von Reinhard Heinrich
Nachdem Ende Januar 2010 im Kommunikationsexperiment der Kreitags-Linksfraktion Meißen 5.000 Leser seit der Wahl (nach der Kreisreform) gezählt wurden, registrierte die Technik im Blog http://kreis-meissen-von-links.blogspot.com nunmehr, Mitte April, einen weiteren Tausender. Offensichtlich setzt sich der Trend von eher einstelligen Besucherzahlen hin zu mehr Öffentlichkeit stetig fort.Hochgerechnet besuchen rund 90 Leser wöchentlich diese Publikation. Etwa in diesem 7-Tage-Rhythmus veröffentlicht Fraktions-Pressesprecher Dr. Dietmar Rode aus Radebeul mit Ausdauer und Engagement - sowie (noch) relativ geringer publizistischer Beteiligung seiner Fraktionskolleginnen und -kollegen parteiliche Standpunkte, unbequeme Fragen sowie anderswo "unterbelichtete" Informationen zum Kreis Meißen und darüber hinaus aus Sicht der Opposition.
Dieses von gegenwärtigen Kreistagsfraktionen - nicht nur der Linkspartei - wohl eher selten genutzte Medium ermöglicht eine sowohl aktuelle als auch langfristig zurück verfolgbare Öffentlichkeitsarbeit von - auch in Kommunalpolitik - seltener Transparenz. Erinnern wir uns: Mit "Publizität" übersetzte die SED-Propaganda unwillig das sehr schnell von westlichen Medien in Beschlag genommene russische Wort Glasnost, mit dem die KPdSU unter Gorbatschow ihre autoritären Machtstrukturen aufbrach.
Solche Informationsfreiheit ist Herrschenden seit je her um so suspekter, je absoluter ihre Herrschaft ist. DIE LINKE als Oppositionspartei darf Informationsfreiheit als Mittel politischer Stärke sehen. Auch wenn manche ihrer Politiker ihr Handwerk auch schon unter den Bedingungen einer verfassungsgemäßen "führenden Rolle" ihrer Partei ausgeübt haben.
Stabil 90 Leser pro Woche zu haben, ohne daß die Mehrzahl der Fraktionsmitglieder sich überhaupt hier äußert, zeugt wohl kaum von Leser-"Pflicht"-Erfüllung, sondern eher gewachsenem öffentlichem Interesse an linker Kreispolitik. Man könnte sich entscheiden, dieses Interesse tatsächlich zu befriedigen.
Ein Pressesprecher hat es vorgemacht. Ohne Politbürobeschluß - in den Augen traditionsbewußter SED-Genossen gewiß unverzeihlich.
In den Augen der Öffentlichkeit unverzichtbar.
Danke für das Mut-Machen.
AntwortenLöschenDietmar
Konstant 90 Leser pro Woche, Tendenz steigend - das sollte uns allen Mut machen
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