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| Andreas Graff Foto: Rode |
Über Anspruch und Aufforderung an die Politik
schrieb uns Andreas Graff
Stellvertretender Kreisvorsitzender
DIE LINKE
Das ist eine
Weisheit die wir doch so oft in unserer
Geschichte wahrnehmen mussten. Eine Erfahrung im Umgang mit dieser Weisheit ist
es leider auch, dass wir sie ernst nehmen, wenn das Vertrauen zu den Menschen schon
Brüche bekommen hat. Ernst zu nehmende Signale nehmen wir erst wahr, wenn sich
Bürgerinnen und Bürger zu einer Bürgerinitiative zusammenschließen, welche
regionale Interessen entsprechend ihres Informationsstandes reflektiert.
Die
Radebeuler Unterschriftensammlung mit über 14.000 UnterzeichnerInnen belegt das
eindeutig. Hier steht die Vertrauensfrage zu denen, die von fern, über ihre
Interessen hinweg, entschieden haben. Ein sehr ernstes Signal einer
Protestresolution der Radebeuler Stadträte, dem vom Landratsamt
keinerlei Bedeutung beigemessen wurde, belebte logischer Weise die Entrüstung. Nun
kommt noch hinzu, dass der Informationsfluss vom Landrat zum Oberbürgermeister
und vom Landrat zu den Kreisräten nicht funktionieren muss.
Wie soll sich das
nur der mündige Bürger erklären? Haben
wir es mit einem Versagen der Kreispolitik und der Verletzung von gesetzlich
festgelegten Regularien zu tun?
Gewiss ist es so, denn das kann doch kein Gesetz oder
Verwaltungsvorschrift wollen. Ohne Zweifel, die Größenordnung des Versagens des
Landrates ist nicht klein zu reden. Dass die betroffenen Stadträte in Radebeul
mehr als sauer sind, weil sie in dem Entscheidungsfinden außen vorgelassen
wurden, ist nicht nur verständlich sondern das ist höflich ausgedrückt mehr als
unmöglich und unverantwortlich. Weshalb, so hört man nicht nur Radebeuler
fragen, wirft keiner im Kreistag die Frage auf , weshalb in dem
Entscheidungsverfahren die Meinung des Oberbürgermeister und des Stadtrates von
Radebeul fehlt? Da wird anerkennenswert in der Elblandklinik Radebeul über
reale Existenzmöglichkeiten debattiert und da ist der Souverän der Stadt
Radebeul, der Stadtrat nicht existent. Erst nach der Beschlussfassung im
Kreistag sickern Informationen zu den Radebeulern durch. Dass sich nun etwas
verspätet Kreisräte mehr als einen Kopf machen, steht ihnen zur Ehre. Sehr
anerkennungswert die klare Position des Direktkandidaten der Linkspartei Heinz
Hoffmann. Nur scheint der Ruf der Linken, und sie sind ja nicht die Einzigen, nach
wie vor ins Leere zu gehen.
Wer trägt
denn nun für das Missmanagement in der Informationsstruktur die Verantwortung? Worauf wird denn hier gewartet?
Weshalb
meldet sich nicht der Landrat zu Wort? Trägt er nicht für dieses Malheur die Hauptverantwortung?
Was gedenkt der Landrat zu tun, um das verlorene Vertrauen der Radebeuler
wieder zurück zu gewinnen. Wie steht es denn mit der Vertrauensfrage, Herr
Landrat?
Vor diesen Fragen stehen all diejenigen, die sich als Stadt- oder
Kreisräte zu den Kommunalwahlen 2014 den Wählern in Radebeul stellen müssen.
