Beschluss des Parteivorstandes vom 17. November 2020
Die Wahlstrategie beinhaltet den vorläufigen Stand im Zeitpunkt der Beschlussfassung. Sie wird entsprechend der politischen Entwicklung im Vorfeld zur Bundestagswahl 2021 fortgeschrieben.
Situation
Wir bereiten uns auf den Bundestagswahlkampf vor,
während die zweite Welle der Corona-Pandemie einen Teil des öffentlichen Lebens
erneut zum Stillstand bringt.
Viele Menschen sind in ihrer Existenz bedroht: Sie
fürchten um ihre Existenz, um ihren Arbeitsplatz, wissen nicht wie sie mit 60
Prozent des Lohns – oder ohne – zurechtkommen sollen. Viele Unternehmen,
Betriebe und (Solo-)Selbständige geraten in die Krise. Nicht wenige Konzerne
versuchen die Krise zu nutzen, um die Standards für angemessene Löhne und ihre
Beiträge zum Sozialstaat zu drücken. Sie nehmen staatliche Hilfen in Anspruch
und zahlen gleichzeitig Dividenden an ihre Aktionäre aus. Trotz Profiten
entlassen sie Beschäftigte oder verlagern Standorte. Die Superreichen sind in
den vergangenen Monaten um 20 Prozent reicher geworden. Spätestens nach der
Bundestagswahl wird der Kampf um die Frage offen ausgetragen werden: Wer zahlt
die Kosten der Krise? Und: Wie muss unsere Gesellschaft organisiert sein, dass
alle gut und sicher durch die Krise kommen? DIE LINKE tritt zur Wahl an, um
diese Fragen auf die Tagesordnung der Bundestagswahl zu setzen. Wir wollen,
dass die Wahl eine Abstimmung über eine gerechte Zukunft wird: Wie wollen wir
arbeiten? Ist das Gesundheitssystem für den Profit oder für den Bedarf der
Menschen da? Wie machen wir den Sozialstaat inklusiv und zukunftsfest? Wie
bauen wir die Wirtschaft so um, dass sie sozial und ökologisch ist, so dass wir
unseren Kindern eine lebenswerte Zukunft übergeben? Darüber, dass die großen
Vermögen herangezogen werden um die Corona-Kosten zu decken. Darüber, dass das
Gesundheitssystem nicht mehr am Profit, sondern an dem Bedarf der Bevölkerung
ausgerichtet ist. Darüber, dass man von Arbeit leben kann und Armut bekämpft
wird. Darüber, dass wir keine Milliarden für Rüstung und Kampfdrohnen
benötigen, sondern mehr Geld für Bildung. Darüber dass endlich der große
Investitionsstau der Infrastruktur behoben wird und wir massiv in die
sozial-ökologische Umgestaltung der Gesellschaft investieren.
Viele Menschen haben den Lockdown als
Ausnahmesituation erlebt: Die gesellschaftlich vorherrschenden Werte und
Wertigkeiten von Berufen wurden in Frage gestellt, Erfahrungen von Solidarität
im Alltag, Sorgen um die eigenen Existenz, Lücken in der öffentlichen
Daseinsvorsorge wurden deutlich; weltweit droht eine Wirtschaftskrise von noch
ungeklärtem Ausmaß. DIE LINKE tritt auch dafür an, einer Spaltung der
Bevölkerung am Umgang mit der Krise entgegenzuwirken und die Angst und Zweifel
angesichts des Virus, vor (ausgebliebenen) Maßnahmen, vor der Macht der
Pharmakonzerne und Einschränkung der Demokratie zu überwinden.
Erstmalig wird die Bundestagswahl 2021
stattfinden, ohne dass ein*e amtierende Bundeskanzler*in ihre Position verteidigt.
