Orientierung

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Samstag, 16. August 2025

Was gebraucht wird, ist Frieden

Beim legendären Hornberger Schießen
waren Pulver und Kugeln aufgebraucht,
bevor es überhaupt zum Gefecht kam.
Trump hat das Hornberger Schießen in Anchorage verloren

Das zeigt, dass seine Strategie nicht stimmt. Und wie steht Europa da? Und wie steht die Linke dazu?

Können wir uns zunächst damit trösten, das Kommunikation nur dann erfolgreich ist, wenn sie sich fortsetzt? Die Viertelstunden-Prophezeiung des amerikanischen Alleskönners war von vornherein eine Seifenblase. Aber wie geht es nach dem 1:0 für Putin von gestern weiter. Frieden kann auf dieser Ebene schon lange nicht mehr heißen, den anderen mit immer mehr Waffen in Grund und Boden zu schmettern. Seit dem August 1945 wurden die militärischen Karten in der Welt neu gemischt. Und das zeigt sich auch im Ukraine-Krieg. Wer soll den noch gewinnen können?

Fragen für die Diskussion in den eigenen Reihen:

- Wie steht die Linke zu den USA und zur NATO?

- Wie steht sie zur Fortsetzung der Waffenlieferungen an die Ukraine?

- Wie steht sie zur Fortsetzung der Debatte für eine Friedenspolitik im Bundestag?

Donnerstag, 12. Juni 2025

Sag mir, wo Du stehst

Das "Manifest" linker Vertreter der SPD erregt große Aufmerksamkeit

Die Debatte konzenztriert sich derzeit stark auf widersprüchlich Positonen der schwarz-roten Regierung zu außen- und sicherheitspoltischen Problemen im Zusammenhang mit dem Ukrainekrieg. Heutemorgen hat sich Ralf Stegner erneut dazu in einem Fernsehinterview geäußert.

Die SPD-Linken hinter ihm fordern vor allem eine schrittweise Rückkehr zur Entspannung der Beziehungen und erneute Zusammenarbeit mit Russland, einen Stopp des Rüstungswettlaufes und die Ablehnung der Sationierung von US-Mittelstreckenraketen in Deutschland. Dabei wird nicht in Abrede gestellt, dass es sich um einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg Putins mit sinnlosen Opfern und Zerstörungen handelt.

Aber gibt es denn Alternativen zu diesem furchtbaren Krieg, wenn nicht durch Verhandlungen und Deeskalationen der militärischen Aktivitäten? Unter den gegebenen Bedingungen wird keine Seite den Krieg gewinnen können, auch wenn die öffentliche Polemik dazu sehr widersprüchlich ist.

Aus der Linken konnte ich dazu noch keine direkten aktuellen Äußerungen finden. Bisher habe ich nur von Positionen aus der BSW und der AfD gelesen. Aber es ist dringend zu erwarten, dass sich auch Vertreter der Linken in der nächsten Zeit offiziell dazu äußern. Die Partei hat sich immer vor allem als Friedenspartei erklärt und es stünde im krassen Widerspruch dazu, wenn das Schweigen anhält. Die Diskussion sollte deshalb jetzt besonders auch von der Basis her verstärkt werden. Deshalb stehe auch auch durchaus positiv  diskussionsbereit zu diesem "Manifest".

Samstag, 17. Mai 2025

Feige oder fies?

Putin ist nicht nach Istanbul gekommen

Das verstehe, wer will. Und dabei kann die Lösung wirklich nur "Schluss mit dem Krieg" sein. Dieser Krieg ist nur durch Frieden zu gewinnen... Das müsste doch mittlerweile auch der Aggressor wissen. Das gestrige Treffen war wohl nur ein weiteres Abtasten der Seiten. Am Montag will Trump mit Putin telefonieren. Wirkliche Lösungen sind nur auf dem Verhandlungsweg möglich.

Sonntag, 31. Dezember 2023

Diskussionsbeitrag: Ukraine Ende 2023

Neuer Schwung 2024?

Eberhard Holdt, Nünchritz

Das für die Ukrainer deprimierende Jahr 2023 erinnert mich an 1983. Als die Atomraketen nach Westdeutschland gebracht wurden, begann der praktische Teil des von Ronald Reagan verkündeten Totrüsten der Sowjetunion. Entgegen dem Mehrheitswillen der westdeutschen Bevölkerung – von wegen Demokratie!

