Dr. Pellmann (DIE LINKE) kritisiert Verfälschung der Arbeitslosen-Statistik
Allein in Sachsen über 100.000 Betroffene mehr als offiziell registriert

Zu den Antworten der Staatsregierung auf die im Zusammenhang mit der Arbeitslosenentwicklung eingereichten Kleinen Anfragen „Nichtberücksichtigung älterer Arbeitsloser in der offiziellen Statistik“ (Landtags-Drucksache 5/7843) und „Sofortiger Bezug von Arbeitslosengeld II nach Verlust des Arbeitsplatzes in Sachsen“ (Landtags-Drucksache 5/7901) erklärt der Fragesteller und sozialpolitische Sprecher der Fraktion DIE LINKE Dr. Dietmar Pellmann:

Grafik: facebook
Mit einer Reihe von Tricks wird die Zahl der Arbeitslosen auch in Sachsen geschönt. So ist die für Ende Januar ausgewiesene Zahl von 234.588 Arbeitslosen dringend korrekturbedürftig. So werden bekanntlich Arbeitssuchende mit Bildungs- und Eingliederungsmaßnahmen oder Inhaber eines 1-Euro-Jobs nicht als Arbeitslose geführt. Gleiches gilt für den nach wie vor großen Personenkreis, der unter Inkaufnahme dauerhafter Abschläge vorzeitig in die Altersrente geht. Hinzu kommen in Sachsen fast 9.000 ältere Arbeitslose (nicht berücksichtigt sind die so genannten Optionskreise), die aus der Statistik heraus manipuliert wurden. Wird dies alles berücksichtigt, so lag die eigentliche Zahl von Arbeitslosen Ende Januar in Sachsen bei ca. 350.000.

Auch die Linksfraktion begrüßt es selbstverständlich, wenn die Arbeitslosigkeit zurück geht und mehr Menschen in Sachsen eine Existenz sichernde Tätigkeit finden. Im Gegensatz zur Staatsregierung beteiligt sie sich aber nicht an Jubelgesängen. Dafür gibt es so lange keinen Grund, wie das wirkliche Ausmaß von Arbeitslosigkeit verfälscht wird. Anstatt weiterhin Beruhigungspillen zu verteilen sollte sich die Staatsregierung auf Bundesebene dafür einsetzen, dass es endlich zu einer realitätsnahen Arbeitslosenstatistik kommt.