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Samstag, 6. August 2022

Atombomben für das Ende des Krieges?

https://de.wikipedia.org/wiki/
Atombombenabw%C3%BCrfe_auf_
Hiroshima_und_Nagasaki#/media/
Datei:Atomic_cloud_over_Hiroshima_-_
NARA_542192_-_Edit.jpg
Im Gedenken an Hiroshima und Nagasaki mit Blick auf die Gegenwart

Am 6. August und 9. August 1945 wurden aus amerikanischen Bombenflugzeugen Atomwaffen auf die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki abgeworfen.

Sie töteten insgesamt ca. 100.000 Menschen sofort – fast ausschließlich Zivilisten und von der japanischen Armee verschleppte Zwangsarbeiter, nicht etwa Truppenkonzentrationen oder tatsächliche Rüstungszentren. In der Folge starben bis Ende 1945 weitere 130.000 Menschen. In den nächsten Jahren kamen noch Tausende hinzu.

https://de.wikipedia.org/wiki/Atombombenabw%C3%BCrfe_auf_Hiroshima_und_Nagasaki

Die militärischen und politischen Erfordernisse im Zusammenhang mit der Kapitulation des kaiserlichen Japans und der Beendigung des 2. Weltkrieges in Asien sind bis heute umstritten. Aber eins wird zunehmend klar: Der Charakter der Kriege in Gegenwart und Zukunft hat sich grundlegend verändert, insbesondere dadurch, dass weitere militärische Mächte in den Besitz von Massenvernichtungsmitteln mit nie geahnter Größe und Gefährlichkeit gekommen sind. Es wird als Overkill bezeichnet, wenn sich potenzielle Kriegsgegner gegenüberstehen stehen, deren jeweilige Vernichtungskapazitäten ein Mehrfaches der "Erfordernisse" umfassen. Seit Jahrzehnten kommt es demnach nur noch darauf an, "wer zuerst auf den Knopf drückt"! Und die Gefahren, die daraus erwachsen können, werden auch durch die sogenannten, Abschreckungsstrategie nicht gemindert, und auch wenn seit 77 Jahren keine weiteren Atombomben gefallen sind. Kriege auf einer solchen Ebene werden nicht mehr beherrschbar und schon gar nicht gewinnbar sein. Sie wären nicht mehr die Fortsetzung der Politik, sondern ihr grundsätzliches Ende im Chaos. In Japan ging 1945 die Atomzerstörung nur von einer Seite aus. Kaiser Hirohito und seine Militärs mussten sich der Übermacht beugen. Heute sind die Möglichkeiten und Dimensionen ungleich größer.

Betrachten wir den gegenwärtigen Krieg in der Ukraine müssen wir feststellen, dass er eingebettet ist in ein kompliziertes Geflecht von konträren Interessen, in dem sich auch mehrere kernwaffenbesitzende Staaten befinden. Wer unter solchen Bedingungen einen Krieg überhaupt beginnt, ist primär schuldig, denn er riskiert die frühere oder spätere Ausweitung zu einem Raketen-Kernwaffen-Krieg. Dieser grundsätzliche Aspekt für die Führung eines solchen Krieges, darf aber von keiner Seite vergessen werden. Das war bereits zum Ende des kalten Krieges eine entscheidende Erkenntnis. (vgl. Gorbatschow, M.: Umgestaltung und neues Denken, Berlin 1988, S. S. 178 f.). Und heute müsste sie aktueller denn je sein, ob wir das wollen oder nicht. 

Eine Lösung kann nur in Verhandlungen für einen Frieden zu erreichen sein, so illusionär das auch manchem jetzt noch klingen mag. Die Fortsetzung des Krieges bis zur ausreichenden Position der Stärke einer Seite bringt das Gegenteil. Von der bereits sichtbaren und spürbaren Ausweitung auf Wirtschaft und Energieversorgung, Umwelt und Weltbevölkerung noch ganz zu schweigen. Hier ist strategische Systemverständigung gefragt, die das Recht des ukrainischen Volkes auf Selbstverteidigung, aber auch das Ende seiner unsäglichen Opfer und Verluste einschließt. Die Antwort kann nur Frieden heißen.


Dienstag, 26. Juni 2018

70. Jahrestag der Berliner Luftbrücke

Geschichtsbetrachtung ist letztlich eine Frage des Standpunktes
"Rosinenbomber"/Foto: wikia 


"Die Luftbrücke war die Antwort der West-Alliierten auf die sowjetische Blockade Berlins. Flugzeuge hatten die West-Berliner Bevölkerung fast ein Jahr lang aus der Luft mit dem Lebensnotwendigen versorgt. Offizieller Beginn war der 26. Juni 1948."(vgl. http://www.faz.net/aktuell/politik/70-jahre-luftbruecke-als-die-bomber-rosinen-abwarfen-15659900.html)

Man könnte/soll denken, dass die sowjetische Besatzungsmacht einseitig eine gefährliche Blockade der westliche Besatzungsektoren Berlins herbeigeführt hatte. Daraufhin entschlossen sich sich die Amerikaner zu einem solidarischen Akt, der Luftbrücke, was heute als Beginn der Amerikanisch-deutschen Freundschaft bezeichnet wird. Die Legende von den "Rosinenbombern", welche die Bevölkerung Westberlins versorgten, ist allerdings etwas komplizierter, als sich aus Lieschen Müllers Sicht - hier die Guten, dort die Bösen -
verstehen lässt.

Bis zum Sommer 1948 waren die Reichsmark und die Rentenmark (1:1) Zahlungsmittel in allen Teilen Deutschlands, mit allen finanzpolitischen Problemen und Verwerfungen der Nachkriegszeit. Spätestens seit 1947 wurde für die westlichen Besatzungszonen eine Währungsreform angedacht, wobei auch durch die sowjetische Militäradministration in ihrer Besatzungszone nach Alternativen gesucht werden musste. Geld regiert bekanntlich die Welt, und zuerst teilt es sie auch. Marshall-Plan und Währungsreform schufen völlig ungleiche Bedingungen im Nachkriegsdeutschland. Der Westen war selbst nach dem Krieg insgesamt reich, während die Sowjetunion unter den schlimmsten Kriegsverlusten leben musste, die man sich vorstellen kann.


Die Währungsreform von 1948 trat am 20. Juni 1948 in den drei westlichen Besatzungszonen in Kraft und damit wurde die Deutsche Mark ab 21. Juni gesetzliches Zahlungsmittel, und das auch für die westlichen Sektoren Berlins. Sie gehört zu den bedeutendsten wirtschaftspolitischen Maßnahmen der deutschen Nachkriegsgeschichte, die maßgeblich zur Spaltung Deutschlands beitrugen. Die durchaus nachvollziehbare Reaktion der Sowjetunion war die Blockade Westberlins. Sie fühlte sich ausgespielt. Mitten in ihrem Besatzungsterritorium entstand eine neue Wirtschaftseinheit. No go! Im nachfolgenden Kalten Krieg sollten solche Reaktionen typisch werden: Gründung zweier deutscher Staaten, militärische Aufrüstung und Blockbildung usw. Wer diese Dialektik vernachlässigt, kommt zu falschen Aussagen. Ursachen und Wirken dürfen nicht verwechselt werden.

G. Dietmar Rode
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