Orientierung

Montag, 19. November 2012

Dem Krieg ein Ende setzen

An die AG Friedensforschung des Friedenspolitischen Ratschlags
Ein Brief von Werner Böhm
Werte Freunde!

Werner Böhm mit Kerstin Lauterbach
zum Kreisparteitag DIE LINKE
am 17.11.12 in Meißen/ Foto: Rode
In der Wochenendausgabe des nd vom 10./11.11.2012 wurde ich über den am 01./02.12.2012 in Kassel stattfindenden "Friedenspolitischen Ratschlag" informiert. Ein solches Forum und die Debatte zu dieser für die Existenz der Menschheit höchst bedeutsamen Problematik begrüße ich aus tiefstem Herzen und halte es für dringend erforderlich. Da ich mit 17 Jahren in den vom Hitlerfaschismus inszenierten Zweiten Weltkrieg befohlen wurde und die Grausamkeiten und Verbrechen am eigenen Leib erleben musste, kommt mir heute immer wieder mein Blut in Wallung, wenn die herrschenden Politiker und Politikerinnen mit heuchlerischen Friedensphrasen versuchen, vor allem junge Menschen für kriegerische militärische Handlungen zu gewinnen und zu missbrauchen. Oftmals berufen sie sich hierbei - wie Hitler - auf den "Herrn" da oben. Und auch Bush verkündete: "Der Irak - Krieg ist eine historische Mission Gottes."

Die Vergabe des Friedensnobelpreises an die EU war für die Frau Bundeskanzlerin eine "wunderbare Entscheidung." Und für den EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy eine "unglaubliche Ehre". Für mich ist die Vergabe dieses Preises an die EU im wahrsten Sinne unglaublich und absurd, wenn weiß, an wie viele Kriegseinsätzen die EU - Staaten beteiligt waren und noch sind. Die völlig unberechtigte Vergabe dieses Friedensnobelpreises an die EU sollte - so meine ich - für die Friedensbewegung und für die linken Parteien Anlass sein, einen öffentlichen Disput zu diesen Fragen zu entfalten und eine internationale Massenaktion für ein Verbot der Herstellung von Kriegswerkzeugen aller Art sowie für eine weltweite allgemeine und vollständige Abrüstung im 21. Jahrhundert zu organisieren. Dabei könnte die Warnung von John F. Kennedy motivierend sein, die er in seiner Rede vor der UNO am 25.09. 1965 aussprach: "Die Menschheit muss dem Krieg ein Ende setzen, oder der Krieg setzt der Menschheit ein Ende."

Und natürlich auch Bertolt Brechts Warnung:
"Das große Karthago führte 3 Kriege. Es war noch mächtig nach dem ersten, noch bewohnbar nach dem zweiten. Es war nicht mehr auffindbar nach dem dritten. Lasst uns das tausendmal Gesagte immer wieder sagen, damit es nicht einmal zu wenig gesagt wurde. Lasst uns die Warnungen erneuern, und wenn sie schon wie Asche in unserem Munde sind. Denn der Menschheit drohen Kriege, gegen welche die vergangenen wie armselige Versuche sind. Und sie werden kommen ohne jeden Zweifel, wenn denen, die sie in aller Öffentlichkeit yorbereiten, nicht die Hände zerschlagen werden."

Mit solidarischen Grüßen
Werner Böhm, Weinböhla
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Werner Böhm war tätig an der "Militärakademie Friedrich Engels" der NVA, der einzigen deutschen Armee, die nie einen Kriegseinsatz geleistet hat (aber vorbereitet war).

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