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Freitag, 10. April 2026

Statistik für die politische Diskussion

Wie sieht es mit der Arbeitslosigkeit in Sachsen und im Landkreis Meißen aus?

Gesamttrend (2000–2025)

ZeitraumTrendVeränderung
2000–2005        sehr hohe Arbeitslosigkeit    ~18 % konstant
2006–2012        starker Rückgangvon 17 % auf unter 10 %
2013–2019        stabile Niedrigphasebis 5,5 %
2020–2022        leichte Schwankungen5,6–6,1 %
2023–2025        erneuter Anstiegbis 6,9 %

Copilot 10.04.2026

Leichte Verluste bei den Erwerbstätigen 2024 in Sachsen

Medieninformation 6/2025 Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen

 Zum Beispiel Coswig:

Welche aktuellen Informationen gibt es zur Walzengießerei in Coswig?

Die Walzengießerei Coswig befindet sich seit Ende 2025 in einer Insolvenz in Eigenverwaltung. Rund 230 Beschäftigte sind betroffen. Produktion und Standort sollen nach aktuellem Stand fortgeführt werden, während ein Sanierungsplan erarbeitet wird.

  • Das Amtsgericht Dresden hat am 1. Februar 2026 das Insolvenzverfahren offiziell eröffnet.

  • Es wurde Eigenverwaltung angeordnet – die Geschäftsführung bleibt im Amt, aber unter Aufsicht eines Sachwalters.

  • Gläubiger müssen ihre Forderungen bis 17. März 2026 anmelden.

Mehrere Quellen nennen übereinstimmend folgende Ursachen:

  • hohe Energie- und Materialkosten

  • fehlende bzw. wegbrechende Aufträge

  • Seit 2017 schreibt das Unternehmen rote Zahlen

  • Innerhalb der Dihag‑Holding ist es bereits die zweite Insolvenz eines sächsischen Werks innerhalb weniger Monate (nach Stahlwerk Bösdorf Leipzig)

Die IG Metall zeigt sich vorsichtig optimistisch:
  • Eine Insolvenz bedeute nicht automatisch eine Schließung.
  • Ziel sei ein „wirtschaftlicher Neuanfang unter anderen Rahmenbedingungen“.

Wie geht es weiter?

Die Geschäftsführung und der Sachwalter arbeiten an einem Sanierungsplan, der den Fortbestand des Standorts sichern soll. Die Stadt Coswig zeigte sich überrascht, betont aber die Bedeutung des Werks als industriellen Anker der Region.

Quellen:

Copilot 10.04.2026,

https://www.mdr.de/nachrichten/sachsen/dresden/dresden-radebeul/stahlwerk-coswig-insolvenz-jobs-100.html



Donnerstag, 1. Dezember 2016

Unverändert 3,5 Millionen Erwerbslose


Zeit zu handeln statt zu tricksen 

Schlechte Meldungen kann die Bundesregierung nicht gebrauchen. Deshalb bleibt sie dabei, die Arbeitslosenzahlen schön zu rechnen. Arbeitslose, die krank sind, einen Ein-Euro-Job haben oder an Weiterbildungen teilnehmen, werden bereits seit längerem nicht als arbeitslos gezählt. Viele der Arbeitslosen, die älter als 58 sind, erscheinen nicht in der offiziellen Statistik. Im Juli 2009 kam eine weitere Ausnahme hinzu: Wenn private Arbeitsvermittler tätig werden, zählt der von ihnen betreute Arbeitslose nicht mehr als arbeitslos, obwohl er keine Arbeit hat. 

Wer die tatsächliche Arbeitslosigkeit erfassen will, muss ehrlich rechnen. Dazu sagte der damalige Arbeitsminister Olaf Scholz (SPD) am 4. Juli 2009 in der Fernsehsendung Panorama: „Alles, was an Effekten durch arbeitsmarktpolitische Maßnahmen entsteht, wird jedes Mal zusammen mit der Arbeitsmarktstatistik veröffentlicht. ... Ich glaube, dass man sich auf die Seriosität dieses Prozesses verlassen kann. Wer anders rechnen wolle, könne ja „seine Zahl veröffentlichen - und dazu ein Flugblatt drucken.“ Das tun wir gern. Hier ist die tatsächliche Zahl, die allein auf amtlichen Daten der Statistik der Bundesagentur für Arbeit beruht. Im November 2016 waren tatsächlich immer noch unverändert ca. 3,5 Millionen Menschen arbeitslos. Zeit zu handeln statt zu tricksen. 

Darüber hinaus tauchen 261.000 nicht erwerbstätige Personen – die korrigierte sogenannte stille Reserve (1) – in keiner Arbeitslosenstatistik auf, weil sie sich entmutigt vom Arbeitsmarkt zurückgezogen haben und sich nicht (mehr) als arbeitslos registrieren lassen. 

Offizielle Arbeitslosigkeit im November 2.016
2.531.975


Nicht gezählte Arbeitslose verbergen sich hinter:


Älter als 58, beziehen Arbeitslosengeld I und/oder ALG II
160.834

Ein-Euro-Jobs (Arbeitsgelegenheiten)
87.668

Förderung von Arbeitsverhältnissen (2)
2 8.041

Fremdförderung
200.959

Bundesprogramm Soziale Teilhabe am Arbeitsmarkt (3)
3 8.160

berufliche Weiterbildung
173.782

Aktivierung und berufliche Eingliederung (z. B. Vermittlung durch Dritte)
242.580

Beschäftigungszuschuss (für schwer vermittelbare Arbeitslose)
2.704

Kranke Arbeitslose (§146 SGB III)
74.866




Nicht gezählte Arbeitslose gesamt
959.594



Tatsächliche Arbeitslosigkeit im November 2016
3.491.569

Quellen: Bundesagentur für Arbeit: Arbeits- und Ausbildungsmarkt in Deutschland. Monatsbericht November 2016, Seite 68. Die dort aufgeführte Altersteilzeit sowie Gründungszuschüsse und sonstige geförderte Selbstständigkeit haben wir in der Tabelle nicht berücksichtigt. Die dort ebenfalls aufgeführten älteren Arbeitslosen, die aufgrund verschiedener rechtlicher Regelungen (§§ 428 SGB III, 65 Abs. 4 SGB II, 53a Abs. 2 SGB II u.a.) nicht als arbeitslos zählen, befinden sich in der Gruppe Älter als 58, beziehen Arbeitslosengeld I oder ALG II. 

(1) IAB Kurzbericht 20/2016 Seite 10 (stille Reserve im engeren Sinn –IAB-Prognose 2016/2017)
(2) Mit dem Gesetz zur Verbesserung der Eingliederungschancen am Arbeitsmarkt wurde zum Juli 2012 das bisherige Instrument der Arbeitsgelegenheiten in der Entgeltvariante mit den bisherigen Leistungen zur Beschäftigungsförderung zu einem neuen Instrument der Förderung von Arbeitsverhältnissen (FAV) verbunden.
(3) Mit dem Monat Mai 2016 neu in die Berichterstattung der Unterbeschäftigung aufgenommen.

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