Die Regierung wurde durch die Ausnahmesituation gestärkt. Aber schon in dieser
Krise steigt der Bedarf an gesellschaftlichen und politischen Alternativen zum
Status quo. Der Glaube an den Markt und die neoliberalen Mantras ist
erschüttert. Viele erleben, dass weder Selbstheilung noch Regelung durch die
anonymen Marktkräfte erfolgt. Soziale Ungleichheit und die Übermacht von
Konzernen bzw. ihre ungleichen Vorteile, das Defizit an Demokratie in wichtigen
Bereichen der Gesellschaft, werden von Vielen als problematisch wahrgenommen.
Was sind wichtige Themen für die Bevölkerung?
Viele Menschen sehen bei Klimaschutz, Gesundheit, Soziales, Teilhabe, Arbeit
und Rente (je nach Untersuchung und Methoden in unterschiedlicher Gewichtung)
großen Änderungsbedarf. Das ist gut. Hier kennen wir uns aus. Die übergroße
Mehrheit ist der Auffassung, dass Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit
miteinander vereinbar sind und vereint werden müssen. Dafür treten wir an.
Die
anderen Parteien
Corona – und die Bereitschaft, die Wünsche nach
einer staatlich finanzierten Modernisierung großer Teile der Wirtschaft mit den
„Corona-Hilfen“ zu realisieren – hat der CDU den Status einer „Volkspartei“
zurückgebracht. Diese neue Rolle der
CDU und der CDU/SPD-Regierung als zupackende Krisenmanagerinnen hat zu schweren
Defiziten der Demokratie geführt. Die Parlamente in Bund und Ländern wurden
weit gehend ausgeschaltet zugunsten von Verordnungen und einem Regime
angeblicher „Expert*innen“. Die LINKE wird sich mit dieser Entdemokratisierung
und Entwicklung zum faktischen Dauerausnahmezustand mit Dekreten der Regierung
nicht abfinden.
Die Grünen
werden in der Bevölkerung unangefochten mit Umweltschutz verbunden. Zugleich
signalisieren sie mit ihrem so genannten „Bündnispartei“-Konzept Offenheit. Sie
haben die Konkurrenz um eine moderne Wirtschaftspolitik aufgenommen.
Gleichzeitig trauen unter den Grünen Anhänger*innen ein Drittel der CDU die
größte Wirtschaftskompetenz zu. Auch beim Thema Rente setzen die
Grünen-Anhänger*innen mehrheitlich auf die CDU. Die Erfahrungen aus den
Sondierungsgesprächen 2017, schwarz-grünen Landesregierungen (oder Jamaika) und
gemeinsame Kandidat*innen mit der CDU bei der Kommunalwahl NRW2020 deuten auf
schwarz-grüne Schnittmengen hin. Aus ihrem Aufschwung und den Koalitionsoptionen
diesem Gestus ziehen die Grünen einen großen Teil ihrer Stärke, die sie
offensichtlich vor innerparteilicher Kritik schützt, wenn die eigene
Beschlusslage (in den Ländern oder im Bundestag) missachtet wird: Gegen
Entscheidungen wie Kretschmanns Abwrackprämie in Baden-Württemberg z.B. gibt es
keinen Aufstand, gegen Polizeiskandale in Hessen ebenfalls nicht. Tatsächlich
konkurrieren die Grünen weniger um Platz 1 als mit der SPD. Es geht dabei nicht
nur um den zweiten Platz bei den Wahlen: Schon lange machen sich die Grünen
bereit, die Sozialdemokraten als leichtes Korrektiv des Status Quo und damit
als mögliche Junior-Koalitionspartnerin von CDU/CSU auf Bundesebene zu beerben.
Sie stehen für eine ökologische Modernisierung der bisherigen Wirtschaftsweise
und wollen Deutschland zum wettbewerbsfähigen Standort für klimafreundliche
Produkte und Technologien machen. Soziale Themen klammern sie nicht aus, wollen
aber auch nicht allzu deutlich sagen, wo das Geld herkommen soll. Umverteilung
ist kaum ein Thema, Angriffe nach oben kommen nur punktuell. Ihre Lösungen für
die Krisen dieser Zeit sehen Veränderungen im Rahmen eines grün eingehegten
Kapitalismus vor.
