Für eine Linkspartei, die diesen Namen verdient - Mit einem Blick nach SachsenVolker Külow und Ekkehard Lieberam, 14. September 2019
Veröffentlicht in Junge Welt, 18. September 2019
Wie Lassalle sagte, ist und bleibt die revolutionärste Tat, immer das ‚laut zu sagen, was ist‘.“ Rosa Luxemburg 1906 (Gesammelte Schriften. Bd. 2. S. 36.)
Statt einer Vorbemerkung: „Ihren Ursprung hat die Malaise der Linken aber darin, dass sie die Imagination einer anderen, einer besseren Welt verloren und den Willen, sie zu erreichen, aufgegeben hat. Die Linke hat das neoliberale Mantra, dass es keine Alternative zum globalen Kapitalismus gebe, im Grundsatz verinnerlicht. Deshalb ist sie keine Kraft der Zukunft, keine Treiberin des Fort- schritts, keine Energiequelle von Reformanstrengungen mehr. Sie hat kein eigenes Narrativ einer Gesellschaft jenseits von universeller Konkurrenz, grenzenlosem Wachstum, Umweltzerstörung, der Auflösung lokaler Gemeinschaften, in der jede Pore des Lebens zur Ware gemacht wird. Die Linke ist nur noch auf dem Papier, in den Grundsatzprogrammen, antikapitalistisch oder sozialistisch. Sie denkt nicht mehr in gesellschaftlichen Antagonismen.“
Prof. Dr. Oliver Nachtwey (DIE ZEIT, Nr. 6/2018, 1. Februar 2018.)
