Dialogische Mitteilungen aus Wittenberg
Nr. 44 aus 26 vom 22.7.2026
| Januskopf: Karrikatur aus der Antike für Menschen, die die Wahrheit drehen, wie sie wollen (mit Hilfe von Copilot) |
Hendrik Streeck
In der Einsicht vom 19.7.2026 Nr. 43 vom 19.7.2026 befassten wir uns mit Herrn Jens Spahn, der von seinem Posten als Vorsitzender der CDU/CSU-Fraktion zurückgetreten ist, weil er mit seinem Mann in den USA die Dienste einer Leihmutter in Anspruch genommen hat. Dabei ist bekannt geworden, dass ein weiterer Politiker aus der CDU/CSU-Fraktion, Herr Prof. Dr. Hendrik Streeck, der als Corona-Sachverständiger berühmt geworden ist, der ebenfalls mit einem Mann verheiratet ist, mit diesem ebenfalls Vater eines von einer Leihmutter geborenen Kindes geworden ist. Jens Spahn hatte sich zuvor gegen die Leihmutterschaft ausgesprochen, weshalb ihm zu Recht Doppelmoral vorgeworfen wurde. Gegenüber Herrn Streeck wurde dieser Vorwurf nicht erhoben. Wir sprachen darüber mit Herrn Dr. iur. Wilhelm Rettler.
DieEinsicht: Herr Rettler, liegen die Fälle Spahn und Streeck gleich?
HerrRettler: Im Wesentlichen liegen sie gleich.
DieEinsicht: Aber bei Herr Streeck fehlt doch das Element der Doppelmoral.
HerrRettler: Entscheidend für die moralisch/ethische Bewertung ist, dass beide eine Leihmutter mit der Austragung eines Kindes beauftragt haben. Es handelt sich jeweils um einen an Menschenfeindlichkeit nicht zu überbietenden Vorgang. Die Doppelmoral bei Herrn Spahn ist in diesem Zusammenhang eine Kleinigkeit, die nicht ins Gewicht fällt.
DieEinsicht: Aber der Bundeskanzler war wohl der Auffassung, dass die Sache mit dem Rücktritt von Herrn Spahn erledigt sei.
HerrRettler: Nach meiner Überzeugung hat er sich da gründlich geirrt. Die CDU/CSU muss fürchten, in die Bedeutungslosigkeit zu fallen.
DieEinsicht: Wieso?
HerrRettler: Die C-Parteien tragen das Wort christlich in ihrem Namen. In Wirklichkeit sind sie aber die Parteien der herrschenden Klasse. Ihre Kriegspolitik ist das Gegenteil von christlich. Im Übrigen vertreten die C-Parteien die Interessen des Großkapitals. Es ist daran zu erinnern, dass Herr Merz jahrelang für einen der größten Finanzkonzerne oder gar den größten, BlackRock, gearbeitet hat. Wenn man nicht blind ist, kann man nicht übersehen, dass er ein Agent der Großbourgeoisie ist. Auf der anderen Seite nimmt ein Teil der Mitglied- und Anhängerschaft der C-Parteien zweifellos für sich in Anspruch, auf dem Boden des Christentums zu stehen. Viele von diesen Menschen gehen aus einem echten Glauben heraus sonntags in die Kirche, und zwar nicht nur um heuchlerisch Frömmigkeit vorzuspiegeln, wobei das auch verbreitet ist.
DieEinsicht: Wen meinen Sie da?
HerrRettler: Das sage ich vorsichtshalber lieber nicht. Jedenfalls gehe ich davon aus, dass es sich bei einem großen Teil der Wählerschaft von CDU/CSU um Christen handelt, die auch tatsächlich christliche Werte vertreten. Mit diesen ist aber die Leihmutterschaft ohne jeden Zweifel nicht vereinbar. So dumm zu glauben, dass die Leihmutterschaft mit dem Evangelium vereinbar sei, können die überzeugten Christen unter den Wählern der C-Parteien gar nicht sein. Aber diese haben die Menschen lange genug verarscht und meinen, das könne ewig so weitergehen. Ich glaube, dass damit jetzt Schluss ist.
DieEinsicht: Kann man das denn den Absturz der C-Parteien nicht durch Austausch von Führungspersonal verhindern.
HerrRettler: Die haben doch keine Leute mit entsprechender Qualifikation, der erforderlichen ethisch/moralischen Einstellung und Charakter. Viele Menschen werden sich von denen C-Parteien abwenden. Die AfD wird als strahlender Sieger aus den Wahlen in Sachsen-Anhalt hervorgehen.
DieEinsicht: Fänden Sie das gut?
Herr Rettler: Die AfD ist die am meisten antikommunistische Partei in Deutschland, aber die sogenannten Altparteien stehen ihr darin kaum nach. Ich wähle mit Schmerzen entweder BSW oder Linke oder ungültig.
DieEinsicht: Herr Rettler, wir danken Ihnen für das Gespräch.
Verantwortlich: Dr. Wilhelm Rettler,
Bachstraße 22, 06886 Lutherstadt
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