Orientierung

Montag, 31. Oktober 2022

Wäre es an der Tagesordnung, auch in der LINKEN darüber zu debattieren?

 Die Civey-Umfrage zum Montag















Text zur Befragung (www.civey.com):

"Sahra Wagenknecht (Linke) polarisiert. Im September erhitzte sie parteiübergreifend die Gemüter, als sie der Bundesregierung vorwarf, durch Sanktionen einen Wirtschaftskrieg mit Russland „vom Zaun zu brechen.” Es folgten Hunderte Parteiaustritte. Kürzlich sprach sie bei Bild TV von dem Wunsch einer neuen Partei, „die die Politik der Regierung verändern kann".

Trotz anhaltender Dispute scheinen die Linken von ihr abhängig zu sein. Der Bild nach ist Wagenknecht derzeit die beliebteste Politikerin Deutschlands. Sollte sie die Linke verlassen, wäre die Partei der ARD zufolge „den Fraktionsstatus und damit Geld für Ressourcen und Personal los.” Denn danach könnten weitere Austritte folgen. Die nzz hält eine neue Partei aufgrund der mangelnden „Teamplayer"-Qualitäten der Gründerin indes für „unwahrscheinlich”.

Wagenknechts Beliebtheit hängt auch mit der Krisenpolitik der Bundesregierung zusammen. Der Spiegel verwies jüngst darauf, dass v.a. Geringverdienende unter den „unzureichenden Schutzmaßnahmen” und der sozialen Ungerechtigkeit leiden. Wagenknecht scheint viele daher mit ihrer direkten, gesellschaftskritischen Art abzuholen. AfD-Parteichefin Alice Weidel sprach kürzlich bei t-online von Wagenknecht als direkte Konkurrentin. Es wird vermutet, dass Wagenknecht viele Stimmen aus der AfD-Wählerschaft erhalten würde."

Eigene Anmerkungen: Am kommenden Sonnabend findet der Landesparteitag für DIE LINKE.Sachsen in Kamenz statt. Wird eine solche Frage dort auch ein Rolle spielen? Sich auf die Seite von Sahra Wagenknecht zu stellen, auch wenn man auf Widersprüche und Irrungen verweist, ist nicht leicht. Leider ist das Wort "Querdenkern" negativ belegt durch eine Bewegung, die vieles aus Prinzip in Frage stellt, und deshalb eher zum "verqueren Denken" tendiert. Aber dieses Andersdenken von Sahra Wagenknecht ist etwas völlig Anderes, nämlich die Diskussion gegen eingetretene Dogmatisierungen und Ignoranz in den eigenen Reihen. Ohne ihre Bücher gelesen zu haben und ohne sich gründlicher mit ihren Gedanken auseinander zu setzen wird sie leider von vielen in die Ecke gestellt. Aber sie gehört in die Mitte des linken Disputs innerhalb und außerhalb dieser Partei. Auch die Diskussion zu den Thesen von Ekkehard Lieberam (jw 28.10.2022, vgl. Leserbriefe im Anhang) zeigt, dass die Bedürfnisse und Fähigkeiten dazu längst nicht verloren gegangen sind: https://www.jungewelt.de/artikel/437539.linksopportunismus-gegen-die-wand.html

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