Die Grünen selbst bezeichnen sich als „Kraft der linken Mitte“. Ein Teil ihrer
Anhänger*innen ist offen für DIE LINKE. Um diese kämpfen wir, indem wir ihnen
zeigen, dass wir Ökologie mit sozial-, friedens- und finanzpolitisch
überzeugenden Alternativen zusammenbringen.
Die Grünen hantieren viel mit dem Begriff
Gerechtigkeit, füllen ihn aber vor allem mit Floskeln. Das Vertrauen, dass sie
soziale Gerechtigkeit können, ist bei den ihren eigenen Anhänger*innen nicht
sehr stark. Echter Klimaschutz kann nur sozial gerechter Klimaschutz sein.
Perspektiven für die Zukunft, Investitionen, faire Löhne und gute Arbeits- und
Lebensbedingungen für alle können wir nur erreichen, wenn wir uns mit den
Konzernen anlegen. Das tut nur DIE LINKE. Wir stellen die Grünen bei ihren
Widersprüchlichkeiten, wir liefern Argumente, die aufgegriffen werden können.
Die SPD
kommt – trotz des viel gelobten Krisenmanagements der Bundesregierung bzw.
SPD-Arbeitsminister Heil und der recht guten Personenwerte für ihren
Kanzlerkandidaten Olaf Scholz – nicht aus dem Umfragen-Loch. Die Nachwirkungen
der Agenda-Politik und die schlechte Performance an der Seite der CDU sitzen
tief im Alltagsbewusstsein der Wähler*innen, die Glaubwürdigkeit der Partei ist
stark angegriffen. Die Einzelmaßnahmen, die z.T. durchaus in eine richtige
Richtung gehen, verdichten sich nicht zu einem Gesellschaftsmodell oder einer
Vorstellung einer alternativen Entwicklung. Die Parteivorsitzenden werden für
ihre Versuche der Re-Sozialdemokratisierung öffentlich angegriffen. Das hilft
der Partei ebenfalls nicht. Voraussichtlich wird sich die SPD als „Betriebsrat
der digitalen Gesellschaft“ (Saskia Esken) bewerben, die den Schwerpunkt von
„fordern“ eher in Richtung „fördern“ verschiebt. Ein Mindestlohn von 12 Euro,
aber keine scharfen Wendungen in der Wirtschaftspolitik – sonst würde die
Diskrepanz von Programm und Kandidat zu groß. Ohne eine
Re-Sozialdemokratisierung, eine Hinwendung zur Re-Regulierung der Marktkräfte
und damit verbundenen gestiegenen sozialen Unsicherheit und Ungleichheit, ohne
eine Abkehr von der Bündnisoption CDU/CSU, wird aber keine glaubwürdige neue Politik
entstehen.
DIE LINKE will sozialdemokratische Anhänger*innen
gewinnen, die sich mehr Glaubwürdigkeit in der Politik wünschen, die soziale
Gerechtigkeit und Frieden ernst nehmen. DIE LINKE verweist auf diesen
Widerspruch und das praktisch uneingelöste Versprechen. Wir greifen den
Gedanken der sozialen Gerechtigkeit, der Re-Regulierung sozialer und
wirtschaftlicher Verhältnisse auf und führen ihn konsequent zu denen, die
dagegenstehen: Konzerne und Inhaber extrem großer Vermögen.
SPD und Grünen halten sich alle Bündnisse offen.
Beide kommunizieren auf Schnittstellen mit der CDU. Sie sagen: wir sind stark
genug, um die CDU in unsere Richtung zu ziehen. Doch die Realität in Bund und
Ländern sieht anders aus.
