Orientierung

Sonntag, 5. Februar 2017

Katja Kipping als Spitzenkandidatin zur Bundestagswahl nominiert

Kursächsisches Wappen 
mit dem Band des
Hosenbandordens in Stolpen

Die Inschrift bedeutet:
Ein Schelm, wer Arges dabei denkt.
Ergebnis wirft Fragen auf

DIE LINKE. Sachsen
Pressedienst 6/2017

DIE LINKE. Sachsen will mit der Parteivorsitzenden Katja Kipping als Spitzenkandidatin auf der Landesliste in den Bundestagswahlkampf ziehen. Die Gemeinsame Beratung von Kreisvorsitzenden, Landesrat und Kreisvorsitzenden [?] nominierte sie dafür auf einer Sitzung am Samstagmorgen in Dresden in geheimer Wahl mit 79,5 Prozent der abgegebenen Stimmen. [Viel? Wenig? Zufriedenstellend??] Von den Abstimmungsberechtigten stimmten 35 für Kipping, fünf mit Nein, vier enthielten sich.

Rico Gebhardt hatte zuvor der Beratung Katja Kipping als Spitzenkandidatin vorgeschlagen: „Katja, ist ja nicht nur seit vielen Jahren Parteivorsitzende, sondern auch immer Sozialpolitikerin. Und sie hat sich sehr oft mit der einen oder anderen Idee für mehr soziale Gerechtigkeit zu Wort gemeldet hat. Da wir als sächsische LINKE mit dem größten Landesverband auch einen großen Beitrag zum Einzug unserer Partei in den Bundestag leisten, möchte ich euch als Landesvorsitzender Katja als sächsische Spitzenkandidatin für unsere Landesliste vorschlagen. Es geht darum, den Menschen nicht nur ein inhaltliches sondern auch ein glaubhaftes personelles Angebot zu machen. Es geht darum, jemanden zu nominieren, der unsere Werte glaubhaft vertritt. Katja steht mehr als viele andere [?] für soziale Gerechtigkeit und kämpft seit Jahren an der Spitze unserer Partei und im Bundestag gegen soziale Ausgrenzung.“

Katja Kipping betonte: „Es gibt in diesem Land ein klares Bedürfnis nach mehr sozialer Gerechtigkeit und einen [nach einem?] wirklichen Aufbruch. Man kann sich trefflich darüber streiten, wer am Ende im Kanzleramt sitzen soll, aber es geht um mehr: Wird es einen weiteren Rechtsrutsch in diesem Land geben? Ein Weiterwurschteln? Oder einen wirklichen Aufbruch? Für diesen sozialen Aufbruch stehen wir. Wir stehen für ein Land, in dem niemand Angst haben muss vor dem sozialen Fall. Wir wollen eine Gesellschaft, in der Menschen mit kleineren und mittleren Einkommen entlastet werden. Und wir sind dafür bereit, uns mit den Reichen und Superreichen anzulegen, die endlich ihren gerechten Anteil für gesellschaftliche Solidarität leisten sollen. Nur eine starke LINKE [allein ?] ist die Garantie dafür, dass der Kurs hierzulande wirklich in Richtung soziale Gerechtigkeit, Reichtumsbegrenzung [?]und Frieden geht.“

... ] Verständigungsfragen durch den Blogger

Hat DIE LINKE vielleicht auch einen Schulz-Effekt nötig?

6 Kommentare:

  1. Abgesehen davon, dass Leute der Altersgruppe Kipping/Gebhardt mit dem SED-Sprech: (etwas) "wirft Fragen auf" gar nichts mehr anfangen können und die negative Konnotation (in der SED hatte eine gute Sache keine Fragen aufzuwerfen, sonst war sie automatisch eine schlechte Sache) dank später Geburt nicht kennen können, bleibt leider auch offen, WELCHE expliziten Fragen sich hier auftun. Das breite Desinteresse an solchen sprachlichen Pleiten Pech und Pannen sowohl innerhalb als auch außerhalb der Partei lässt darauf schließen, daß eventuelle Wähler solcher Gründe nicht bedürfen, DIE LINKE nicht zu wählen.
    Oder, wie es so schön heißt: "Es genügt nicht, keine Ideen zu haben. Man muss sie auch nicht ausdrücken können."
    Daß für den Landesvorstand Sachsen der Listenplatz 1 für die Bundesvorsitzende automatisch gesetzt ist und eine disziplinierte Delegiertenkonferenz oder ein Parteitag bei Platz 1 keinen Streit sucht, ist selbstverständlich.
    Das Wahlvolk wird die Partei an ihrer Prominenz bewerten. Und da können im Bundestag schon ein paar Sitze auf Kipping, Wagenknecht und noch ein paar Andere entfallen.
    Die Fraktionsstärke aber wird stark von Vertrauensdimensionen bundesweit abhängen. Und die haben sich bisher entwickelt, wie die (sächsischen) Wahlergebnisse zeigen. Und es liegt nicht daran, dass andere Parteien so verdammt anspruchsvoll sind!

