Orientierung

Montag, 7. Juni 2010

Wir müssen stark sein in der Krise und alle packen mit an!" - Das neue Leitmotiv der Bundesregierung

Ruheständler müssen sich einschränken, Arbeitende sollen Lohnkürzungen akzeptieren und die Rettung der Banken steht über unserer Zukunft. Auch wir, die Jugendlichen, die Gesellschaft von morgen, sollen mit anpacken bei der Überwindung einer Krise, die keiner von uns verschuldet hat. Wenn zur Zeit gespart wird, dann zu erst im sozialen Sektor und speziell auch an alternativen Jugendzentren.

Was vor ein paar Jahren noch als Hypothese galt, ist heute das Grauen aller Sozialarbeiter. Die von CDU und FDP beschlossenen Kürzungen machen eine kompetente soziale Unterstützung für Kinder und Jugendliche, aber auch Behinderte oder Langzeitarbeitslose, praktisch unmöglich.

Ob in Meißen, Großenhain, Döbeln oder Roßwein - die Liste der betroffenen Kinder- und Jugendeinrichtungen ist zu lang, um sie hier alle aufzuzählen. Es fehlt heute schon an sozialem Engagement bei Jugendlichen.

Wie soll das Bild in drei bis vier Jahren aussehen, wenn die Förderung eines solchen Bedarfs gar nicht mehr möglich ist? Beispielsweise treffen sich im "Jugendhaus Roßwein" wöchentlich ca. 80 Kinder und Jugendliche. Unter den 16-18 Jährigen sind auch einige ehrenamtliche Mitarbeiter, die Projekte wie Konzerte gegen Rassismus organisieren oder jungen Bands eine Zukunft schenken, indem sie diese unterstützen und somit Auftritte verschaffen. Das Jugendhaus ist einer klaren Existenzgefährdung ausgesetzt. Wenn die Situation noch schlimmer wird, sind sie gezwungen Angebote in Zusammenarbeit mit Fördervereinen weg fallen zu lassen. Das bedeutet keine Hausaufgabenbetreuung oder sportliche Aktivitäten mehr. Im JH Roßwein sind nach den Kürzungen nur noch 18 Stunden Betreuung in der Woche möglich, eine Vollzeitstelle wurde gestrichen. Die Sozialarbeiterin Nora Jesswein: "Ich bin enttäuscht über das verantwortungslose und blinde Handeln der regierenden Politiker". Durch die Streichungen ist auch ihr Arbeitsplatz gefährdet. Das beeinflusst natürlich auch die finanzielle Lage ihrer eigenen Familie. Und so ergeht es tausenden SozialarbeiterInnen allein in Sachsen. Ob es später den Jugendlichen besser ergeht? Jährlich fehlt dem Zentrum ca. 3.000-4.000 €, um jungen Menschen eine Möglichkeit zur sozialen Interaktion zu geben, die sich nicht auf einen Supermarktparkplatz konzentriert. Auch in Döbeln ist das "Café Courage" durch die Abstriche gefährdet. Werden dort keine zusätzlichen finanziellen Mittel gefunden, ist auch die Zukunft des soziologischen Zentrums weiterhin unsicher.

Besonders in Meißen ist die Lage prikär. So kümmert sich besonders das offene Kinder- und Jugendhaus "KAFF", um soziale Problemfälle im Meißner Triebischtal. Oft kommen Kinder sogar dort hin, um eine warme Mahlzeit zu bekommen. Und solche Möglichkeiten werden gekürzt? Der "Offene Treff" vom Meißner Kinderschutzbund wird durch eine Kündigung jedoch gleich ganz gestrichen. Dadurch sitzen gleich mehr als 50 Kinder vor einer düsteren Zukunft. Die Streichungen ziehen in Meißen jetzt schon eine harte Bilanz. Von 33 Stellen wurden 12 wegrationalisiert.

Das sind nur einige von vielen einschneidenden Beispielen im Raum Meißen. Tatsächlich sind von den Kürzungen fast alle sozialen Einrichtungen in Deutschland, speziell für Kinder und Jugendliche, betroffen. An der Zukunft unserer Gesellschaft darf nicht gespart werden. Es kann nicht sein, dass die Bundesregierung in eine starke Zukunft starten will, indem sie der Zukunft den Nährboden nimmt. Die Jugend reflektiert die Gesellschaft in welcher sie aufwächst.

Wir, der Kreisverband Linksjugend ['solid]Meißen, werden uns an den regionalen und überregionalen Protesten beteiligen und selbst Aktionen vor Ort veranstalten -


Gegen die Vernichtung kreativer Kinder- und Jugendzentren!

Sophie Wetendorf und Tom Rumberger, Kreisverband der Linksjugend ['solid] Meißen

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