Umweltschädlicher Autobahnbau und Waldabholzungen,
Abwrackprämie, kein kostenfreier ÖPNV – die Grünen verlieren regelmäßig den
Kompass, wenn sie sich in Koalitionen mit der CDU begeben. Die Bilanz der SPD
in der Großen Koalition ist bekannt und ernüchternd. Weder werden die tiefen
sozialen Ungerechtigkeiten angegangen noch die Konzerne und Superreiche in die
finanzielle Pflicht genommen. Waffenexporte erreichen Rekordhöhen. Einen
sozialen und ökologischen Aufbruch, eine konsequente Friedenspolitik, gibt es
nur mit einer starken LINKEN.
AfD
Die AfD
ist geschwächt durch die Massenproteste gegen sie, die die inneren
Auseinandersetzungen verstärkt haben. Der Flügel, der für eine offene Faschisierung der
Partei steht, ist gestärkt.
Gleichzeitig versucht die AfD, unter Corona-Leugnern Resonanz zu
bekommen und Existenz- und Abstiegsängste auszunutzen.
Es ist zu erwarten, dass die AfD wie gewohnt mit
einem Rassismus in die Wahl gehen wird, der sich als Aufbegehren verkleidet.
Sie wird soziale Forderungen für sich reklamieren und sie rassistisch wenden.
Sie will gesellschaftliche Spaltungen schaffen und vertiefen entlang von
Herkunft, Religion, Sprache – gerade in den kommenden Verteilungskämpfen. Die potenziellen Wähler*innen der LINKEN überschneiden sich kaum
mit den Wähler*innen der AfD (Kantar: 3 bzw. 9 Prozent). Programmatisch gibt es
keine Überschneidungen. Daher ist unser Haltung im Wahlkampf: Wir ziehen klare
Kante gegen rechts. Wir machen das stark, was von der AfD abgelehnt wird:
Solidarität, unteilbare Menschenrechte, ein gutes Zusammenleben,
Internationalismus, eine offene solidarische Einwanderungsgesellschaft,
Seenotrettung und Recht auf Asyl, eine soziale Offensive, die vereint statt
spaltet. Wir sind solidarisch mit und Teil von Protesten gegen rechte,
rassistische Veranstaltungen.
Die AfD wird von Millionären und dubiosen Investoren finanziert. Die AfD gibt
vor, Politik für Leute mit wenig Lobby und gegen die herrschenden Eliten zu
machen, tut dies aber nicht. Im Gegenteil sie betreibt eine gefährliche
Sündenbockpolitik. Wir dagegen legen uns mit den Mächtigen an und werden dies
für alle verständlich in den Wahlkampf tragen.
Alle sind eingeladen, das mit uns zu tun.
DIE
LINKE
DIE
LINKE ist eine sichere Sache. Wir wanken nicht, auf uns ist
Verlass, wir sind laut für die Menschen, die keine große Wirtschaftslobby
haben, aber die Wirtschaft am Laufen halten. Wir sind bereit für ein
Bündnis des gesellschaftlichen Fortschritts, wir fürchten aber auch die
Opposition nicht. Wir stellen die Regierung und die Union. Wir fordern SPD und
Grüne (auch) anhand ihrer eigenen Ansprüche heraus. Wer es ernst meint mit
sozialer und ökologischer Gerechtigkeit, muss dafür sorgen, dass die Union
nicht weiter regiert. Wie sich SPD und Grüne aufstellen und zur CDU stellen
hängt davon ab, wie viel Druck wir machen und mit wieviel Druck uns die
Wähler*innen ausstatten.
Das geht nur mit einer starken LINKEN: Bei der
LINKEN kann man sich darauf verlassen, dass wir das auch nach der Wahl noch
machen.
Jeder weiß, dass die die Schere zwischen arm und
reich weiter auseinander geht. Die soziale Ungleichheit durchzieht alle Lebens-
und Politikbereiche. Niemand sagt ihr den Kampf an außer der LINKEN. Wir sagen,
wo die Vermögen sitzen und wo sie fehlen. Wir sagen, wo der private Reichtum
öffentliche Armut verursacht. Wir zeigen, was sich im Leben von allen ändert,
wenn wir das ändern.