Meine Kinder waren klein, ich hatte Angst. Die Spannung in der Gesellschaft war spürbar. Ich erinnere mich an wirtschaftliche Engpässe, Devisenmangel und Konflikte mit Arbeitskollegen. Das Wissen, dass der Stress auch Erkrankungen gefördert hat, bedarf keiner besonderen Geistesgabe. Jahre später fragte ich einen Kriminalisten, ob in der DDR der achtziger Jahre die Kriminalität anstieg? Jaja, ganz schön, war die Antwort. Und kann es sein, dass die allgemeine Anspannung das förderte? Ja.

Sehe ich in die Gesichter der geflohenen Ukrainer, ist es teils erkennbar, Angst, Unsicherheit, auch vorgetäuschtes Selbstbewusstsein, um nicht zu verzweifeln. Die Situation macht die Menschen krank und zerstört Familien. Kiew bettelt ständig um mehr Waffen für den schnellen Sieg. Doch die bleiben aus. Kürzlich im ZDF-Interview bestätigt Ex-NATO-General Egon Ramms, dass Russland 8-10mal mehr Artilleriemunition verschießt. Dass die ukrainische Seite die meisten Opfer hat, sagt er nicht. Die Stimmung könnte kippen, gegen die militärische „Lösung“.

Auf meine Frage nach dem Krieg antwortete mir ein Ukrainer recht wortreich, dass es ein Krieg zwischen den USA und Russland sei. Wenn Selenski Mumm hat, sollte er mal offen die Frage stellen. Wollt Ihr uns zum schnellen Sieg verhelfen oder ist uns nur die Rolle als Bauernopfer zugedacht, die Zbigniew Brzezinski 1997 in „The grand Chessboard“ formulierte? Russland auszehren oder totrüsten, sind wir nur dafür vorgesehen? Kurz nach Kriegsbeginn schnellte das Taschenbuch bei Amazon auf über 200 Euro hoch. Im Handel gab es das mal für 10 Euro.

In der Hoffnung auf baldigen Frieden, ein gutes neues Jahr 2024 für alle.

Eberhard Holt

Samstag, 8. Juli 2023

Weitere mögliche Eskalation mit schlimmen Folgen droht

Foto: Wikipedia

USA könnten Ukraine Streumunition liefern

Als Streumunition werden Raketen oder Bomben bezeichnet, die in der Luft explodieren. Dabei geben sie viele kleine Sprengkörper – sogenannte Submunition – frei, die am Boden detonieren. Dadurch können mehrere Ziele getroffen werden.

Streubomben töten und verwunden wahllos und über große Flächen hinweg. Es sind besonders heimtückische Waffen: Bis zu 40 Prozent zünden nicht beim Aufprall. Die geringste Berührung reicht dann, um sie noch nach Jahren explodieren zu lassen.

123 Staaten einschließlich Deutschland haben die Konvention gegen Streumunition unterschrieben, die seit 2010 völkerrechtlich gilt. Entscheidend geprägt wurde dieser Erfolg von der Internationalen Koalition gegen Streubomben (CMC), die 2008 einen Verbotsvertrag erreichte.

(Quelle: Google)

https://www.streubomben.de/streubomben/

https://www.youtube.com/watch?v=bdw1lrClxFQ

Freitag, 17. Februar 2023

Russische Truppen raus aus der Ukraine - Verhandlungen statt Panzer

Mitgliederbrief des Landesvorstandes

Liebe Genoss*innen,

am 24. Februar jährt sich der Beginn des völkerrechtswidrigen Angriffskrieges Russlands gegen die Ukraine. Millionen Menschen sind auf der Flucht, Hunderttausende haben bereits ihr Leben verloren. Wir stehen zum Selbstverteidigungsrecht der Ukraine und fordern den sofortigen Rückzug der russischen Truppen. Zugleich muss die Bundesregierung die Eskalationsspirale durchbrechen, es braucht zivile Alternativen zur Militarisierung und Aufrüstung, wie sie der brasilianische Präsident Lula bereits vorgeschlagen hat. Um Druck aufzubauen, müssen gezielte Sanktionen gegen Putins Machtbasis endlich konsequent genutzt werden.