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  2. Es ist m.E. falsch, die Besetzung des Listenplatzes 1 ohne Anhörung der Basis für Katja Kipping vergeben zu haben. Was heisst sie sei eine "Sozialpolitikerin" ? Wo hat sie den "Einsatz für soziale Sicherheit" gelernt? Wo und wann hat sie in einem mitbestimmten Unternehmen gearbeitet und sich mit dem BetrVG, Betriebsrat, Mitbestimmung, KSchG §1 , Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz und Entgelttarifverträgen, Tarifverhandlungen und Warnstreiks auseinandergesetzt? Brauchen wir Berufspolitiker von der Schülersprecherin bis zur MdB? Als LINKE sollten wir mehr echte Gewerkschafter für unsere politische Arbeit gewinnen. Also Vertreter, die die Abläufe und Probleme der Kolleginnen und Kollegen in den Betrieben hautnah kennengelernt haben. Leider entwickelt sich DIE LINKE wie die meisten anderen Parteien auch, zu einer Partei mit Berufspolitikern. Möglichst noch den eigenen Nachwuchs aus den eigenen Reihen ( MitarbeiterInnen bei MdL' und MdB's) requirieren. Was eindeutig falsch ist, es kommen keine neue Erfahrung und Belebung in die Parteiarbeit. Mir sind z.B. Mechatroniker aus einem mitbest. Unternehmen, oder ein Schlossermeister oder ein Industriekaufmann mit Fortbildung deutlich lieber , als ungelernte "Prokuristen" aus einem elterlichen Betrieb. Aber das sagt auch viel über die Person aus, die sich solch ein "Leitungspersonal" in einer Partei aussucht und durchsetzt. Damit werden wir keine Wahl gewinnen.

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  3. Für mich entsteht zunehmend ein Bild der Beliebigkeit. Deshalb hat DIE LINKE bei den vorangegangenen Wahlen in Sachsen ständig an Wählerinteressen verloren. Da scheinen viele Unzufriedene eher gewillt zu sein, eine AfD mit einem Pseudo-Programm zu wählen, als eine LINKE, die ihnen nichts Neues mehr bietet, und der inzwischen die klaren Alleinstellungsmerkmale ausgegangen sind. Das ist ungerecht gegenüber den noch vorhandenen Kämpfern um eine linke Strategie, aber es ist so. Und in diesem Sinnen erscheint mir auch die Berichterstattung vom Wochenende als saft- und kraftlos. Es tut mir sehr weh, das schreiben zu müssen. Mein Austritt aus dem Kreisverband war eine Reaktion auf den Verlust eines politischen Heimatgefühls. Geht es nun weiter oben so fort? Auf der Webseite des Kreisvorstandes Meißen sieht es übrigens aus, als hätte sich noch nicht so richtig herumgesprochen, dass wir im Wahljahr 2017 sind...

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  4. Die Webseite des Kreisvorstandes spiegelt wahrheitsgetreu den Wissens-und Diskussionsstand des Kreisvorstands, den wir gewählt haben - und der sich hat wählen lassen. Er könnte natürlich viel, viel besser sein - aber er ist der beste, den wir haben. Immerhin besteht die Hoffnung, dass er verbessert werden kann - von Leuten, die nicht davon laufen.
    Etwas "von oben" zu erwarten ist sinnlos, finde ich.

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    1. Auch "von oben" muss doch etwas zu erwarten sein! Was käme denn heraus, wenn das nicht so wäre?

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  5. „Frage nicht was dein Land für dich tun kann, sondern was du für dein Land tun kannst!“
    John F. Kennedy
    Das gilt nicht nur für Länder.
    "Demokratie ist ein Verfahren, welches garantiert, dass wir nicht besser regiert werden, als wir es verdienen." (G. B. Shaw) Auch die innerparteiliche Demokratie ist solch ein Verfahren. Die Anspruchslosigkeit der Basis erzeugt die passenden Vorstände.
    Wenn ein Kritiker geht, entsteht Erleichterung. Wenn ein Kritiker zu arbeiten anfängt, entsteht teils Flucht (der Mittelmäßigen) , teils Mitarbeit (der Arbeitsbereiten).
    Katja Kipping gilt als Arbeitstier.
    Aber leider nicht als kritisch.

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Kommentare sind das Salz in unserer Suppe.