Thematische
Linien (keine Plakatvorschläge!)
-
Sinnvolle Gute Arbeit, bei der sich niemand
zwischen der Zukunft der eigenen Kinder und dem Arbeitsplatz entscheiden muss.
Die Löhne müssen steigen! Arbeit, die zum Leben passt, mehr Zeit, weniger
Stress und Überstunden, weniger Arbeitslosigkeit. Aufwertung von Berufen der (personennahen)
Dienstleistungen. Wir treten
für Arbeitszeitverkürzung auf um die 30 Stunden an, mit vollem Lohn- und
notwendigen Personalausgleich ein.
-
Friedliche Außenpolitik, Waffen- und
Rüstungsexporte stoppen. Wir schicken die Bundeswehr nicht ins Ausland, wir stehen gegen
die Militarisierung im Innern. Wir kämpfen für ein Verständnis von Sicherheit,
das auf sozialer Gerechtigkeit beruht, weltweit. Dass aus Deutschland Waffen
und Rüstungen in die Krisen- und Kriegsgebiete der Welt exportiert werden, schafft
Leid und Fluchtursachen. DIE LINKE ist die Friedenspartei.
-
Soziale Sicherheit, garantiertes Mindesteinkommen, so
dass niemand in Rente, Erwerbslosigkeit, Ausbildung unter 1.200 Euro fällt.
Soziale Sicherheit heißt auch: Was für alle da ist, muss allen gehören.
Exemplarisch am Wohnen / zuhause sein / sicher in der Nachbarschaft, was bleibt
vom Lohn, nicht einfach dem Markt ausgeliefert sein.
-
Klimaschutz geht nur sozial gerecht. Wir zeigen, dass das geht und das
Leben für alle besser wäre; z.B. anhand von Ausbau und besserem, günstigerem
und stufenweise entgeltfreiem ÖPNV.
-
Wir greifen die Verursacher des Klimawandels an: Konzerne und die
oberen 10 Prozent der Reichen und Vermögenden. Niemand darf gezwungen sein,
sich zwischen dem Arbeitsplatz und der Zukunft der eigenen Kinder zu
entscheiden. Wir zeigen, wie eine gute Zukunft mit klimafreundlicher Mobilität,
mit öffentlicher Beschäftigungssicherung, mit mehr Lebensqualität für alle
geht. Die Zukunft entscheidet sich jetzt und mit uns.
-
Ökologischer und sozial gerechter
Umbau der Industrie: stärken, was die Umwelt schont. Pflege und Gesundheit, Bildung
und Erziehung, Produktion von Bus, Bahn und Schiene, Ausbau des ÖPNV, sozialer
Wohnungsbau. Das macht –
für uns und für viele – Wohlstand aus. Das Öffentliche stärken, auch in den
Betrieben – staatliche Unterstützung als Beitrag zu einer Wirtschaft, die
stärker an Menschen und Umwelt ausgerichtet und demokratischer ist.
-
Ungleichheit ist unsozial – aber zum Glück heilbar.
Wir streiten für gleiche und gerechte Lebensmöglichkeiten – in allen Bereichen.
Nicht nur Reichtum besteuern, auch Mieten deckeln und Mindestlohn erhöhen. Kein
Profitstreben im Gesundheitssystem, keine 2-Klassen-Medizin. Investitionen in
eine Bildung, die soziale Ungleichheit ausgleicht und nicht verstärkt. Eine
Zukunft für den Osten, Gerechtigkeit heißt Gleichheit: in Löhnen, Chancen,
Renten, Entwicklung.
