Orientierung

Donnerstag, 1. April 2010

Über Ostern ´mal wieder lesen


Ostern tut gut. Die Natur erwacht langsam wieder. Und wir sollten uns etwas mehr Ruhe und Muse gönnen über die Feiertage. Ich habe deshalb im Bücherschrank gekramt. Und da fiel mir ein Büchlein in die Hand: „Was würde Jesus heute sagen? Die politische Botschaft des Evangeliums“ von Heiner Geißler.

Das ist so spannend, darüber nachzudenken, was damals in Jerusalem passiert sein muss. „Als sie seine Worte hörten, gerieten die Scharen außer sich.“ (Matthäus 7,28). Und Geißler schrieb dazu:

„Als Jesus vor dem Passahfest in Jerusalem eintraf, kam es zum Eklat (Joh 2,13ff.). Stellen wir uns einmal vor, was da los war: Wir befinden uns in der Vorhalle des Tempels ... ein lärmendes Geschäftsleben ... bei dem der Schekel rollte... da erscheint plötzlich ein 30jähriger Mann, holt sich einige Kälberstricke, macht daraus eine Schlagwaffe und fängt an, auf die Leute, aber auch auf die Tiere einzuprügeln... Er packt die Töpfe der Geldwechsler, in denen die Münzen aufbewahrt wurden, und schüttet das Geld klirrend auf den Boden. Gleichzeitig wirft er die Tische um. Ein unglaublicher Krach entsteht. Es ist unvorstellbar, dass Jesus das allein gemacht hat ... Durch einen Einzelne war das nicht zu schaffen. In den Augen der Hohen Priester und der Tempelpolizei randalierte da eine Gang von Autonomen... Diese Tempelreinigung war eine Kriegserklärung...“. (S. 139 ff.)

Und Geißler zieht daraus aktuelle Parallelen. Reichtum und Armut in unserer Welt, damals und heute. Jesus wollte das überwinden. Auf der letzten Seite seines Büchleins, das nach meinen Erkundigungen allerdings gar nicht so viele zu kennen scheinen, schreibt der katholische Christ Geißler deshalb: „Die Interessen der Menschen sind wichtiger als die Interessen des Kapitals. Die kapitalistische Wirtschaftsordnung widerspricht dem Evangelium und ist ein Verbrechen an Milliarden von Menschen, die in Armut, Krankheit und Unwissenheit leben müssen.“ (S. 153) Wer kann das abstreiten?!

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