von Dr. G. Dietmar Rode
Delegierter
Delegierter
| Kerstin Lauterbach und Uta Knebel |
| Andreas Graff und Helga Frenzel |
Im Vorfeld gab es heftige
Diskussionen. Es sollte ja ein Strategieparteitag werden. Unzufriedene aller
Kreisorganisationen vereinigt Euch! In
der Bundespartei gibt es mittlerweile mehr als drei Dutzend Zusammenschlüsse.
Über diesen Pluralismus jubelnd die Einen und die Anderen fürchten sich. Und so
gab es auch in unserem sächsischen Ländchen dreißig oder vierzig Beiträge zur
Strategiediskussion – vom Forum Demokratischer Sozialismus bis hin zum
Liebknecht-Kreis Sachsen. Wer die alle gründlich gelesen haben sollte, müsste
eine kostenfreie Therapie beantragen können.
Als Delegierter steht man meist
zwischen zwei Polen: der Familie, die ein gemeinsames Wochenende einfordert,
und der Parteibasis, die einen ja nicht umsonst dahin schickt, sollte man
meinen.
| Michaela Vogel und Heinz Hoffmann |
Die Familie ist längst einiges
gewöhnt. Die Basis ist froh, dass sich die ewig Aktiven wieder bereit erklärt
haben. Meine E-Mail- und Blog-Versuche, um mich der Basis als Delegierter in
Erinnerung zu bringen, gingen in nun schon gewohnter Weise ins Leere: keine
Antworten, keine Fragen, keine Aufträge. Heißt das volle Zufriedenheit? Nicht einmal auf den Websites des Kreisvorstandes und der Kreistagsfraktion gab es vorbereitende Beiträge. Keine Zuständigkeit? Gabriel hat sich kürzlich an seine SPD gewandt mit dem Spruch „Eine stumme
Partei ist eine dumme Partei“. So weit will ich nicht gehen, denn das wäre
ungerecht, schon allein gegenüber den fast 200 Delegierten, die sich wie immer gut
gelaunt und optimistisch trafen, diesmal in Neukieritzsch bei Leipzig, einem
scheinbar ruhigen Nest zwischen Industrieanlagen und ehemaligen Kohlegruben. Und auch die vielen Genossinnen und Genossen in den Städten und Gemeinden, die fleißig und oft viel zu unscheinbar wirken, sollten nicht vernachlässigt sein. Aber
wir sollten doch mal drüber nachdenken!
Die Strategiedeklarationen waren
inzwischen auf drei größere Beschlussvorlagen zusammengeschmolzen: dem Leitantrag
des Parteivorstandes und den alternativen Vorschlägen von Rico Gebhardt/Antje
Feiks und dem Liebknecht-Kreis. Wer hätte vorher gedacht, dass sich diese miteinander vereinen
lassen, auch wenn das formale Ergebnis noch nicht so richtig klar ist.
| Tilo Hellmann, neu im Landesvorstand und auch der neue Mann im Kreisverband? |
| Sebastian Scheel, der höchste Vertreter unseres Kreisverbandes |
Der zweite Beratungstag begann
mit einem Schock. Das Tagungsgebäude PARK ARENA war in der Nacht geschändet und unbenutzbar gemacht worden. Mehr als dreißig Glasscheiben wurden „fachgerecht“ zertrümmert. Der Schaden
beläuft sich auf geschätzte 250.000€. Was hätte man mit dieser Summe alles
besser machen können?!
Der Parteitag wurde trotzdem erfolgreich
fortgesetzt. Ein CDU-Bürgermeister entschloss sich zu tatkräftiger Hilfe. Herzlicher
Applaus. Ein gutes Zeichen, wenn auch viel zu selten. Die Terroristen werden nicht durchkommen! Demokratie muss und
kann verteidigt werden. Darüber sollten wir noch gründlicher nachdenken und uns als LINKE in die Öffentlichkeit stellen - in Freital, Heidenau, Meißen, Neukieritzsch, Großenhain und Riesa.
Dietmar, der Blogger
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