-
Demokratie und Solidarität: Klare Kante gegen rechts, gegen
Antisemitismus, Islamfeindlichkeit und jede weitere Form von Rassismus,
FÜR Gleichberechtigung und ein gutes Miteinander, für den Schutz von Menschen-
und Grundrechten. Solidarität & Demokratie brauchen Strukturen in der
öffentlichen Daseinsvorsorge, der breiten Teilhabe. Die werden durch die
Schuldenbremse und den zu erwartenden Sozialabbau gefährdet. Solidarität ist
nicht nur ein Wert, sondern eine Praxis, eine Art, die Gesellschaft zu
organisieren, für alle.
-
Solidarität statt Ausgrenzung: gegen das tödliche
Grenzregime, für legale Fluchtwege. Gerechte Teilhabe migrantischer Menschen,
Schutz vor Hetze und Gewalt.
Die Hälfte der Welt (und der Zeit, des Lohnes etc.) für die Frauen*: Im Beruf,
in den Gehaltsstrukturen, in der Unverletzlichkeit, im Zugang zur Macht, bei
der Veränderung der Welt. Wir streiten für die Unabhängig vom Einfluss der
Wirtschaftslobby: Regeln müssen auch für die großen
Fische, für Reiche und Konzerne gelten.
-
Gesundheitsschutz und soziale Absicherung sind in Zeiten von Corona untrennbar verbunden. Die Politik der
Bundesregierung sorgt für Existenznöte bei Beschäftigten sowie
Kulturschaffenden, Gastronomen, Kleingewerbetreibenden. Wir fordern soziale
Absicherung, einen Systemwechsel im Gesundheitssystem und verbindliche
Regelungen zum Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz.
Erwartungen, Funktion und Tonalität
DIE LINKE legt sich mit den Reichen und Mächtigen im Interesse der großen
Mehrheit der Bevölkerung an und ist der Garant, dass
es eine verlässliche Stimme für soziale Gerechtigkeit gibt. Sie ist die Partei,
die Probleme offen anspricht und unabhängig von Wirtschaftsinteressen auch für
die Teile der Bevölkerung kämpft, die nicht über die Mittel der mächtigen
Wirtschaftslobby verfügten. Wir machen Druck, wir zeigen auf, wo die anderen
nur schöne Worte machen, aber nicht handeln. Wir treiben die Themen von
sozialer und ökologischer Gerechtigkeit so, dass die anderen nicht darum
herumkommen.
Unsere
Funktion Missstände zu benennen, Alternativen aufzuzeigen und Widerstand zu
mobilisieren, ist ein wichtiger Ankerpunkt unserer Kommunikation. Wir sind in den gesellschaftlichen
Auseinandersetzungen mitkämpfende Partei. Wir nutzen Wahlkampf und parlamentarisches Auftreten um diese
Auseinandersetzungen und die Anliegen sozialer Bewegungen zu unterstützen.
Wir wissen, was los ist bei den Menschen, wir
sprechen von ihrer Position aus. Wir gehen zu ihnen hin, wir suchen sie auf und
laden ein. Wir wissen, wie es anders
geht: Wir sind Teil des Fortschritts und der Veränderung. Wir sprechen nach
vorn gewandt:
Wir zeigen, dass es anders geht, konkret und
machbar, ohne unsere Ansprüche – und damit die Lebensansprüche von großen
Teilen der Bevölkerung – zu mindern. Wir zeigen, wo wir wirksame Regeln und
gute Lösungen durchgesetzt haben bzw. wie sie konkret aussehen könnten. Wir
haben gute Ideen und durchgerechnete Konzepte. Für die werben wir offensiv für
unsere Ideen, nicht defensiv-aggressiv. Wir treten geschlossen auf und sprechen
mit einer Stimme. Wir führen einen einheitlichen Wahlkampf. Wir unterbreiten
den Wähler*innen Angebote, nicht den anderen Parteien. Wir wollen, dass sich
wirklich was ändert, wir streiten ums Ganze, um einen sozialen und ökologischen
Systemwechsel, nicht nur neue Farbe auf alte Verhältnisse. Deshalb lohnt sich
eine Stimme für DIE LINKE. Wir streiten für eine starke LINKE und wir sind
Teamplayer.
