Vom 13. bis 26. September 2022 sind alle Mitglieder der Partei DIE LINKE aufgerufen, über die Aufnahme eines »Bedingungslosen Grundeinkommens« (BGE) in die Programmatik der Partei DIE LINKE zu entscheiden.
In unserem Grundsatzprogramm, dem »Erfurter Programm«, haben wir uns klar gegen Sozialabbau und für einen Sozialstaat, der vor Armut schützt und Aufstiegsperspektiven schafft, positioniert. Unser Modell eines Sozialstaats ist zugleich für alle da, unabhängig von Herkunft, Alter, Geschlecht oder Staatsangehörigkeit. Er soll immer vor Armut schützen und umfassende Teilhabe sichern. Diese Teilhabe ist Teil einer demokratischen Gesellschaft.
https://www.die-linke.de/partei/parteidemokratie/mitgliederentscheid/
Das klar formulierte Informationspapier beinhaltet die Anleitung für den Rückversand (per Post), die Formalien des Mitgliederentscheides und die Gegenüberstellung von Pro- und Contra-Argumenten.
Ich habe mich dafür entschieden, weil ich der Auffassung bin, dass gesellschaftliche Arbeit, gerechte Bedürfnisbefriedigung und freiheitliche Entwicklung aller Menschen grundsätzliche programmatische linke Themen sind. Die Widersprüche der Gegenwart zeigen, dass Denken und Handeln für die Zukunft weitergehen müssen. Dieser Kapitalismus kann nicht die endgültige Zukunft der Menschheit sein.
Da ich selbst 72 Jahre alt und nach wie vor als Dozent an zwei Hochschulen tätig bin, weiß ich wohl, worüber ich rede. Arbeit darf nicht ausschließlich Zwang sein. Jeder muss das für sich entscheiden; nach seinen Fähigkeiten und einen Bedürfnissen. Deshalb kann auch jeder faulenzen wenn er es will. Ich arbeitet noch gern und es macht mich glücklich, weiter nützlich zu sein. Die einen können und wollen das, und die anderen eben nicht.
Interessant finde ich, wie die Linksjugend, also linke Vertreter der Zukunftsgeneration darüber denkt:
"BGE als Transformationsprojekt
Dieses Umdenken, weg von Lohnarbeit kommt nun mal nicht von heute auf morgen. Die linksjugend [‘solid] Sachsen fordert die Einführung eines solidarisch finanzierten Bedingungslosen Grundeinkommens (in Folge: BGE). Das heißt, dass alle Menschen einen existenzsichernden Grundbetrag ausgezahlt bekommen, sich also Miete und was zur Daseinsvorsorge gehört leisten können, plus ein wenig Geld, für „sich mal gönnen“. – Luxus für alle sozusagen. Das führt dazu, dass sie sich nicht mehr in den Zwang der Lohnarbeit begeben müssen, sondern abgesichert sind. Also auch Zeit für andere Sachen haben, für die sie vorher keine hatten. Eben Garten pflegen, Kiddies trainieren, politische Arbeit machen, rundum: sinnvolle gesellschaftliche Arbeit verrichten. Alle, die sich oben drauf noch etwas verdienen wollen, sollen das tun. Nun kommt aus vielen Richtungen oftmals Kritik. Die einen sagen, damit lebe man* aber noch nicht im Kommunismus. Joa, stimmt. Dennoch sehen wir im BGE eine Möglichkeit, welche einen Transformationsprozess heraus aus einer kapitalistischen Gesellschaft und Produktion anleiten kann. Menschen denken über den Begriff der Arbeit nach und haben vor allem auch die Chance dazu, der Lohnarbeit zu entfliehen und Zeit für anderes haben. Außerdem kann ein BGE eine urlinke Forderung, nämlich der nach Umverteilung, mitdenken. Eine solidarische Finanzierungsmöglichkeit ist, dass Vielverdiener_innen mehr Steuern zahlen, welche in die Finanzierung des BGE fließen. Daher fordern wir auch die Wiedereinführung der Vermögenssteuer und die Anhebung des Spitzensteuersatzes. Sachsen soll sich überall da, wo es bundespolitisch Einfluss nehmen kann, besonders im Bundesrat, für ein solidarisches Bedingungsloses Grundeinkommen einsetzen."
https://www.linksjugend-sachsen.de/grundsatzposition-zukunft-der-arbeit/






