Gedenken für Regina und Leo Mosszizki, die in Auschwitz ermordet
wurden
Anlässlich des 74. Jahrestages der Novemberpogrome
wurden in Meißen diese zwei Stolpersteine enthüllt.
Davon berichtet Andreas Graff.
Für uns in Meißen war es ein besonderer Tag der Erinnerung und Mahnung zu den furchtbaren Verbrechen des Nationalsozialismus und Faschismus am jüdischen Volk. Das Erlebte der liebenswerten 91-Jährigen Frau Judy Benton in ihrem damaligen 18. Lebensjahr, war tief erschütternd und ergreifend. Der Grad der Demütigung und Schändung menschlichen Lebens ist kaum fassbar, dass Menschen mit so einer verbrecherischen Ideologie des Nazismus 6 Millionen jüdisches Leben mordeten. Mich hat, wie den vielen jungen Schülerinnen und Schülern aus dem Kreis Meißen, die im Landesgymnasium teilnahmen, das Erlebte von Frau Judy Benton sehr, sehr beeindruckt. "Ein Lehrer", so Frau Benton," hat vor der Schulklasse zu mir gesagt. Schaut nur hin, da hinten auf der gelben angemalten Schulbank sitzt ein dreckiges jüdisches Mädchen." Die Beleidigungen, Schmähungen und Erniedrigungen, die sie in ihrer Schulklasse und in der Stadt mit ihrer Schwester sowie Eltern ertragen musste, drücken mir beim Schreiben dieser Zeilen die Tränen in die Augen, so wie es mir auch im Landesgymnasium erging. Vielen ging es ebenso. Wir schämten uns der Tränen nicht. Mit den Tränen und einem Gefühl, welches sich schwer beschreiben lässt, bäumt sich innerlich die Mitverantwortung für das Heute:
Das was in den Jahren des Nazismus und Faschismus geschah, darf nie wieder geschehen. Besonders für uns Deutsche ist es eine Mahnung und Verpflichtung:
Wehret den Anfängen. Die NPD, die ihren Landessitz in unserem Landkreis der Stadt Riesa hat, verbreitet Fremdenhass und Rassismus. Sie ist Träger der Gesinnung des Nazismus und stellt eine echte Gefahr für Demokratie, Menschenwürde und Menschenleben dar.
Andreas Graff
Mitglied der Initiative "Stolpersteine"
[PS: zur Vorgeschichte berichteten wir hier.]
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Dieses Bild zeigt Herrn Pfarrer Oehler.
Ihm sowie Herrn Günther und
Herrn Steinecke, den Stadtchronisten,
und Frau Fichter gilt der besondere
Dank der Initiative.
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Auf dem Bild zwei ist die Großfamilie von
Judy Benton zu sehen. Sie waren aus
London und Israel angereist.
Ihre Urenkel enthüllten die zwei Stolpersteine
ihrer ermordeten Eltern.
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Fotos: Graff
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