Kommunen und Freistaat stehen im Widerspruch
meint Kreisrat Dr. G. Dietmar Rode
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| Lehrer Lämpels Ende? Grafik aus: Wilhelm Busch. Max und Moritz |
Der neue Schulnetzplan ist eine gute kommunalpolitische
Voraussetzung dafür, dass gewachsene Strukturen im Landkreis erhalten bleiben
und sich weiter entwickeln können.
Sie ist vor unter den gegebenen und zu
erwartenden demografischen Entwicklungen als grundsätzlich anzusehen.
Deshalb hat es auch DIE LINKE im Kreistag
begrüßt, dass die 48 Grund- und 23
Mittelschulen, 9 Gymnasien und 9 Förderschulen wenigstens bis 2020 erhalten
bleiben sollen. Dort gibt es Konsens mit
den anderen Fraktionen des Kreistages und da setzt sich auch die Fraktion DIE
LINKE konsequent ein.
Was sich allerdings auf Landesebene in der Bildungspolitik
abspielt ist eine völlig andere Betrachtungsebene. Gerade dort werden aber seit
längerer Zeit Widersprüche und Gefahren sichtbar, die sich in der kommunalen
Schulpolitik schmerzhaft niederschlagen.
In ihrer Internetpräsenz scheint die CDU unseres Landkreises
das jedoch nicht zu verstehen, denn sie bricht in hellen Jubel darüber aus, dass
für das neue Schuljahr durch die Landespolitik alles bestens abgesichert wäre. Aber
es fehlen Nachwuchslehrer, es fallen unverantwortlich viele Stunden aus, es
gibt nicht genügend Finanzen für die erforderlichen Investitionen zur
Schulmodernisierung, für die Inklusion behinderter Kinder fehlen
nach wie vor die gesetzlichen Grundlagen … Aber das scheint für die Meißner CDU
alles keine Rolle zu spielen. Und die zusätzlichen Forderungen der Opposition im
Landtag werden als „unbezahlbar und populistisch“ bezeichnet.
Selbst nach Ansicht des Bildungsexperten der CDU Landtagsfraktion, Thomas Colditz, ist auch mit der Ernennung von Brunhild Kurth zur neuen sächsischen Kultusministerin keines der drängenden Probleme gelöst.
Dresden. CDU-Bildungspolitiker machen dem sächsischen Finanzministerium Druck: Nach einer internen Studie der CDU-Landtagsfraktion droht aufgrund des Lehrermangels im kommenden Schuljahr ein drastischer Anstieg des Unterrichtsausfalls.
Die Leipziger Volkszeitung hat dieser Tage Berechnungen der Arbeitskreises "Schule und Sport" der CDU-Landtagsfraktion veröffentlicht. Danach kann einem himmelangst werden.
Einige Fakten daraus:
Die Leipziger Volkszeitung hat dieser Tage Berechnungen der Arbeitskreises "Schule und Sport" der CDU-Landtagsfraktion veröffentlicht. Danach kann einem himmelangst werden.
Einige Fakten daraus:
Im vorigen Schuljahr betrug der Unterrichtsausfall betrug demnach 3,6 Prozent. Derzeit liegt er bei 4,3 Prozent. 0,6 Prozent als "planmäßiger Ausfall" bezeichnet, weil kein Lehrpersonal für die Unterrichtsstunden verfügbar ist. Und man rechnet dort mit einem Anstieg auf 2,9 Prozent - Fehlstunden durch Krankheit sind da noch nicht mitgezählt.
591 Stellen werden am Ende des Schuljahres frei. Die Studie gibt jedoch einen Verlust an aktivem Arbeitsvermögen in Höhe von ca. 852 Stellen an. Aufgrund des Bildungspakets der Landesregierung stehen dem nur 300 Neueinstellungen gegenüber, d.h. ein Minus von 552Stellen.
591 Stellen werden am Ende des Schuljahres frei. Die Studie gibt jedoch einen Verlust an aktivem Arbeitsvermögen in Höhe von ca. 852 Stellen an. Aufgrund des Bildungspakets der Landesregierung stehen dem nur 300 Neueinstellungen gegenüber, d.h. ein Minus von 552Stellen.
Der laufende Staatshaushalt weist 27.595 Lehrerstellen aus. Das "aktive und unterrichtswirksame Arbeitsvermögen" der Lehrer an Sachsens Schulen liegt nach den Berechnungen aber nur bei 26397 Stellen. Die Differenz entsteht vor allem durch die Altersteilzeit-Regelung, in die viele Pädagogen bald eintreten. Ab September werden aber etwa 700 Schüler mehr in den sächsischen Schulen lernen.
Die Forderung der Opposition im Sächsische Landtag umfasst 850 zusätzliche Lehrerstellen. In der CDU spricht man von einer Einigung bei maximal 800.
Die Forderung der Opposition im Sächsische Landtag umfasst 850 zusätzliche Lehrerstellen. In der CDU spricht man von einer Einigung bei maximal 800.
Sind diese Zahlen auch der Meißner CDU bekannt? Und welche Konsequenzen ergeben sich daraus für unseren Landkreis? Das laufende Schuljahr ist bald vorbei und für die
Vorbereitung des neuen wird die Zeit immer knapper. Wir müssen deshalb in aller
Konsequenz fragen, wie der tatsächlich Stand auf Landes- und auf Kommunalebene ist
und vor welchen konkreten Problemen die Schulträger stehen.
Dr. G. Dietmar Rode
Mitglied im Bildungs- und Sozialausschuss

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