Dass einige Vertreter von Bundesregierung und Medien einfach alle, die vor einer weiteren Eskalation warnen und diplomatische Initiativen fordern, öffentlich denunzieren, ist Ausdruck einer Verrohung der öffentlichen Debatte. Das schadet einer nötigen demokratischen Diskussion und dem Nachdenken über Auswege aus dem Krieg. Unsere Gesellschaft braucht mehr, nicht weniger Debatte über zivile Alternativen. Wir stehen dabei für eine Friedenspolitik, die Demokratie und Völkerrecht verpflichtet ist und sich klar gegen rechts abgrenzt.

Wir haben uns gemeinsam mit den Landesvorsitzenden und dem Parteivorstand beraten, wie wir an diesem Tag die Stimmen, die Putin stoppen wollen und für eine diplomatische Lösung und ein baldiges Ende des Krieges gegen die Ukraine eintreten, stärken können. Der Parteivorstand hat am 12. Februar 2023 und am 16. Februar 2023 beschlossen, am Wochenende um den Jahrestag zu Protesten für einen Waffenstillstand und Friedensverhandlungen, gegen den Angriffskrieg Russlands sowie gegen das Aufrüstungsprogramm der Bundesregierung aufzurufen. Vielerorts werden Kundgebungen organisiert, vielerorts schließt sich DIE LINKE demokratischen Bündnissen an und nimmt an gemeinsamen Demonstrationen zum Jahrestag teil. Dazu wollen wir euch mit Materialien unterstützen.

Weitere Materialien und Positionen findet ihr auf unserer Themenseite https://www.die-linke.de/themen/frieden/

Mit solidarischen Grüßen,
Janine Wissler, Martin Schirdewan und Tobias Bank

Montag, 13. Februar 2023

Vor Ort und online

Friedenskundgebung am 24. Februar in Leipzig


Stoppt die Eskalation! Stoppt den Krieg gegen die Ukraine!

Die Bundesregierung hat entschieden, Leopard 2-Panzer an die Ukraine zu liefern. Die ukrainische Regierung wünschte sich das. DIE LINKE lehnt Waffenlieferungen an die Ukraine ab. Der Krieg muss sofort beendet werden, Russland muss die Truppen aus der Ukraine zurückziehen. Die Ukraine hat das Recht auf Selbstverteidigung gegen den Angriff Russlands. Aber mehr Waffenlieferungen werden nicht zu einem Ende des Krieges führen – das geht nur mit Verhandlungen und Diplomatie. Stattdessen steigt die Gefahr, dass der Krieg eskaliert und sich weiter hinzieht: Mit immer mehr Toten und mit immer mehr Verwüstung. Ein langer Krieg verbraucht viel Material. Das ist gut für die Rüstungsindustrie. Für die Menschen bedeutet das: unendliches Leid. Wenn auch der größte Panzer der Welt nicht zum Sieg der Ukraine führt, was wird als Nächstes gefordert? Kampfjets? Soldat*innen? Wir sagen: Raus aus der Eskalation! Mehr Waffen schaffen keinen Frieden. Stattdessen müssen die Kriegsparteien zu Verhandlungen gedrängt werden.DIE LINKE fordert die Bundesregierung auf, keine Leopard 2-Panzer und keine schweren Waffen in die Ukraine zu liefern.
EU und Bundesregierung müssen diplomatische Initiativen starten, um aus der Logik von Krieg und Eskalation auszubrechen.
Waffenstillstandsverhandlungen müssen unter dem Dach der Vereinten Nationen beginnen.
Alle Seiten müssen garantieren, dass sie keine Atomwaffen einsetzen werden. Deutschland muss dem Atomwaffenverbotsvertrag beitreten.
Humanitäre Hilfe für die Ukraine. Die Schulden müssen erlassen werden.
Schnelle Hilfe für alle Geflüchteten. Kriegsdienstverweigerer aus Russland und der Ukraine müssen Asyl bekommen.
Die Rüstungskonzerne machen Extraprofite mit dem Krieg. Diese Profite müssen mit einer Übergewinnsteuer belegt werden!
Die EU muss ein Vermögensregister einführen, um Geldwäsche und Vermögen der russischen Oligarchen besser anzugreifen.
Militarisierung stoppen! Der Ukrainekrieg wurde bereits genutzt, um die Bundeswehr mit 100 Mrd. Euro aufzurüsten. Jetzt beginnt das Jammern über die angeblich „kaputtgesparte“ Bundeswehr erneut und im Gespräch sind 300 Mrd. Euro fürs Militär. Was für ein Wahnsinn! An die kaputtgesparten Kliniken und die maroden Schulen denkt die Bundesregierung stattdessen nicht.