Aber noch eine grundlegende Wahrheit gehört zu
diesem, von den Radebeulern signalisiertem Unverständnis
zur beschlossenen Schließung der Geburtenstation dazu. Was sich da so die
Staatsregierung und die Bundesregierung mit Ihrer Gesundheitspolitik erlaubt haben,
muss nun endlich mit aller Entschiedenheit ausgebremst werden. Krankenhäuser dürfen
nicht als ein der wichtigsten Elemente der Daseinsvorsorge ohne greifbare
Regularien auf den frei konkurrierenden Markt geworfen werden. Denn die Frage
steht, wer soll das bezahlen? Territorial ausgewogene Regularien für die
Sicherung der gesundheitlichen Grundversorgung müssen dabei vornan stehen. Dazu gehört die effektive
Spezialisierung und des damit verbundenen effektiven Einsatzes der finanziellen
Mittel unserer Sozialbeiträge, sowie die notwendigen staatlichen Förderungen. Diese
Sicherheit muss auch mit der freien Arzt- und Krankenhauswahl dem mündigen
Bürger immer aufs Neue durch die herrschende Politik garantiert werden - ein
Thema, welches keines nur so unter anderen ist.
Gesundheitspolitik ist auch ein Kernproblem der bevorstehenden Landtagswahlen. Hier werden besonders viele Bürgerinnen und Bürger entscheiden, welche Partei sier wählen werden.
Andreas Graff, Meißen

Es tut gut, zu lesen, daß wenigstens ein stellvertretender Kreisvorsitzender dieser Partei sich eine klare und fundierte Meinung gebildet hat und diese auch öffentlich vertritt.
AntwortenLöschenNoch schöner wäre es freilich gewesen, wenn die gesundheitspolitische Sprecherin der Linksfraktion im Landtag, die hier wohl auch im Kreisvorstand sein soll, eine so gut über den eigenen Tellerrand reichende Postion genau so offen vertreten würde.
Am allerschönsten aber wäre es natürlich gewesen, all dies von der linken Kreistagsfraktion zu lesen, die diesen Kommunikations-GAU (Nicht-Information der Betroffenen) offensichtlich mit verzapft hat - und sich anscheinend noch immer keiner Schuld bewusst ist.
Es scheint auch hier nicht Gewohnheit zu sein, mit den Antworten da hin zu gehen, wo die Menschen mit ihren Fragen sind. "Sollen die Leute doch zu uns kommen und zu den Antworten die passenden Fragen stellen?"
Nein, das ist natürlich heute nicht mehr so. Im Allgemeinen jedenfalls. Aber die Situation in Radebeul scheint in geradezu bösartiger Weise konkret zu sein. Wer hätte das gedacht?
Es ist gut zu wissen, dass es eine Menge bisher unbekannter Leute gibt, die sicher zur Kommunalwahl 2014 antreten und alles viel, viel besser machen werden - vor allem die richtige Politik!
LöschenNur anonym sollten diese Leute nicht bleiben, denn neben Aktivität und Kompetenz ist Öffentlichkeit eine der wichtigsten Voraussetzungen für politische Wirksamkeit, lieber/liebe "Anonym".
LöschenStimmt, lieber "Anonym".
LöschenDiese "unbekannten" Leute sind allerdings oft in Versuchung, an Parteien "anzudocken", wo die (politische, aber nicht nur diese) Kommunikation ausreichende Wertschätzung erfährt.
Ein Beispiel aus dem eigenen Stall: Veronika Petzold (aus Torgau mit Geschäftssitz in Riesa), erst so aktiv wie "unbekannt" in der WASG und dann Mitglied im Landesvorstand der neugegründeten Linken Sachsens, hatte offenbar wenig Lust, sich bei Vorständen und Funktionären einzuschleimen, nur um "bekannt" zu sein. Mit WASG-Schwung erlangte sie noch ein Mandat für die LINKE im Kreistag Nordsachsen, um dann entnervt zu den Piraten zu wechseln, welche damit eine Stimme im Kreistag haben, die eine andere Partei, die Linke, verlor.
Die kommunizieren offensichtlich so zeitnah, wie "das richtige Leben" es erfordert, und nicht im Rythmus von Plenarwoche und Ausschusswoche wie im Glaskasten des Landtages.
Ja, lieber Anonym, solche "unbekannten Leute" gibt es zuhauf. Man muß sich nur für sie interessieren. Und schwupp - schon sind sie Bekannte - vielleicht sogar gute und vertrauenswürdige?