Ein Bericht von Kreisrat Dr. G. Dietmar Rode
Bei nur 49 Befürwortern standen immerhin 34 Kreisräte
und Kreisrätinnen gegen die Verabschiedung des Kreis-Haushaltes. Die dazu
geäußerten kritischen Fragen blieben nur unzureichend beantwortet im Raum (Ferienhof Reichert,
Strehla-Altoppitzsch) stehen. Ein Antrag zur Vertagung der Entscheidung auf Dezember wurde mit knapper
Mehrheit abgewiesen.
- Warum ist die Haushaltsdiskussion so kurzfristig und ohne zweite Lesung? Ist das nicht eine Beschneidung unserer Mitwirkungsrechte? Wir wollen keine Erhöhung der Kreisumlage. (Kreisrat Gey, SPD)
- Tragen wir nicht die verfehlte Wirtschaftspolitik des Landes mit, indem wir den finanziellen Druck einfach wieder nach unten durchreichen? Das ist frustrierend. (Kreisrätin Heym, DIE LINKE)
- Ist eine Haushaltssatzung akzeptabel, deren letzte 11 Seiten (Wirtschaftspläne der kreiseigenen Unternehmen) noch leer bleiben? (Kreisrat Kroemer, Freie Wähler)
| Ferienhof Reichert, Strehla-Oppitzsch - Gastgeber der 19. Sitzung des Kreistages |
Landrat Steinbach wirkte da eher hilflos und resignierend,
indem er feststellte, dass zu wenig Geld im System sei, das aber vom Land
kommen müsse. Der Zusatz zum Beschluss, der Freistaat solle dafür
sorgen, dass die Kommunen eine ausreichende Finanzierung erhalten, verstärkte
diesen Eindruck nur noch, denn er wird kaum etwas bewirken.
Der Planungsstand und die aktualisierten finanziellen Ansätze zum
Neubau der ELBLANDKLINIKEN Riesa durch Geschäftsführer Funke waren zweifelsohne
zukunftsweisend. Jedoch wurden die erhöhten finanziellen Erfordernisse von fast zwei
Millionen Euro, die die Bedenken aus früheren Diskussionen bestätigen mögen, mehrheitlich kritiklos durchgewinkt. Wie damals bei der Entscheidung für
die Klinik in Radebeul, tauchte auch hier, unscheinbar und fast unbeachtet, der
Begriff Wahlleistungsstation wieder auf. Stößt sich denn keiner der Kreisräte daran,
dass das ein weiterer Schritt zur medizinischen Zwei-Klassen-Versorgung sein wird?
| Gegendemonstranten: Klarheit - Solidarität/Foto: Kühne |
G. Dietmar Rode
http://www.mdr.de/sachsenspiegel/video82926.html
AntwortenLöschenschöne aktion!
Als das Projekt Krankenhaus Riesa vorgestellt wurde, betrug die Investitionssumme 68 Mio. €. Schon damals schwebte auf der Skizze über dem Gebäude ein Hubschrauber. Der Beobachter dachte: aha mit Hubschrauberlandeplatz. Was ja auch logisch erscheint. Jetzt werden für die Investitionen schon 76 Mio. € veranschlagt. Darin stecken die Investition für den Hubschrauberlandeplatz und man höre: Mittel für die technische Ausrüstung. Das ist aber für die Investitionsfinanzierungsgebaren in unserem Lande so üblich. Zuerst wird mit einer moderaten Investitionssumme für Zustimmung und Begeisterung geworben, dann wird die Summe systematisch auf das notwendige Niveau angehoben. Die Kreisräte sollten mal schön aufpassen. dass sie durch Herrn Funk nicht am Nasenring durch den Kreistag geführt werden. Aber was wird nicht alles gern für das modernste Krankenhaus Europas getan.
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