DIE LINKE steht gegen Eskalation, Waffenlieferungen und Aufrüstung - für Frieden und Völkerrecht. Lasst uns gemeinsam stark machen für Verhandlung, Abrüstung und Entspannungspolitik!

Friedenskundgebung
Hybrid mit Gregor Gysi, Sören Pellmann u.a.

Freitag, 24. Februar 2023, 18:00 Uhr
kl. Wilhelm-Leuschner-Platz

Mehr Informationen zu unserer Antikriegsposition gibt es hier:

Nein zum Krieg, nein zum Völkerrechtsbruch durch Russland, für Deeskalation und Abrüstung.

Stoppt den Krieg – keine Leopard 2 Panzer in die Ukraine

Sonntag, 29. Mai 2022

Nach Frieden streben = mehr als Pazifismus

Da spricht/schreibt mir einer weitgehend nach dem Herzen

https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/in-der-ukraine-sollte-die-eu-nicht-den-usa-folgen-sondern-nach-frieden-streben-li.230237
28.5.2022


In der Ukraine sollte die EU nicht den USA folgen, sondern nach Frieden streben


"Der Westen macht sich in seinem Ukraine-Kurs viel zu abhängig von den USA. Insbesondere die Führung der EU zeigt sich als erschreckend inkompetent."


Michael von der Schulenburg


"Die Stimmung in Deutschland steht weiterhin auf Krieg. Die Diskussion um Sanktionen und Waffenlieferungen wird von Anschuldigungen russischer Kriegsverbrechen und von Meldungen ukrainischer Siege bestimmt. Für Frieden scheint da kein Platz zu sein.

Nun dominiert in Medien und Teilen der Politik auch noch der Glaube, dass dieser Krieg gegen Russland militärisch zu gewinnen sei, wenn wir nur der Ukraine schwere Waffen lieferten. Unter diesen Umständen scheinen Friedensverhandlungen mit Russland, oder wie wir gerne abwertend sagen, mit Putin, nicht nur verwerflich, sondern auch unnötig. Gerade für Europa könnte sich das als ein gefährliches Wunschdenken herausstellen..."


Zum weiterlesen obenstehenden Link benutzen.

Samstag, 5. März 2022

Was wir über die Geschichte der Ukraine wissen sollten

 Dokumentation auf ARTE:

Mit offenen Karten: Putin, die Ukraine und danach:

https://www.youtube.com/watch?v=t8mcJcyvORw

Gleiche Sicherheit für alle statt Hochrüstung und NATO-Stärkung

 Leipziger Erklärung zum Ukraine-Krieg

Ekkehard Lieberam,
Roland Wötzel (Leipzig),
Klaus Blessing (Zeuthen),
4. 3. 2022

Erstens: Es gibt kein Recht auf Krieg nach dem Völkerrecht.

Nach der UNO-Charta ist Krieg nur als „Selbstverteidigung“ (Artikel 51 UNO-Charta) zulässig. Der Krieg Russlands gegen die Ukraine ist das nicht. Er ist völkerrechtswidrig. Er ist zu verurteilen. Ein Recht auf Krieg wegen „Menschenrechtsverletzungen“ oder zum Schutz von ethnischen Minderheiten („responsibility to protect“) gibt es nicht. 

Für die Linke ist Krieg kein Instrument der Politik, weder der Friedenssicherung noch der Friedenserhaltung. Krieg ist ein barbarischer Zivilisationsbruch. Er löst die Probleme nicht, sondern verschärft sie in aller Regel. Russland hat nunmehr deutlich mehr Probleme als es vorher hatte. Alle diplomatischen Initiativen sind zu unterstützen, die auf die Beendigung des Krieges gerichtet sind. Wir empfinden tiefes Bedauern über die Opfer des Krieges und sprechen den Angehörigen der Opfer unser Mitgefühl und unsere Solidarität aus.

Zweitens: Der Krieg gegen die Ukraine hat seine Vorgeschichte:  die Negierung der Sicherheitsinteressen der Russischen Föderation durch USA und NATO.

