Zur Idee des Bautzener Landrats Harig, im Landkreis Bautzen die Zahl der Gemeinden von derzeit 63 auf 25 zu reduzieren, erklärt die kommunalpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE im Sächsischen Landtag Marion Junge:
Es ist wieder mal der Landrat des Landkreises Bautzen, der den Vorreiter für die Staatsregierung in Sachsen spielt. Die Landesregierung hat die Nachfrage nach einer Gemeindegebietsreform in dieser Legislaturperiode verneint. Im Landkreis Bautzen wird mal wieder vorgefühlt, was man mit den Kommunen machen kann und was nicht. Dabei spricht man von „freiwilligen Veränderungen“, die ohne Druck, aber mit „finanziellen Anreizen“ geschehen sollen.
Mit diesen Überlegungen zu einer Fusion von über der Hälfte der Gemeinden im Landkreis Bautzen ist ein Demokratieabbau in Größenordnungen vorgesehen. Auch heute schon ist es üblich, in den bisher fusionierten Gemeinden keine Ortschaftsräte mehr in den Ortsteilen zu haben, und damit ist die Mitbestimmung der Bürgerinnen und Bürger in einem Teil des Landkreises nicht mehr gegeben. Je größer die Einheitsgemeinden sind, desto unüberschaubarer und bürgerunfreundlicher werden die entstehenden kommunalen Körperschaften. Bürgermeister und Gemeinderäte können heute viel schneller vor Ort handeln, weil sie an den Bürgerinnen und Bürgern und ihren Problemen dran sind.
Gibt es solche Tendenzen auch in unserem Landkreis Meißen? Diese Frage wird die Kreistagsfraktion DIE LINKE auch Landrat Steinbach stellen. Und dazu ist uns nicht nur die Leitbilddiskussion für den Landkreis Anlass. Die gegenwärtige Sparpsychose, die durch die Politik der schwarz-gelben Regierung in Dresden ausgelöst wird, darf nicht zu irreparablen Fehlern führen.
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