Und wir trauen uns zu, unsere Ideen auch umzusetzen.
Wir strahlen aus, dass wir die sozialen
und ökologischen Veränderungen, konsequente Friedenspolitik auch durchsetzen
wollen - mit allen, die auch dazu bereit sind. Wir sind überzeugt, dass es
möglich und vor allem notwendig ist, mit einem konsequenten Politikwechsel zu
beginnen – nicht irgendwann, sondern jetzt.
Wir wollen Bündnisse, die die soziale und ökologische Gerechtigkeit in unserem
Land verbessern. Wir sind widerständig und optimistisch. Wir laden ein, mit uns
zusammen die Welt zu verändern: für soziale Gerechtigkeit und demokratischen
Fortschritt, mutigen Klimaschutz, radikale Humanität und konsequente
Friedenspolitik.
Zielgruppen
Wir kämpfen um jede Stimme. Wir kommunizieren
offen, einladend und ohne Barrieren: Unsere Forderungen verbessern das Leben
der großen Mehrheit der Bevölkerung.
Zu unseren besonderen Zielgruppen gehören
Beschäftigte, kleine Selbstständige und gewerkschaftliche Aktive, besonders im
Bereich der (personennahen) Dienstleistungsbereiche und in den von Corona und
der Transformation besonders betroffenen Bereichen. Die besondere Lage der
Frauen in personennahen Dienstleistungen wird von uns gezielt thematisiert.
Frauen (auch in ihren besonderen Lebenslagen z.B. als Alleinerziehende) sind
insgesamt eine wichtige Zielgruppe für uns. Viele, auch Menschen mit „normalem“
Einkommen, leiden unter den Gerechtigkeitslücken der Corona-Krise, stehen unter
alltäglichem Druck (steigende Mieten, schlechte Infrastruktur / Schulen…).
Eine wichtige Zielgruppe sind für uns junge
Menschen, viele von ihnen werden von großen Zukunfts- und Gerechtigkeitsfragen
bewegt: sie sind von Rassismus betroffen oder bewegt von der Ablehnung, von Rassismus
und Rechtsextremismus und einer Leidenschaft für Solidarität. Wir wollen die Generationen zusammenführen:
Eine weitere wichtige Zielgruppe sind ältere Menschen, die nicht nur den
größten Teil der Wahlberechtigten ausmachen, sondern bei denen unser
Rentenkonzept überwiegend gut ankommt.
Wir sprechen die Menschen im Osten an, wir wissen
um die Ungerechtigkeiten, die sie in Lohn, Rente, Zukunftschancen erfahren und
wir wissen, dass die die Zukunft gestalten können. Wir
wollen möglichst viele Menschen zur Wahl mobilisieren, die in den vergangenen
Wahlen nicht gewählt haben. Viele haben die Hoffnung verloren, dass sich etwas
ändern kann, wir wollen sie ihnen zurückgeben.
Menschen mit Migrationserfahrungen erfahren oft
mehrfach Abwertungen und sind häufig besonders betroffen von prekären Arbeits-
und Lebenssituationen. Wir kommunizieren
auf Augenhöhe, wir suchen das Gespräch, wir machen Vielfalt sichtbar. Menschen
in besonderen sozialen Lagen: Erwerbslose, Alleinerziehende, Soloselbständige
und prekär Beschäftigte, die es auch mit höheren Bildungsabschlüssen und den
Institutionen der höheren Bildung gibt. Viele von ihnen haben keine Lobby, aber
eine Stimme. Und sie haben uns. Wir kämpfen um sie, für sie, gemeinsam mit
ihnen. Wir sind bereit: Wir kämpfen um ihre Interessen, um den Politikwechsel.
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