Der Krieg Russlands ist eingebettet in eine sich schon längere Zeit andauernde Situation militanter Feindseligkeit gegen Russland. Dringliche Appelle des russischen Präsidenten zu einer konstruktiven Zusammenarbeit vor dem Deutschen Bundestag (2001) und auf der Münchener Konferenz (2007) wurden vom Westen arrogant in den Wind geschlagen. Statt Kooperation wurde Konfrontation in einem Prozess wachsender Aggressivität gegen Russland (und China) Inhalt westlicher Politik. USA und NATO haben ihr Einflussgebiet und ihr militärisches Potential nach Osten erweitert und dort mehr und mehr Angriffswaffen stationiert. Sie haben 2014 in der Ukraine ein militant  russlandfeindliches Regime an die Macht gebracht, das die Feindschaft zu Russland, den Beitritt zur NATO und die  schnelle Aufrüstung mit Nuklearwaffen zu Maximen seiner Politik machte. Dennoch ist die Feststellung richtig, dass mit dem  24. Februar 2022 eine Zeit noch größerer politischer Unsicherheiten und Gefahren begonnen hat.

Mittwoch, 2. März 2022

Einladung zur Videokonferenz gegen den Krieg in der Ukraine

An alle Mitglieder der LINKEN

Die Welt erlebt eine gefährliche Krise und einen Epochenbruch. Wie viele von euch, machen auch wir uns Sorgen um den Frieden in Europa. Die Bombenangriffe und der Einmarsch russischer Truppen in die Ukraine sind eine neue Stufe der Eskalation, die wir als Partei geschlossen kritisiert haben. Dieser völkerrechtswidrige Angriffskrieg ist durch nichts zu rechtfertigen. Wir LINKE lehnen Krieg als Mittel der Politik entschieden ab. Wir müssen uns in der neuen historischen Situation gemeinsam neu orientieren, kurz- und mittelfristige Antworten finden.

Die Ankündigung der Bundesregierung zu einem beispiellosen Aufrüstungsprogramm und die begleitende Rhetorik von Kriegsfähigkeit der Bundeswehr markiert eine gefährliche Zeitenwende. Als LINKE lehnen wir weitere Aufrüstung und das 2%-Prozent-Ziel der Nato ab. Wir stehen vor der Herausforderung, über die Ursachenzusammenhänge der jetzigen Eskalation aufzuklären und zugleich Antworten zu finden, die geeignet sind, den in der Bevölkerung vorhandenen Wunsch nach Frieden und Solidarität politisch zu stärken.

Als Partei- und Fraktionsvorsitzende laden wir daher alle Mitglieder unserer Partei zum Austausch ein. Wir wollen auch über Ideen für friedenspolitische Aktivitäten der LINKEN sprechen.

Mit solidarischen Grüßen,

Susanne Hennig-Wellsow, Janine Wissler und Amira Mohamed Ali

Damit Du an dem Austausch teilnehmen kannst, musst Du Dich vorher anmelden. Nach Deiner Anmeldung werden Dir am Freitag gegen 15.00 Uhr die Zugangsdaten zur Videokonferenz per E-Mail zugesendet. Bitte melde Dich hier an: https://www.die-linke.de/mitgliederzoom

P. S.: Die Europäische Linke organisiert eine antifaschistische Konferenz am 19. März 2022. Diese findet vor Ort in Berlin und Online statt. Gerne kannst Du Dich hier anmelden: https://www.die-linke.de/start/termine/detail/no-pasaran-konferenz-2022/

Montag, 28. Februar 2022

Solidarität mit dem ukrainischen Volk

Die Sächsische Zeitung berichtet:

- Der Meißen erwartet tausend Flüchtlinge. 
Der Meißner Landrat Ralf Hänsel ist überwältigt von der großen Welle der Hilfsbereitschaft. Auch wenn der Platz in den Asylunterkünften knapp ist, kann mit viel aktiver Solidarität gerechnet werden.

- Vereine, Privatpersonen und Kirchen planen Demos, stellen Unterkünfte zur Verfügung, sammeln Spenden.

- Ein Meißner Unternehmer fasste am Freitagabend spontan den Entschluss, an die ukrainische Grenze zu fahren, um Kriegsflüchtlinge nach Deutschland zu bringen.1.600 Kilometer Fahrtstrecke, wenig Schlaf und sehr viele Eindrücke später konnte er tatsächlich zwei Frauen aus Kiew und eine ältere Dame aus Odessa nach Coswig bringen. Der Meißner wollte ursprünglich noch den Sohn eines Freundes abholen. Doch der Student aus Kiew schaffte es nicht mehr rechtzeitig zum vereinbarten Ort.

