Orientierung

Freitag, 25. März 2022

Gregor Gysi versucht es auf Russisch

Ich bitte Sie, ächten Sie diesen Krieg!

Der außenpolitische Sprecher der LINKE, der selbst mütterlicherseits russische Wurzeln hat, veröffentlichte ein russischsprachiges Video. Darin rief er russische Menschen auf, sich für ein Ende des Krieges einzusetzen. Das achte ich sehr. Sein/e Russischlehrer/in hätte sich wohl über seine  Aussprache nicht sonderlich gefreut. Aber darum ging es nicht. Wir stehen wohl alle mehr oder weniger hilflos vor diesem schrecklichen Krieg und vieles erscheint uns nicht nur schrecklich, sondern auch sehr rätselhaft. Seine Meinung treffe ich vielfach auch in meiner unmittelbaren Umgebung an. Auf allen Seiten wurden viele und erhebliche Fehler gemacht. Aber sie rechtfertigen keinen Angriffskrieg. Er muss so schnell wie möglich beendet werden.


"Liebe Bürgerinnen, liebe Bürger in Russland, liebe Bürgerinnen und Bürger der russischen Gemeinden in Deutschland! Ich möchte mich heute an Sie mit dem dringenden Appell wenden, alles in Ihrer Kraft Stehende zu tun, um den Krieg, den Russland in Ihrem Namen in der Ukraine führt, zu beenden. Zeigen Sie Ihrer Regierung, dass dieser Krieg nicht im Namen der Menschen in Russland geführt wird und deshalb sofort beendet werden muss! Ich weiß, es ist in Russland deutlich schwerer auf die Straße zu gehen und gegen den Krieg zu protestieren als in Berlin. Deshalb habe ich umso größeren Respekt für alle, die das tun. Millionen können nicht eingesperrt werden. Ich bitte Sie, ächten Sie diesen Krieg." (Fraktion DIE LINKE im Bundestag)

Allerdings gibt es auch energische Polemik gegen Gysi: Ein Beispiel: 

"Abgesehen vom NATOsprech und der NATO-Verharmlosung, abgesehen davon, dass ein sich selbst erhöhender Deutscher meint, dem russischen Volk ins Gewissen reden zu müssen: Es ist eine ungeheuerliche Anmaßung eines deutschen Bundestagsabgeordneten andere Völker zum Widerstand gegen ihre Regierung aufzurufen." (dgp?)

Ich halte das für unangebracht. Nicht nur die Menschenopfer und die materiellen Zerstörungen sind zu verurteilen. Auch der psychologische Krieg, der damit geführt wird, schlägt tiefe Wunden und es bedarf der konstruktiven Verständigung. Ich frage mich, auf welcher Seite derjenige steht, der diesen "dringenden Appell" derartig in Abrede stellt. Auf der Seite des Friedens oder des Krieges?


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