CDU-Landtagsabgeordnete Daniela
Kuge greift Stadt- und Kreisrat der LINKEN.Meißen Andreas Graff an
Ostern
ist ein Fest der Besinnung, und das nicht nur für Christen. Weiß Gott, was in Frau
Kuge, MdL der CDU, gefahren ist, als sie gerade jetzt über
Facebook (Bitte anklicken) eine Tirade
gegen Andreas Graff startete. Nun ist die Methode nicht neu, wie mit einer
Schrotflinte Details aus ihrer DDR-Vergangenheit und Stasi-Vorwürfe gegen Linke
zu schießen. Aber unwidersprochen sollte man es auch nicht immer lassen. Aus der
verbalen Attacke wird nicht sichtbar, warum die junge Frau das tut. Möglicherweise
kennt sie Andreas Graff nur oberflächlich und ihr Geltungsbedürfnis hat sie
überwältigt. Sei es, wie es ist – Andreas Graff antwortet ihr:
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| andreas.graff@dielinke-meissen.de |
Offener Brief an die Landtagsabgeordnete der CDU Frau Daniela Kuge
Sehr geehrte Frau Kuge,
Nachdenken ist immer gut für
Wertungen und Entscheidungen. Das muss aber stets auch mit den richtigen Fragen
und den treffenden Antworten verbunden werden, um Informationslücken auszufüllen,
und Zusammenhänge zur gesellschaftlichen Realität herzustellen.
Worin besteht nur Ihre Motivation
bei Ihrer so abstrakten Einschätzung meiner Tätigkeit als Abteilungsleiter für
Staat und Recht in der SED Bezirksleitung Dresden vor 1990?
Sind Sie sicher, dass so mein
Funktionsbild in dieser Tätigkeit so von festgelegt war, bei der ich direkt Dr.
Modrow unterstand, von dem man in der Öffentlichkeit der BRD als dem
Gorbatschow in der DDR sprach?
Im Zusammenhang mit meiner
damaligen Tätigkeit kann ich Ihnen prominente Zeitzeugen benennen. Fragen Sie doch
einmal CDU-Mitglieder, die im Bezirksvorstand der CDU in der DDR tätig waren.
Fragen Sie den Bezirksvorsitzenden der Bauernpartei, der LDPD und der
NDPD, die ja in die CDU der BRD übernommen wurden. Und nicht zuletzt, fragen
Sie die Bischöfe der großen Kirchen, mit denen ich in einem beiderseits guten
bis sehr gutens Verhältnis zusammenwirkte.
Wenn Sie die Pressespiegel des
Sächsischen Landtages in diesem Jahr verfolgt haben, dann wird Ihnen vielleicht
nicht entgangen sein, dass vor dem Ende der Amtszeit von Honecker gegen Dr.
Hans Modrow der Vorwurf des Hochverrates erhoben wurde. Für viele heute unvorstellbar,
aber wahr. Es war eine komplizierte Zeit, die glücklicherweise als friedliche Umwälzungen
verlief. Ich bin gern bereit, Ihnen über die Ereignisse vor der Wende und über
meine folgende 20-jährige Tätigkeit im Sächsischen Landtag zu berichten. Allein
von der Aufbauzeit des Landtages und meine aktive Mitwirkung in der
Arbeitsgruppe Baden- Württemberg und Sachsen zur Ausarbeitung der
Kommunalverfassung (Gemeindeordnung) bis hin zu meiner Tätigkeit als
Fraktionsgeschäftsführer gäbe es viel zu erzählen.
Eins möchte ich noch hinzufügen. Die
Auseinandersetzung mit der Vergangenheit, eingeschlossen dem begangenen Unrecht
in der DDR, war in der PDS-Fraktion, später der LINKEN, nicht nur Gegenstand in
der ersten und der zweiten Wahlperiode des Sächsischen Landtages. Nein, sie hat
noch heute Bestand, und bildet die Grundlage für Ehrlichkeit und Gerechtigkeit
im Interesse der Wahrung und Entwicklung unserer freiheitlich-demokratischen
Ordnung.
In diesem Sinne, Frau Kuge,
haben sie mir geholfen, etwas mehr über mich und mein politisches Engagement
aus der Vergangenheit in die Öffentlichkeit zu tragen. Vielleicht ist es gerade
25 Jahre danach an der Zeit, Vergessenes wieder aufzugreifen und erneut zu
bewerten.
Wir sind uns im Stadtrat schon
oft begegnet. Gerade deshalb wünschte ich mir wahrlich, sie hätten schon
eher einmal mit mir gesprochen. Das wäre doch die bessere Methode. Aber wie
sagen die Sachsen so schön: Was nicht ist, kann noch werden.
Mit freundlichen Grüßen
Andreas Graff,
Stadt-und Kreisrat DIE LINKE.Meißen

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