Dienstag, 22. Februar 2022

Trotz russischer Fehlentscheidung muss es um Konfliktentschärfung und Deeskalation gehen

Der Fraktionschef der Linken im Bundestag, Dietmar Bartsch, schrieb auf Twitter:

"Die Anerkennung der 'Volksrepubliken' durch Russland ist völkerrechtswidrig, der Einmarsch russischer Truppen verletzt die Souveränität und territoriale Integrität der Ukraine. Trotz der Fehlentscheidung Russlands muss es um Konfliktentschärfung und Deeskalation gehen."

Noch in der der gestrigen kontroversen Diskussion bei "Anne Will" hatte Sahra Wagenknecht versucht darzustellen, dass Putin "kein durchgeknallter Nationalist"  sei, und dass die Eskalation an der ukrainischen Ostgrenze, d.h. vor allem in den selbst erklärten Volksrepubliken Donbas und Luhansk, auch vom starrsinnigen Kurs der USA und der NATO ausgegangen ist. Russland hätte "faktische kein Interesse", in der Ukraine ein zu marschieren. Nun scheinen sich die Vorzeichen in paradoxer Weise geändert zu haben. Putin missachtet Völkerrecht und bagatellisiert die Gefahr einer Kriegserweiterung.

Beide Seiten müssen doch erkennen, dass sie auf enger Spur und mit zunehmender Wucht aufeinander zurasen. Keiner spricht mehr von Kooperation und angemessener Reaktion.

Montag, 14. Februar 2022

Was wird nach diesem Mittwoch?

 Große Bedenken zur Lage im Osten

Oder ist erst am Aschermittwoch alles vorbei?

- Wird es am Mittwoch zu einem russischen Einmarsch kommen, wie die amerikanische CIA prognostiziert? Viele Menschen haben große Angst davor, obwohl sich der USA-Geheimdienst nicht zum ersten Mal irren (!?) würde. Die massiven Manöver sind keinesfalls ungefährlich. Inzwischen gibt es auch Nachrichten, dass ukrainische Nationalisten im Donbass-Gebiet mit brutaler Gewalt drohen. Auch das schafft weitere Konfliktmasse.

- Sollte Putin vor der militärische  Präsenz der NATO und den restriktiven Androhung der EU einknicken? Das ist kaum zu erwarten, vor allem, weil er bisher immer nur weiter in die Enge getrieben wurde. Er ist nicht allein schuld an der schwierigen Lage, die nur von beiden Seiten entflochten werden kann.

Interessante Literatur aus
längst vergangener Zeit:
Autorenkollektiv der Militär-
akademie Friedrich Engels.
Militärverlag der DDR, 1989
- Wie reagieren die leidgeprüften, friedliebenden Völker auf beiden Seiten? Ein friedliches Eiapopeia ist kaum noch zu erwarten. Aber ohne eine Politik der Entspannung und der wirtschaftlichen Zusammenarbeit wird es keine Lösungen geben. Der Ausbruch eines großen Krieges ist in unserer Zeit keine Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln mehr (Clausewitz), sondern das Ende jeder Politik und als Kernwaffenkrieg letztlich sogar eine Gefahr für das menschliche Leben insgesamt.

- Kanzler Scholz war heute in Kiew. Sein Versprechen zur schnellen Auszahlung von 150 Millionen € aus einem laufenden Kredit  und eine weitere Finanzhilfe von 150 Millionen € könnte der Ukraine besser helfen als Waffen. Nun muss er auch noch Präsident Putin klarmachen: »Wir erwarten von Russland eindeutige Schritte zur Deeskalation der Spannungen.«

G. Dietmar Rode, Blogger


 




Zitat: "Die waffentechnische Entwicklung hat mit den Kernwaffen ein Gewaltmittel hervorgebracht, das infolge seiner alles zerstörenden Wirkung untauglich ist, politische Ziele gewaltsam durchzusetzen. Die Mittel des Krieges sind damit über den Zweck des Krieges hinausgewachsen." (Gottfried Kießling, Wolfgang Scheler, S. 89)