Orientierung

Mittwoch, 7. März 2018

Bequem ist einfach??

Diskussion zu den neuen Kontenmodellen der Sparkasse

Ende Februar erhielten die Kunden der Sparkasse Meißen per Post Informationen zu den angedachten Veränderungen für ihre Giro-Konten. Allerdings trat dabei offenbar weniger der versprochene Effekt ein "Bequem ist einfach", wie der beigelegte Flyer überschrieben. Ich habe eher den Eindruck, dass es so einfach nicht sein kann, wenn dazu zahlreich fehlende Zustimmung und Zweifel signalisiert werden. Im Freundes- und Bekanntenkreis wurde wurde ich mehrfach gefragt, was ich davon halte, und wie ich gedenke, damit umzugehen. Leider muss auch ich da zunächst mit den Schultern zucken. Einer brachte mich auf die denkbar einfache Idee: Da müsste doch eigentlich die Kreistagsfraktion DIE LINKE.Meißen auskunftsfähig sein, die ist doch am nächsten dran. Eigentlich ja, oder? Aber weder auf der Webseite der Kreistagsfraktion, noch auf der des Kreisvorstandes ist etwas darüber zu lesen. In der Sächsischen Zeitung finden sich Leserbriefe dazu. Aber keiner von namhaften Vertretern der LINKEN. Auf diesem Blog habe ich bereits am 24. Februar die Bitte an Bärbel Heym gerichtet, sie möge sich doch als Vertreterin ihrer Fraktion im Verwaltungsrat der Sparkasse einmal erklärend äußern. Das ist bisher ebenfalls nicht erfolgt.

Erst unlängst schrieb Rico Gebhard den Bürgern in Sachsen einen Brief.  DIE LINKE will aus erster Hand wissen, was die Leute wirklich bewegt. Und da hat er völlig Recht. Eine Partei, die sich nicht um die Probleme ihrer Wähler kümmert und öffentlich dazu äußert, wird diese immer mehr verlieren. Und die Sparkassenpolitik bewegt die Leute.

Deshalb bitte ich die Kreistagsfraktion nachdrücklich: Bitte äußert Euch dazu! Macht es Euch nicht "bequem", denn das geht nicht. Erklärt, ob ihr dafür oder dagegen seid, dass die Sparkasse Meißen diesen Weg geht. Und gebt den Leuten mit Euren Argumenten eine ehrliche Orientierung.

G. Dietmar Rode
Blogger

Nachsatz:
Natürlich werde ich diesen Post auch an Rico Gebhardt schicken - als Reaktion auf seine Bitte.

2 Kommentare:

  1. Dann nutze ich mal die Möglichkeit für eine Reaktion.

    Ich kenne die Entscheidung die zu der Gebührenerhöhung der Kreisparkasse Meißen geführt hat nicht. Ich weiß aber, dass die Kreistagsfraktion sich wohl vor ein paar Wochen mit dem Vorstandsvorsitzenden der Sparkasse zu einem Gespräch getroffen hatte. Ich kann mir nicht vorstellen, dass dort das Thema keine Rolle gespielt haben soll.

    Es kann immer mal Entscheidungen geben, die man in der Politik trifft, die nicht allen gefallen oder die Widersprüche hervorrufen. Trotzdem und gerade deswegen ist umso wichtiger seine Entscheidung auch vorzutragen und zu begründen. Vielleicht auch zu verteidigen oder wenn notwendig und möglich zu revidieren.

    Niemand von uns ist Fehlerfrei, jedoch haben gewählte kommunale Mandatsträger*innen genauso wie wir als hauptberufliche Politiker*innen immer auch die Aufgabe das eigene Handeln zu begründen

    Um nicht Missverstanden zu werden: Ich habe keine Ahnung ob die Kreisräte überhaupt über die Gebührenerhöhung entscheiden haben, aber auch das kann mann/frau ja öffentlich sagen oder schreiben.

    Rico Gebhardt

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    1. Danke, Rico, für Deine Antwort. Und weil ich vor allem mit Deinem Schlusssatz sehr einverstanden bin, zitiere ich ihn noch einmal:

      "Ich habe keine Ahnung, ob die Kreisräte überhaupt über die Gebührenerhöhung entschieden haben, aber auch das kann mann/frau ja öffentlich sagen oder schreiben."

      Und genau das ist der Kernpunkt meiner (wohlgemeinten) Kritik gegenüber der Kreistagsfraktion. Wenn die Bürger/unsere Wähler keine Ahnung davon haben, was ihre gewählten Vertreter denken und tun, werden sie demnächst andere wählen. Es ist im Kreisverband Meißen regelrecht zur Tradition geworden, bei unbequemen Fragen einfach solange zu schweigen, bis sie nicht mehr relevant sind. Ich war einmal (vor vielen Jahren) Pressesprecher der Kreistagsfraktion und habe mein damaliges Amt deshalb abgegeben, weil die Meinungen zur Öffentlichkeitarbeit viel zu weit auseinander gingen. In der jetzigen Kreistagsfraktion scheint sich nicht viel dazu verändert zu haben. Auch heute noch werden kritische Meinungen dazu in der Regel als Böswilligkeit ausgelegt.
      G. Dietmar Rode, Blogger

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