Orientierung

Samstag, 1. Dezember 2012

Umgang mit HIV-Positiven von irrationalen Ängsten befreien – Aids-Prävention in Sachsen weiter fördern


Anlässlich des heutigen Welt-Aids-Tages
erklärt Kerstin Lauterbach,
die gesundheitspolitische Sprecherin 
der Fraktion DIE LINKE im Sächsischen Landtag:

Kerstin Lauterbach im Landtag am 03.10.2012
(links: Dr. Edith Franke, MdL)/Foto: Rode
Wir dürfen HIV und Aids nicht vergessen, denn weltweit leben 34 Millionen mit HIV/Aids, in Deutschland sind es 78 000 Menschen, in Sachsen nach Angaben des Robert-Koch-Instituts ca. 2 000. Hinzugekommen sind 2012 weitere 230 Neuerkrankungen. Zwar sank in den letzten Jahren das öffentliche Interesse an Aids, aber das Thema Aids ist nach wie vor aktuell. Der medizinische Fortschritt hat Aids in den letzten Jahren den Schrecken genommen. Viele Menschen in Deutschland werden mit der Krankheit alt. Doch wie akzeptiert sind HIV-Positive?

Deshalb ist das Motto des Tages „Positiv zusammenleben“ gut gewählt. Natürlich muss über Prävention gesprochen und vor allem gehandelt werden. Auch ist die Möglichkeit der anonymen und kostenlosen Tests auf HIV als eine wirksame Methode des öffentlichen Gesundheitsdienstes auf jeden Fall beizubehalten, und doch gibt es immer wieder Versuche seitens der Staatsregierung, zum Beispiel die Arbeit der vier bestehenden Aids-Hilfevereine in Sachsen zu beschränken. So gehören Schulveranstaltungen, Multiplikatoren-Schulungen, die Betreuung von Infoständen, Streetwork und aufsuchende Sozialarbeit bei Prostituierten zu den Maßnahmen der Aids-Vorbeugung. Dies alles muss ausfinanziert sein. Der neue Doppelhaushalt 2013/14 in Kombination mit den knappen Kassen der Kommunen bleibt bei kleinen Schritten.

Ich begrüße deshalb alle positiven Ansätze. So initiiert das Gesundheitsamt Dresden zum Beispiel eine Kampagne mittels einer Postkartenaktion mit dem provokativen Titel „Kein Sex - kein Aids!“. Es verfolgt dabei das Ziel, keine Ängste zu schüren und mit Verboten zu arbeiten, denn die Botschaften richten sich an ein sehr privates und intimes Geschehen. Jede Frau und jeder Mann muss selbst die Verantwortung für das eigene Tun übernehmen. Die wichtigste Aufgabe von Prävention ist, auf diese Eigenverantwortung aufmerksam zu machen. – In Leipzig wurde das Thema „HIV und Arbeitswelt“ gewählt, denn der Umgang mit HIV-positiven Menschen im Arbeitsalltag ist noch immer von irrationalen Ängsten der Kollegen und Vorgesetzten bestimmt. Dabei können Menschen mit einer HIV-Infektion fast uneingeschränkt in allen Berufen arbeiten. 

Ich verurteile auf Schärfste die in Sachsen-Anhalt geplanten Zwangstests auf Hepatitis- und HIV-Infektionen bei sogenannten Risikogruppen. Ein solches Vorgehen ist diskriminierend, über die gesundheitspolitische Unsinnigkeit möchte ich gar nicht erst nachdenken.

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