Öffentlichkeit tut
gut
Was wir der Öffentlichkeit nicht mitteilen, ist für
die Öffentlichkeit nicht existent. Und dazu gehören auch die guten alten
Leserbriefe in unserer Zeitung. (Die moderneren Posts in Blogs sind allerdings damit
zu vergleichen.) Ich kann aktuell lesen, wie andere Leute mitunter so ganz
anders denken. Und ich kann mich ihnen ebenfalls mitteilen, auch ganz anders. Damit sind sie also auch ein Stück Demokratie.
Allerdings ist ein
Leserbrief nicht aus dem Handgelenk zu schütteln, soll er auch abgedruckt
werden. Er muss derart geschrieben sein, dass der entscheidende Redakteur etwas damit anfangen kann:
kurz, präzise und originell. Und das erfordert schon angestrengtes Denken. Aber oft auch etwas Mut, denn ein Leserbrief soll gegen den „Mainstream“ sein. Häufige Reaktion: Mein Gott, ist der/die doof! Aber der
Grund dafür, dass er vielleicht nicht richtig verstanden wird, kann sowohl beim
Leser, als auch beim Schreiber liegen. Das macht es umso anspruchsvoller, aber
auch umso spannender. Nicht alle Leserbriefe sind eben für jeden, denn auch Lesen setzt angestrengtes Denken voraus.
Ich lese sehr gern
Leserbriefe von Linken, gerade deshalb, weil sie selten genug erscheinen. Warum trauen sich die Mitglieder unserer Kreisorganisation so wenig? Ein
gutes Beispiel fand ich jedoch in der heutigen Sächsischen Zeitung (Ausgabe Dresdner
& Meissner Land, S. 16):
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| Helga Frenzel Foto: Rode |
„Zur Debatte um SPD-Kreisrat Johann Dulig, der bei Facebook Bombenopfer verhöhnte, schreibt Helga Frenzel aus Meißen. Sie ist Stadträtin für die Linke.
Johann Dulig, schauen Sie sich die Ausstellung „Dresden 1945“ an
Ich kann die Leser, die sich kritisch zu Kreisrat Johann Dulig geäußert haben, gut verstehen. Mir geht es nicht viel anders, denn als Kind habe ich die Auswirkungen der Bombardierung von Dresden gesehen und kann es bis heute nicht vergessen. Herr Dulig kann sich glücklich schätzen, dass er in einer Zeit ohne Krieg und Bomben aufgewachsen ist. Ich empfehle ihm, sich mit seiner Familie im Dresdner Gasometer die Ausstellung „Dresden 1945“ anzusehen. Da bedarf es keiner Worte mehr, wenn man das Ergebnis dieser grauenvollen Verbrechen sieht. Vielleicht wären die Eindrücke dann ein Thema am Küchentisch der Familie Dulig.“
Danke, Helga. Und ein schönes
Wochenende wünscht Dir
Dietmar, der Blogger

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